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Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

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Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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..31..32.. ein erfreulicher Vormittag

Eingereicht on 26. Februar 2013 – 15:24

Im Zuge der Vorbereitung für die nächste Kölntour habe ich heute Yehoram Roux und seine Freundin besucht. Er produziert seit 5 Jahren die Weine seiner Mas Grougniou, die bisher bei den Besuchen an seinem Stand auf der Biocybéle für Heiterkeit sorgten weil man dem kleinen Jungen einigen Mut bescheinigen mußte, sich mit solchen Weinen in die Öffentichkeit zu trauen. Sicher – die meisten Supermarktweine in Deutschland sind auch nicht besser, aber wer erwartet das auch ernsthaft. Hier im Gaillac und auf der Biocybéle ist aber Qualität Grundvoraussetzung.
Er hat einige Jahre bei Philippe und Sylvie auf der Ferme Bois Moisett gelernt und das – könnte man meinen, wären vielleicht auch nicht gerade die Richtigen, um jemandem fundierte Kentnisse zu vermitteln. Zu chaotisch, zu exotisch, zu zufällig. Allerdings wurden ihm dort Inutition und Mut vermittelt, die hier in der Szene „Gaillac“ fundamental sind, um „seinen Wein“ zu machen und „seinen Stil“ zu finden.
Interessantes Detail – er produziert nur Rote, seine Schwester Ketura übernimmt die Weißen.
Die ersten Jahre probierte er noch mit Reben von Philippe seine ersten Schritte. Wir kennen die Ergebnisse. Ich glaube, das hätte jeder mit Jean Pütz’ens Anleitungen auch hin gekriegt. Doch dann ist etwas passiert. Er ist umgezogen und hat jetzt sein Chai zwischen Andillac und Donnazac in indirekter Nachbarschaft zu Cantalauze. Dort stehen auch die Reben die er jetzt verarbeitet. Und dass er auf vollständig freien Füßen stehend zu etwas fähig ist, zeigte sich auf dem Salon im Dezember in der Abbaye in Gaillac. Dies trieb mich jetzt auch hier hin und mit der Überraschung, die mich hier traf, hatte ich nicht gerechnet.
Es ging an die Tanks die mit Unbekanntem und bisher unveröffentlichtem Material gefüllt sind. Nummero Uno, weiß, leicht moussierend noch, da es bis zur Abfüllung noch Zeit ist, ein VRAC-Wein. Also einer, der normalerweise in Vinobags gefüllt 5-literweise verkauft wird. Agrume, frisch, aber auch rauchig und leichte Bitternoten. Viel zu kalt (es ist wie in Köln gerade mal saukalt hier) treibt er mich allerdings direkt zu fragen, ob er den nicht auch in Flaschen füllen würde. Für mich eindeutig mehr als ein Partywein.
Dann wird eine kleine ominöse alte Ploppstopfen-Bierflasche aus einer verstaubten Kiste gekramt und tatsächlich daraus was ins Glas geschüttet. Ich fange an zu grübeln. Bin ich jetzt wegen meiner Begeisterung für den einfachen VRACwein völlig unten durch und jetzt kommt die Entlarvung meiner lächerlichen Expertise indem mir irgendwas präsentiert wird? Abgestandens Wasser, Lösungsmittel..?
Ich traue mich und der erste Schluck wirft mich in ein Loch. Was soll das denn sein? Nicht schlecht, sehr kräftig, voluminös, fett und füllig mit Rosinenconfit und leichtem echte- Pfefferminz-Menthol-Anklang. Langer und intensiver Abgang. Auch wieder ein Kandidat der blind getrunken zu 95% als Roter identifiziert würde. Da hätte Hendrik Thoma in einer Blindverkostung jetzt seinen Spaß dran.(Siehe seinen letzten Wein-am-Limit-Blogbeitrag No.89). Auch der Wein ist noch nicht fertig, weil er jetzt erst in Akazienfässer kommt. Das dürfte ihm gut stehen und noch Eleganz verleihen.
Null Ahnung was das sein soll – und dann treffen mich die Auflösungen hammerhart :
Beim Ersten hatte ich auf Loin de LŒil getippt. Ist es aber nur zum geringen Teil. Der größere Anteil ist ACHTUNG – „Ugni blanc“! Die kommt hier im Süd-Westen eher weiter westlich vor, Bordeaux und dann südlich. Eigentlich eine italiänische Sorte und vielleicht einigen unter der Bezeichnung Trebbiano bekannt. Sie ergänzt sich schön mit der Loin de lŒil weil auch sie in Richtung Agrume+Banane geht. Und das ist das erste Vorkommen hier im Gaillac und damit die Nummer 31.
Doch damit nicht genug. Noch besser trifft uns die Chasan, die im Zweiten steckt. What’s that? Eine Kreuzung aus Listan (andalusischer Ursprung) und der weißen Pinot. Damit jetzt Nummer 32 im Gaillac und schon wieder was dazu gelernt. Ist Wein nicht ein herrliches Steckenpferd? Noch herrlicher ist allerdings der Genuß. Besonders wenn es um so etwas geht.
Wir probieren noch den Süßen. Auch hier eine Überraschung. Ein reiner Sauvignon. Eher selten als Süßer im Gaillac zu finden. Ist auch wieder mehr als nur „einfach“. Davon muss nochmal in etwas wärmerer Umgebung probiert werden, weniger bibbernd da hier der Wein seinen Weg in den Mund fast nicht finden kann und auf dem Weg dahin verschüttet wird. Abschließend wird wieder gekramt und es kommt eine Kronkorkenflasche zum Vorschein. Ein perlender Versuch von halbsüßem dunkelrotem Schaumwein. Den kann ich mitnehmen und in Ruhe anschauen. Und ich komme ins Grübeln, ob der Einfluß von Philippe noch stärker ausgefallen ist, als vermutet als ich höre was drin ist. Jurançon noir und Gamay. Wilde Mischung und das auch noch als roter Mousseux. Ich werde berichten. Jedenfalls hat Yehoram (Mutter Indoneiserin und Marseiller Vater) anscheinend seinen Stil gefunden und steht dazu. Wir gratulieren!
Der Besuch hat sich also mehr als gelohnt und wieder einmal gezeigt, dass selbst wenn man ein Gebiet gut zu kennen scheint, man nie an ein Ende kommt.

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