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13. Februar 2019 – 7:55

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33éme Concours des Vins de Gaillac

Eingereicht on 14. Mai 2012 – 18:28

Das war er also – der Concours. Zuerst mal – um es sicher zu stellen – um Längen besser als letztes Jahr! Warum? Kein dominantes Alphamännchen am Tisch, das versucht hat seine Vorstellung von Wein durch zu setzen. Allerdings waren wir auch dieses Jahr die letzten an den Tischen und in heiße Diskussionen verstrickt, ob und wenn, welcher Wein denn nun eine Medaille verdient hätte.
Diesmal fing zwar alles um 9 Uhr an – aber das verhinderte nicht einen gewissen Stress. Es wurden in der ersten Runde 12 Weine präsentiert aus denen 5 Sieger ausgewählt werden sollten. Die zweite Runde war dann die Kreuzgruppe bestehend aus den vorher an drei Tischen ausgewählten Weinen.
Ach ja – ich saß diesmal am Tisch 3 für die roten Eichenfassroten.
Es war tatsächlich im Gros ernüchternd, was in der Kategorie in diesem Jahr in der ersten Runde an unserem Tisch an den Start ging. Es blieb die Hoffnung, dass die wirklich Guten an den zwei anderen Tischen zur Wahl standen und uns in der zweiten Runde erreichen würden.
Zumindest war es dieses Jahr möglich in aller Ruhe innerhalb der Tischgruppe zu diskutieren und die guten Weine der ersten Runde aus zu wählen. Allerdings wurde nicht so konsequent gehandelt und eine absolute Haltung eingenommen. D.h. eigentlich hätten höchstens 2 Weine die Endrunde erreichen dürfen. Es wurden 5 gefordert und so wurde relativ ausgewählt und somit drei Weine die es eigentlich nicht wirklich verdient haben in die zweite Runde weiter gereicht.
Da hätte man sich weigern müssen. Allerdings scheint es an den anderen Tischen ähnlich gewesen zu sein, da wir in der zweiten Runde zwei Tische zusammen rückten und nun zu 10nt am Tisch saßen mit nur noch 8 Proben.
In der zweiten Runde gab es allerdings einiges Erstaunen über zumindest einen Wein, der ein kompletter Ausfall war und von mehreren Juroren als NO-GO betrachtet wurde, dem man keine ernsthafte Notierung zukommen lassen konnte. Wie konnte der Wein die zweite Runde erreichen? Da musste wohl der dritte Tisch einen Missgriff gemacht haben.
Die roten Eichenfassweine hatten es dieses Jahr anscheinend schwer, ihre Qualitäten zu zeigen.
Vielleicht war es aber auch wieder einmal ein schlechter Tag, um Wein zu probieren. Wir hatten diese Vermutung ja schon einige Male und inzwischen muss man wegen der Häufigkeit sagen, dass es doch irgend etwas mit den Luftdruckwechseln, und/oder mit den Mondphasen zu tun hat. Wir werden dem noch genauer nachgehen. Auf jeden Fall scheinen diese Einflüsse enorm wichtig zu sein. Wichtiger auf jeden Fall, als der oft herauf beschworene Kork, der meines Erachtens oft fälschlicher Weise reklamiert wird. Auf Nachfrage, hatte es beim Öffnen der 334 Proben nicht einen gegeben, der Korkanzeichen hatte!
Für die Qualitäten die dieses Jahr zumindest bei den eingereichten roten Eichenfassweinen präsentiert wurden ist jedes zusätzliche Wort verlorene Liebesmühe. Wichtiger scheint die Erwähnung der Kriterien eines solchen Concours.
Letztes Jahr beim 32ten Concours bin ich ja schon kritisch mit der Vergabe von Medaillen umgegangen und ich muss dieses Jahr da fortsetzen. (Siehe auch 32ter Concours )
Es muss dringend etwas an der Skalierbarkeit der Qualitätskriterien getan werden. Das System von :
„Unzureichend, mittel, gut, sehr gut, exellent“ in den Bereichen Optik, Aromatik Bukett, Gesamtqualität Bukett, Aromatik Geschmack, Gesamtnote Geschmack und dann eine Einordnung auf einer 20er-Skala, scheint nicht ausreichend.
Es kann so passieren, dass ein Wein der so lala ist, aber von allen Leuten am Tisch notiert wird oder notiert werden muss, weil ein freier Auswahlposten noch aussteht und man sich nicht konsequent dem sozialen Gruppendruck verweigert, mit einer enormen Gesamtpunktzahl am Ende da steht, während ein Spitzenwein, der von drei Leuten nicht unter deren drei präferierten notiert ist, deswegen in der Gesamtpunktzahl dem lala-Wein unterliegt.
Z.B
12-11-8-12-13-12-9-8-10-8 = 103
14-15-13-14-14-15-13 = 98
Da müsste diskutiert werden. Sind die 7 Leute mit den höheren Notierungen da auf dem Holzweg, oder die drei die ihn nicht berücksichtigt haben? Ist also ein lala-Wein der von allen notiert wird, qualitativ besser als einer der höhere Einzelnoten erzielt, aber von einigen nicht als solcher erkannt wird.
Das Ganze zeigt die Schwächen einer solchen Veranstaltung auf und macht deutlich wie wichtig es ist, über den Wein zu reden und ihn sich in allen Einzelheiten an zu sehen. Dies würde allerdings auch noch einmal mehr Zeit für die Auseinandersetzung fordern.
Ich kann da nur noch einmal auf unsere aufeinander aufbauenden Grundkurse „Weinprobe“ aufmerksam machen. Diese machen verständlich, wie schwierig es ist, einen Wein objektiv zu bewerten, und trotzdem zu einem Gesamturteil zu kommen. Erleuchtend dürfte vielleicht auch eine Teilnahme sein bei unserem inneren Prüfungszirkel wenn wir neue Weine sezieren, um zu sehen, ob die unseren Qualitätskriterien entsprechen. Dazu braucht es immer eine Flasche und eine Stunde Zeit. Trotzdem kommt es nicht immer zu einer eindeutigen Benotung.
Dies zeigt in deutlichem Maße, warum Weinbeurteilungen Maßstäbe brauchen aber auch immer diskutiert werden müssen und erinnert stark an unsere angefangenen Beiträge auf unserer Internetseite zum Thema Vins naturels unter www.vin-naturel.net.
Apropos Vin naturel – eine erstaunliche Übereinstimmung gab es bei allen Weinen an unserem Tisch : ruhendes und geschwenktes Glas brachten immer nur ein und denselben Geruch. Dies ist wirklich einer der großen Unterschiede zu den Vins naturels, die gerade in der Hinsicht enorme Unterschiede zeigen und primäre und sekundäre Aromen deutlichst hervor bringen.
Die Ergebnisse des Concours werden in allen Einzelheiten in den nächsten Tagen nachgeliefert wenn die offiziellen Listen veröffentlicht werden..
Dem vorgreifend kann ich nur schon einmal sagen, daß die Domaine de Labarthe, Domaine du Moulin, Chateau Rhodes und Domaine de Brin wieder unter den Siegern waren.
Neben dem Concours gab es natürlich neue Begegnungen die in späteren Berichten aufgegriffen werden. So entspann sich während des abschließenden Menüs eine interessante Diskussion mit dem hauptverantwortlichen Önologen der Cave de Labastide, einer der drei großen Cooperativen (1800ha) im Gaillac, über den Kontrast von Groß- und Kleinanbau und Vin naturel. Dem wird in einem folgenden Interview nachgespürt und später davon berichtet.
Zudem ergab sich eine interessante Bekanntschaft mit der Winzerin von der Domaine de Brousse, die uns schon bekannt war durch die Eröffnung des neuen Verkaufsraums von unserem Ententerrinenhersteller Christian Leonard. Sie ist anfangs der 80er Jahre aus Deutschland nach Frankreich übersiedelt und wir werden in der Woche nach der Biocybele mit den Kölner Besuchern einen genauen Blick auf die Weine der Domaine werfen.
Zum Abschluss noch drei Fotos aus der Eingangshalle vor dem Concours.

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