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Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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Alter Adel – Vigneaux 1999, Samur, Château Tour grise

Eingereicht on 8. Februar 2016 – 22:10

Heute geht es um einen Samur. Rot – natürlich Cabernet Franc. Und wer die Traube kennt, weiß um ihr Potential und die Schwierigkeit eben jenes auch zur Geltung zu bringen. Es ist eine von den Trauben, die nicht mehr in unsere Welt zu passen scheinen. Sie braucht Zeit. Sowohl zum Reifen als auch zum Genießen – die haben wir nicht. Sie zeigt im Alter ihre Stärke – unserer Zeit scheint alles über 30 schon fast zu alt zu sein. Und Zeit ist Geld. Welche Domaine kann es sich heutzutage denn noch leisten, Investitionen für Material und Lagerfläche kalkulatorisch zu rechtfertigen? Wenn die Flaschen dann später hunderte Euro kosten, ist das alles abgedeckt. Was aber, wenn man einen alten und reifen Wein für einen vernünftigen Preis anbietet?
Um solch einen geht es hier. Handschriftlich liebevoll sind die Etiketten von den 1998ern auf den richtigen Jahrgang abgeändert worden. 1999 also. Was sollten wir uns als Erstes fragen? War es ein guter Jahrgang etwa? Was soll das schon sagen? Die Kenner wissen ja schon lange, das solche Verallgemeinerungen für einen Großteil der Weine der Region und des Jahres zutreffen mag. Aber eben nie für alle. Deswegen ist immer die erste Frage – was erwartet mich bei dem da?
Probieren geht halt immer über studieren!
Und hier kann man alles erwarten, was man zuerst einmal abgespeichert hat bei der Rebsorte und dem Alter. Tannin ja – aber wie? Oxydation – ja aber wie? Tiefe – ja aber wie viel Seillängen?
Das kann man nicht abstellen und es ist auch gut damit zu rechnen. Manchmal wird man bestätigt und manchmal überrascht. Hier zeigt sich eines eindeutig. Wer zur heutigen Sensationsgeilen Gesellschaft gehört, die schnelle und leichte Erklärungen sucht ist hier falsch am Platz. Solch einen Wein verlangt Respekt. Er hat so lange ausgehalten um uns heute zu erfreuen. Da darf er auch von uns einiges an Ruhe und Aufmerksamkeit verlangen.
Denn wer ihn aufmacht und direkt angeht, wird ihn auch schnell wieder fallen lassen. Die Nase spielt noch mit. Da sind sehr reife Beeren und leichter Madeiraton, aber auch eine überraschende Frische. Dann kommt das Tannin. Nicht grün und nicht wirklich adstringierend, aber einen Wildlederpelz am Gaumen hinterlassend. Wer sich nicht nur auf Trinken beschränkt, sondern auch Interesse für die Lebensgeschichte bekannter und geliebter Weine hegt, der hat vielleicht schon einmal einen vor Tannin strotzenden jungen Wein erlebt, dem man dann eine große Lagerfähigkeit zuschreibt. Trinken kann man die lange Zeit nicht. Der 1999er zeigt Reste solcher Tannine. Die sind für den Cabernet franc auch typisch. Nur hier sind sie schon jeglicher Massivität entledigt. Trotzdem würde auch hier mit Freude den Wein trinken in dem Zustand. Wenn solch ein Wein in einer Probe bei der auch schon der nächste in den Startlöchern steht präsentiert wird, ist er unten durch. Schade! Ich kenne viele, die diesem Wein sogar einzeln probiert nur wenig Positives nachsprechen würden. Schade halt.
Wir warten natürlich und werden belohnt. Innerhalb der nächsten drei Stunden kann man einer wahren Entwicklung beiwohnen. Wer die Stunden überspringt und danach erst wieder einsteigt, glaubt einen anderen Wein im Glas zu haben.
Die helle Farbe entspricht nun dem leichten Angang und der feinen Frische. Dann kommt das Alter und das Tannin zum Zug. Hier sind hunderte Aromen in einer herrlichen Tiefe und Struktur zu erleben. Und nun zeigen die Tannine auch ihr wahres Gesicht beim Abgang. Der zieht sich nun nämlich fast unendlich lang und alle Früchte wie Kirsche, Johannisbeere, reife Erdbeeren sind neben leichtem Tabak, Muskat und Leder erscheinen in herrlicher Abfolge. Der Wein macht zunehmend Spaß und vernebelt einem die Sinne. Er ist nie schwer, nie massiv, nie langweilig.
Die Frage, ob man ihn noch ein paar Jahre liegen lassen kann, erübrigt sich. Was soll es noch mehr geben? Anders wird er sicherlich werden, aber wird er noch mehr Spaß machen?
So macht alter Wein dem man genügend Respekt entgegenbringt seinem Macher alle Ehre.
Gratuliere Philippe und Françoise Gourdon vom Chateau Tour grise für diesen Vigneaux 1999.

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