Die Gourmetschmiede wünscht Ihnen ein frohes neues Jahr! Weiterhinsteht Ihnen für individuelle private Veranstaltungen Stéphane zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie ihn über seine Internetseite. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Ihr Gourmetschmiedeteam.
Baie Sansho

Aktuelles »

13. Februar 2019 – 7:55

Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

Den vollständigen Artikel lesen »
Einblicke - Idées

Erkenntisse - Decouvertes

Genuss in Balance - Plaisir et balance

Kleine konkrete Apetitthappen.

Videos

Kleine Impressionen über die Szene in der wir uns gerne bewegen und Reportagen die einen erschrecken können.

Verkostung - Dégustations

Einzelne Weine, ganze Salons und rare Stücke.

Kurz und bündig

Unsere Meinung zu einigen Themen oder Schlagworten - offen und knackig.

Home » Einblicke - Idées, Verkostung - Dégustations

Besuch beim Präsidenten.

Eingereicht on 8. Juni 2012 – 18:58

Der Besuch der Kölner Fraktion musste die Biocybéle am Montag für ein paar Stunden unterbrechen. Eine andere Veranstaltung fand an diesen zwei Tagen parallel statt und es wäre zu Schade gewesen, die Gelegenheit verstreichen zu lassen. Im gesamten Süd-West-Weinanbaugebiet veranstalteten die Mitglieder der unabhängigen Winzer im zweiten Jahr das „Piquenique au Domaine“. Damit präsentierten sich den Besuchern 34000 Hektar Anbaufläche.
Mitzubringen war nur etwas zu Essen – Getränke würden vom Winzer persönlich kredenzt.
Zudem hatten wir auch noch das Glück die Domaine des langjährigen Präsidenten der unabhängigen Winzer – Michel Issaly – die Domaine de la Ramaye besuchen zu können. Besonders gespannt natürlich auf sein neues Schlachtschiff, den reinen Braucol aus dem Fass.
Die Überraschung für die Kölner hätte nicht größer ausfallen können. Ankommend, schien es zuerst der Überfall von Außerirdischen auf ein kleines intimes Familienfest zu sein. Es waren vielleicht außer den Angehörigen noch 8 Leute dort und saßen vor der Domaine im Schatten eines großen Baumes an nett gedeckten Tischen. Schnell wurden noch andere Tische hinzu gerückt und wir waren quasi mitten drin und wurden nach dem Auspacken unserer auf der Biocybéle erstandenen Delikatessen sofort mit dem Cavailles Bas – seinem Spitzenweißen versorgt.
Michel war sehr erfreut über die Gruppe, die sich schon als Kenner der Gaillacweine präsentieren konnte und schwebte von einer Tischseite zur anderen um Fragen zu beantworten, Informationen zu geben und zu plauschen. Die ganze Szene entwickelte sich immer mehr von bestem Wetter, GrandCru Rohmilch-Ziegen-und-Schafkäse, allerfeinstem Schinken und einem schnell nachgeschobenen Experimentalrosé, den Michel einschenkend schon entschuldigen wollte, der aber bei den Genießern sofort größten Anklang fand, in eine schon fast filmkullissenmäßige märchenhafte Stimmung. So wunderte es auch niemanden, als der Präsident rundum ging und sich die Erlaubnis holte, eine Zigarre rauchen zu dürfen. Das wurde zum Bild des Tages : einer der französischen Spitzenwinzer und wahrscheinlich die politisch wichtigste Person der letzten Jahre für den französischen Weinbau, mit Zigarre und Fotoapparat seine in Glückseligkeit versunkenen Besucher, mampfend aufs Bild zu bannen.
Das Piquenique dauerte wegen immer neu aufgetischter Weine länger als geplant, so dass der Rundgang über die Domaine später als geplant statt fand. Michel erklärte präzise die Besonderheiten seiner Lagen, die geschichtlich wichtigen Wendepunkte, die Wichtigkeit der Biodiversität, Bedeutung der Wurzeln für die Weinqualität und die Gefahren von natürlicher oder künstlicher Düngung und Bewässerung. Viele Infos, die in einem späteren Bericht noch aufgegriffen werden. Jetzt soll aber der absolute Höhepunkt mehr Aufmerksamkeit finden. Die geniale Degustation im Präsentationsraum und die Teilnahme an der Kreation eines neuen Weines.
Die Stimmung war jetzt schon auf hohem Niveau und man hatte den Eindruck, dass Michel ebenso wie wir etwas angeheitert war und freudig einen Wein nach dem anderen präsentierte. Spannend wurde es mit drei kleineren roh etikettierten Flaschen auf denen nur die Rebsorte stand. Alle drei wurden nacheinander einzeln verprobt um dann in einer Karaffe gemischt zu werden. Eine Originalassemblage die nun zur Abstimmung stand. Die Anwesenden sollten entscheiden, ob seine Idee von Cuvée Gefallen findet und er außer uns noch anderen zugänglich gemacht werden sollte.
Prunelart, Duras und Braucol ergänzen sich hier mit Dichte, Eleganz, Frucht in feinster Konfitüre.
Danach tobte der Bär und jetzt wurde noch einer oben drauf gesetzt. Sein neues Flaggschiff, der reine Fassbraucol – für satte 45 Euro auf der Domaine zu erstehen – wurde geöffnet und die roten Bäckchen der Anwesenden wurden mit einem breiten Lächeln zur Geltung gebracht. Tiefrot fett und große Kathedralen im Glas erzeugend kommen vollreife schwarz-rote Beeren mit fein gewürztem Confit mit Pfeffernoten daher. Kann es noch besser gehen?
Wahrscheinlich werden es in Deutschland höchstens die Freunde der anwesenden Kölner, die sich mit diesem Wein versorgten, erfahren. Da der Wein nicht für den Export vorgesehen ist, muss man sich schon auf die 1150 km lange Reise begeben, um vor Ort davon zu naschen.
Aber ich werde vielleicht auch die eine oder andere Einzelflasche mitbringen um sie bei einem unserer intimen Weinevents im Depot zu präsentieren. Ein Besuch lohnt sich allerdings auch so oft genug um die innersten und tiefsten Geheimnisse des Gaillac kennen zu lernen.
Nach vier Stunden fuhren wir wieder für die letzten Stunden auf die Messe, um die georderten Köstlichkeiten einladen zu können. Dieses Jahr war vielleicht noch einmal ein Highlight in der Besuchsgeschichte der Kölner Fraktion. Mal sehen was sich nächstes Jahr so ergibt und ob sich das noch einmal toppen lässt.

Kommentar schreiben

Latest Video Post