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Big Fish und exzellentes Entrecôte

Eingereicht on 3. August 2013 – 13:59

2,54m lang 100kg schwer

Jeden Freitag ist der Markbesuch in Gaillac fast schon Ritual geworden. Dazu gehört ein gepflegter Café alongé mit Chocolatine und die Lektüre der aktuellen regionalen Depeche. Dort gibt es doch immer wieder interessante Dinge zu erfahren. So auch in den letzten Wochen. Ich habe einmal einige Artikel zurückgehalten, weil man diese wohl besser in einem größeren Zusammenhang sehen sollte.
Fangen wir mal damit an : 100kg Lebendgewicht.
Tierschützer sollten keine Sorge haben, der wird wieder frei gelassen. Zumindest, wenn die Angler den folgenden Bericht gelesen hatten : Tip fürs Fischgericht. Das der Fisch so groß werden kann, zeigen ja auch die bis zu dem Fang gemachten Vorrekorde. Da braucht man ordentlich Futter, um so dick zu werden. Woher das kommt finden wir dann im dritten Artikel, der sich auf einen hier schon erwähnten bezieht : Nitratbelastung im Grundwasser.

Der erste Artikel berichtet von zwei glücklichen Anglern die im Tarn einen 2,54m langen Wels gefangen hatten. Angeln ist wohl nach Rugby und der Jagd der wohl beliebteste Sport in Frankreich. Weit vor Fussball. Das die zwei den Fisch besser nicht essen sollten belegt der zweite Artikel in dem von einer umfangreichen und erschreckenden Studie über den Verzehr von Meeres- und Flußfisch berichtet wird. Umso mehr erstaunlich, weil solche negativen Berichte von nahmhaften Instituten, die die Umwelt angehen in Frankreich eher ungewöhnlich sind. Da wird viel verharmlost und relativiert. Hier handelt es sich um eine ernsthafte Warnung, die soweit geht, dass Schwangeren und Kindern vom Verzehr von Fisch eher komplett abgeraten wird. Ich erinnere mich noch gut, wann meine Zeiten als Pizzafan sich einscheidend änderten, als mir klar wurde, dass besonders Thunfisch schwerst quecksilberbelastet ist. Und das war in den späten 70ern! Das hat sich nicht geändert und ist nach fast 40 Jahren global gesehen nun bei allem anderen Fisch auch so. PCB sollte einige Männer vielleicht noch mehr beunruhigen. Da droht ja nicht nur Krebs sondern auch Impotenz. Der dritte Artikel ist wohl erschienen um den vor einigen Monaten veröffentlichten katastrophalen landesweiten Bericht zur Lage der Nitratbelastung in Gewässern zu entschärfen. Wie das wohl geschafft wurde innerhalb einer kurzen Zeit unter die Grenzwerte in vielen Kommunen zu kommen bleibt mir schleierhaft und zu bezweiflen. Außerdem ist es ja nur ein schwacher Trost, wenn statt 60% der Kommunen ,immer noch 25% betroffen sind.

Und da haben wir jetzt alles zusammen, was wir für ein Horrorscenario brauchen. Big Fish war ja ein toller Film in dem es auch um Surrealitäten, Selbstfindung und große Entdeckungen ging. Aber er war alles andere als ein Horrorfilm, der aus den hier gesammelten kleinen Bagatellen zusammengezimmert werden könnte und ja auch zu Hauf auf dem B-Picture-Markt zu finden ist.
Wir reden oder lesen hier von krebserregenden Substanzen, die in gigantischen Mengen in der Umwelt verteilt werden. Und wer hätte es gedacht, sich doch tatsächlich nicht an den Spruch „aus dem Auge, aus dem Sinn“ halten und sich später auf unserem toll gedeckten Tisch präsentieren um uns selber den Gar auszumachen. Komisch, dass eher die alten Opas, die seit sie 5 waren, rauchen oder saufen und trotzdem jetzt fröhlich ihren Hundertsten feiern, zitiert werden um zu beweisen, dass diese Genüsse ja nicht automatisch in ein Sichtum führen. Eher jedenfalls als die Geegnbeispiele von den zahlreichen Bekannten in jedermanns engeren Bekanntenkreis, die der Krebs hinweggerafft hat. Ach ja, hatte ich vergessen – das war ja früher auch schon so – nur da wußte man noch nicht, das es Krebs war. Außerdem ist ja noch nicht wirklich durch Langzeituntersuchungen sicher gestellt, dass die Substanzen wirklich ursächlich beteiligt sind. Mir wäre jedenfalls wohler, wenn alle neu entwickelten Sachen erst einmal in Langzeitstudien beweisen müssten, dass sie nicht schädlich sind. Was für ein Humbug – hatte ich doch vergessen, dass dann die ganze Wirtschaft zusammenbrechen würde. Na ja dann! Das wollen wir ja wohl auf keinen Fall. Opfern wir uns und sorgen mit weiteren Nachkommen für den Fortbestand einer konsumierenden Gesellschaft.
Wichtig für uns sind die Zusammenhänge, die immer noch und immer wieder verharmlost, marginalisiert oder als absolute Ausnahmen dargestellt und dem Vergessen anheim gegeben werden. Seien wir doch mal ehrlich – wenn wir all die Ausnahmen behalten würden, sähe das schon ganz anders aus und einem könnte dann irgendwann doch mulmig werden. Und genauso wie mir nach dem Artikel über die Pestizide im Wein endgültig die Lust auf unbekannte Supermarktware genommen wurde, so ist mir jetzt auch der Hunger auf den freitäglichen Fisch abhanden gekommen.
Ich will da jetzt nicht weiter auf Details aus den Artikeln eingehen – das macht es leichter, dem keine weitere Bedeutung zu geben. Aber wenn wir noch einmal ehrlich sind, die Floskel „sterben müssen wir sowieso“ entbehrt zwar nicht einer gewissen Wahrheit, aber ob einen das beruhigen kann oder beim Schlucken des 5 Euro-Weins oder des tollen Fischfilets nicht doch einen bitter-schalen Geschmack aufkommen läßt, hoffe ich zu bezweifeln.
Jedenfalls hat mir das Entrecôte in Le Bugue im „Le Menhir“ auf einem kleinen Ausflug an die Dordogne letzte Woche ausgezeichnet gemundet und kann weiterempfohlen werden.

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