Es geht weiter. Wir müssen aus kalkulatorischen Gründen die bisherige Form der Käse-Wein-Proben bis auf weiteres ausfallen lassen. Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Ihr Gourmetschmiedeteam.
sureau 3

Aktuelles »

7. Juli 2017 – 13:45

Les sureaux sont des plantes herbacées voir des petits arbustes de quatre mètres de hauteur à fleurs blanches.

Den vollständigen Artikel lesen »
Einblicke - Idées

Erkenntisse - Decouvertes

Genuss in Balance - Plaisir et balance

Kleine konkrete Apetitthappen.

Videos

Kleine Impressionen über die Szene in der wir uns gerne bewegen und Reportagen die einen erschrecken können.

Verkostung - Dégustations

Einzelne Weine, ganze Salons und rare Stücke.

Kurz und bündig

Unsere Meinung zu einigen Themen oder Schlagworten - offen und knackig.

Home » Einblicke - Idées

Brave new World – Hihgtec pour les Nuls – der Wein der Zukunft

Eingereicht on 15. September 2013 – 17:13

Eigentlich ändert sich nicht viel – nur die Vorzeichen werden vertauscht. Hatte man früher Spaß am Jahrgangs-Abenteurer d. h. Spaß daran, dem neuen Jahrgang entgegenzufiebern und ihn bei jedem Winzer neu zu entdecken, so wird mit den hier beschriebenen Aussichten der modernen Vinifizierung dieses Abenteuer vollkommen ausgeschlossen und man kann nur hoffen, nicht Opfer der Langeweile zu werden, bzw. den Spätfolgen des Genusses zu erliegen.
Was also wollen die uns hier unterschieben, bzw. haben sie schon längst.
Der Bericht in der Depeche greift grundsätzliche und zunehmende Probleme des heutigen Weinanbaus auf wie die globale Erwärmung und das voraussichtliche Ende des uns bekannten Weinbauhandwerks ab 2025, oder der zunehmenden Schwierigkeiten durch Hagelschäden, Mehltau und anderer Krankheiten der Reben.
Dafür gibt es nun eine einfache Lösung. Grundsätzlich greift man zuerst einmal ein Technik auf, die, schon in den 50er und 60er Jahren genutzt, aber dann verpönt und verbannt wurde. So radikal, dass die Rebstöcke ausgerissen werden mussten. Hybride.
Hybride sind Rebsorten, die durch die Mischung von zwei verschieden stämmigen Ursorten, hier in unserem Fall ist das die amerikanische muscadinia und die europäische vinifera, die dann mit Sorten wie Grenache, Cabernet Sauvignon und Merlot zurück gekreuzt werden.
Ziel war es so, krankheitsresistentere und alkoholreduzierte Sorten zu erhalten. Angeblich sollen sich diese Reben dann innerhalb von nur 30 Jahren an die natürlichen Standortgegebenheiten anpassen. Die Trauben selber sind dann kleiner als normal, aber man erzielt trotzdem 20 % mehr Ertrag. Komischerweise, war das kein ausgesprochenes Ziel und wurde nur zufällig als Nebenwirkung bemerkt. Sie reifen später und bilden weniger Zucker, bzw. man erntet einfach unreife Reben. So hätte man der globalen Erderwärmung ein Schnippchen geschlagen. Erinnert mich ein wenig an die moderne Medizin : Symptom- statt Ursachenbehandlung. Leider wird nicht gesagt, wie das zu Säure- und Tanninniveau passen soll.
Und es gibt einen anderen Nebeneffekt – es wird 15-20% mehr Wasser gebraucht. Wie das mit dem immer trockener und heißer werdenden Sommern zusammenpassen soll, bleibt mir schleierhaft. Zumindest, wenn man nicht generell Wein, wie in Australien oder anderswo, bewässern will.
Dazu passend, wird eine komplett neue Vinifizierung vorgeschlagen. Das ist allerdings zu milde ausgedrückt, da es anscheinend schon weitverbreitet so gemacht wird.
Da soll zuerst einmal die Rebe möglichst explodierend gepresst werden um sie auf 90 Grad aufzuheizen und dann in einen Vakuumtank zu füllen. (Da macht es bestimmt auch nichts, dass maschinell geerntet wird und man extrahiert so natürlich immens mehr eigentlich noch fehlende Tannine.) Zudem gewinnt man mit der Art Zeit. Statt der 14 bis über 30 Tage dauernden Mazeration, geschieht das hier innerhalb von nur wenigen Stunden. Das wird also schon bei den großen Herstellern gemacht. In Chile und Argentinien ebenso wie in Frankreich.
Anschließend wird durch eine bremsende Fermentation mit Temperatursteuerung für den richtigen Säure und Alkoholgehalt gesorgt. Da machts dann ja auch nichts, wenn die Traube selber keine passenden Säurewerte hatte (s.w.o.). Aber Achtung : ohne Additive! Das scheint heutzutage ja ein wahres Schreckgespenst zu sein.
Und danach wird mit einer elektrolytischen Membrane alles was sonst noch so stört ausgefiltert.
Die Technik wäre zwar teurer als der Einsatz der Chemie bei herkömmlichen Rebsorten, aber der große Gewinn ist halt, dass man so einen Wein ohne Additive gezielt nach- oder entsäuern, entalkoholisieren, und somit auch stabilisieren kann. Insgesamt wird diese Technik heute schon in 25 Länder exportiert und dann wohl auch dort eingesetzt. Na – macht doch echt Spaß. Da legt man es doch geradezu darauf an, mal an solche Weine zu kommen. Falls man sie bezahlen kann. Die sind ja mit viel Sorgfalt und Akribik hergestellt.
Ich oute mich hier ja komplett zum technikfeindlichen Hippie, der nicht mehr versteht, wie die heutige Welt funktioniert. Oder als 200 Jahre zu spät geborener Romantiker, dem die Lebensgeschichte des Winzers mehr am Herzen liegt, als dem Armaturenbrett eine Higtechanlage, das Bangen um und die Spekulation über die kommende Ernte, mehr als einer Versicherung von ewig gleich bleibendem Geschmacks oder dessen Verfügbarkeit.
Sei es drum, fröne ich also weiter der Nostalgie und hoffe, dass nicht nur der Widerstand innerhalb der Winzerszene erhalten bleibt, sondern auch noch ein paar Verrückte übrig bleiben, denen gute Weine, die Geschichten bergen, mehr am Herzen liegen.
Originalartikel

P.S. Ein anderes Nebenprodukt solcher Weinherstellung sollte nicht unbeachtet bleiben. Neben Zeit, spart man auch Personal. Die Folgen werden in einem anderen Artikel der Depeche beschrieben : Originalartikel.
14,3 % der französischen Bevölkerung muss mit weniger als 977 Euro im Monat auskommen und die Prozentzahlen der unterhalb der Armutsgrenze Lebenden hat sich noch einmal erhöht – auf 38,9 %. Dabei soll doch Frankreich neben Deutschland, dass Land sein, dass Europa retten soll. Wenn der technische Fortschritt so weiter geht ist das spätestens zur Sternzeit 46575,0 der Fall. Das sollte noch zu schaffen sein. Zumindest ist einer dort auf spielerische Weise angekommen. CL7 Christiano Ronaldo verdient 46575 Euro Netto AM TAG (ohne Werbevertragseinkommen). Für dieses TAGESsalär müsste ein Mindestlohnempfänger ca. 3 Jahre lang arbeiten gehen.

Tags: , ,

Kommentar schreiben

Latest Video Post

  • Termine
  • unsere Termine
  • Kurz und bündig
  • guter Wein
  • Lecker Wein
  • Sommeliers