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Damokles läßt grüßen – so ist das mit konventionell !

Eingereicht on 12. Februar 2016 – 14:59

La Depeche vor ein paar Tagen : Beschiss in der Grauzone
Leute – ihr wisst, dass ich „mein“ Gaillac immer hochhalte. Auf der anderen Seite ziehe ich auch immer bösartig über die konventionelle Weinindustrie her. Wie soll ich also diesen Artikel kommentieren, der das Gaillacgebiet einreiht in andere Skandalgebiete?
Zum Glück ist es hier ja ähnlich gelagert, wie im Biobereich. In die Skandale der letzten 21 Jahre waren ja meist (99,9%) normale EU-Bioprodukte aus der Supermarktschiene verwickelt. Kennen Sie einen Skandal in den Demeter, Bioland oder N&P verwickelt waren?
So kann ich den skandalösen Vorfall nehmen und damit die Verursacher und das System wieder richtig in die Pfanne zu hauen.
Natürlich ist die Idylle der Gaillacregion nur ein Phantasiegebilde. Hier gibt es genug Neid und Konkurrenz zwischen den Winzern, genug Ärger mit einem völlig inkompetenten Präsidenten der Maison du Vin.
Und dann gibt es noch die Coop’s. Ich hatte es ja schon in einigen anderen Artikeln erwähnt, dass ich in meinen Anfängen im Gaillac noch mit der Cave de Rabastens zusammen gearbeitet habe. Als die ersten „seltsamen“ Weine produziert wurden erfuhr ich, dass dies den ersten Anfängen vor der großen Zusammenschließung zu einem Megaproduzenten und Vermarkter geschuldet war. Mehrere große Kooperativen vereinigten sich (Gaillac 2, Fronton, Chahors) um mit Mengen, die für den Weltmarkt nötig sind aufzuwarten. Konkurrenzfähig bleiben hieß das. Vinovalie war geboren.
Die Eigenständigkeit der Weine fiel dem als Erstes zum Opfer. Es wurden Weine kreiert, die für einen Weltgeschmack konzipiert waren. Das hatte nichts mehr mit Qualität oder Typizität zu tun.
Aus meinen Jahren als Bioladner und Chronist der Entwicklungen im Biobereich seit der Okkupation des Bio-Begriffs durch die EU, konnte ich 2000 schon absehen, wohin diese Großproduktion führen würde. Es läuft immer nach dem gleichen Schema ab.
Zuerst leidet die Produktqualität. Einfach durch Kostenminimierung der Produktionskosten. Um attraktive Preise mit trotzdem möglichen großen Margen zu realisieren (denn die werden trotz allen allgemeinen Glaubens – von wegen kostendeckend), wird ohne Rücksicht auf Verluste gespart. Lohnkosten gedrückt, Rohstoffe egal woher, nur billig halt, künstliches Aufpeppen der Aromatik, Zugabe von Suchtstoffen, Produkthaltbarkeit steigern (was hier nur heißt, einem völlig unreifen instabilen Produkt mit Hilfe von einigen Stabilisatoren und Konservierungsmitteln zu einer Haltbarkeit zu verhelfen). Dazu kommt eine zunehmende Anbiederung an Großkunden und deren Vorgaben und der weiteren Abrückung von der ehemaligen Spezifität des Produktes.
Worum geht es hier nun in dem Prozess?
Vinovalie wurde nachgewiesen, dass es zur Produktionsmengensteigerung wegen größerer Nachfrage nach Rosé, diesen mit Weißwein gestreckt und aromatisiert hat.
Nun bewegen wir uns hier rechtlich gesehen in einer Grauzone die sowohl die Ansicht der Richter und Verbraucher, als auch die Argumentation von Vinovalie schlüssig erscheinen lässt. Dies ist geschehen bei Rosés, die Vin de Table ohne IPG deklariert waren. Da gibt es nun wirklich kein Dekret (letztendliche Gesetzgebung für alle Weinproduktion) welches das ausdrücklich verbietet.
Der Richter verweist auf ein ungeschriebenes Gesetz, der Produkteur auf Beispiele innerhalb Europas, wo es auch so gemacht wird.
Der Richter zeigt auch, dass er ein gutes Verständnis von Traditionen in der Weinwelt hat. Stellt er doch die Motive der Tat – motiviert durch die große Nachfrage von Kunden und dem Hinweis der Produzenten, dass sich kein Kunde beschwert hätte – in Frage.
Jeder muss sich nun selber einen Reim darauf machen. Für mich ist es genau die Bestätigung dafür, womit man bei Produkten der Weinindustrie rechnen muss. Um das Produkt geht es nur im Rahmen von Bilanzen und Marktquoten.
Nun könnte man sagen : ist doch toll! die machen mir den Wein, den ich auch haben möchte. Aber Hallo! Wessen Bedürfnisse werden befriedigt? Die der Großabnehmer! Und denen geht es um Margen. Wer heute noch so naiv ist, im Bereich Supermarktweine an Qualität zu denken, ist hoffnungslos verloren. Ausnahmen? Es geht um Umschalgszahlen und Margen pro qm Regalfläche. Da ist völlig egal, was dort steht. Und Ausnahmen gibt es auch nicht! In den Massenmarkt kommt keiner rein, der nicht Massen produziert. Und die Massenproduktion unterliegt betriebswirtschaftlichen Gesetzen und keiner Sorge um den Inhalt der Flasche. Da wird Qualität in diese Denkweise eingezwängt. Risiken dürfen in keinem Fall, nie entstehen.
Nochmal der Verweis auf den Kommentar zu Discountweinen von Hendrik Thoma.
Es liegt im Naturell des Systems, genau so wie es im anderen Bereich – bei Vin naturel – auf den Charakter und die Ideologie des Winzers ankommt. Dort leben sie noch, die Kämpfer und Idealisten. Natürlich mit Produktionsmengen die ein Witz sind verglichen mit den Millionen der Industrieabfüllungen, und die keinen Druck haben. Sie können ihre Weine verkaufen an eine treue Fangemeinde, die Variationen interessiert aufnehmen. Dort streckt sich keiner nach irgendwelchen Bedürfnissen von Kunden. (Das ist natürlich wieder herrlich übertrieben idyllisch, aber trifft im Grunde doch auf jene Winzer zu, die in dem Bereich die Creme sind). Im Grunde paradiesische Zustände. Ob sich die Geschäftsführer von solchen Großproduzenten auch im Paradies wähnen, wage ich zu bezweifeln.
Also Leute – nehmt diese kleine Bagatelle ernst! Sie zeigt nur die Spitze vom Eisberg und das perfide ist ja gerade das Geschehen in den Graubereichen. Das Maggeln mit den Grenzwerten, ob in der Produktion selber, oder über die Lobby bei der Einflussnahme bei Gesetzgebungen. Die nur bei konkreten Proben entdeckten Schweinereien. Was glaubt ihr, wo bei den Vergehen die Dunkelziffer liegt?
Ich überlasse es auch jedem selber, ob das mal wieder paranoider Quatsch ist. Zu Glück ist mein Verzicht auf konventionelle Weine kein Beinbruch. Meine geliebten Topweine sind sowieso immer in der Vin naturel-Szene angesiedelt. Und ehrlich gesagt, habe ich auch lieber mit solchen Winzern zu tun und an einem Tisch mit ihnen zu sitzen, als mit Geschäftsführern von erfolgreichen Großunternehmen.
Unwohlsein

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