Es geht weiter. Wir müssen aus kalkulatorischen Gründen die bisherige Form der Käse-Wein-Proben bis auf weiteres ausfallen lassen. Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Ihr Gourmetschmiedeteam.
sureau 3

Aktuelles »

7. Juli 2017 – 13:45

Les sureaux sont des plantes herbacées voir des petits arbustes de quatre mètres de hauteur à fleurs blanches.

Den vollständigen Artikel lesen »
Einblicke - Idées

Erkenntisse - Decouvertes

Genuss in Balance - Plaisir et balance

Kleine konkrete Apetitthappen.

Videos

Kleine Impressionen über die Szene in der wir uns gerne bewegen und Reportagen die einen erschrecken können.

Verkostung - Dégustations

Einzelne Weine, ganze Salons und rare Stücke.

Kurz und bündig

Unsere Meinung zu einigen Themen oder Schlagworten - offen und knackig.

Home » Einblicke - Idées

Die Saga der großen und teuren Weine (Update Januar)

Eingereicht on 19. Dezember 2013 – 15:003 Comments

Ich schiebe einmal das Update vorne weg. Auf einigen der guten deutschen Weinblogs ließen sich die Macher oder Mitglieder dazu hinreißen, einige Weine die sie in 2013 probiert hatten, zu prämieren oder noch einmal hervor zu heben. Sie setzten sich im ergleich zu allen anderen weit ab und ließen zum Teil Tränen vor Glück fließen. Seltsamer Weise gehörte zu den dort erwähnten kein „großer“ Wein dazu. Noch seltsamer – mehrfach waren es Vin naturels. Für mich kein Wunder, weil die gut gemachten sind dermaßen differenziert und komplex, dass es einen schon umhauen kann.

Beispiele : Bester Weißwein 2013 bei Drunkenmonday
Bester Rotwein 2013 bei Drunkenmonday
Riesling Vin naturel

Nun wieder zum ursprünglichen Artikel :
Ob es an Weihnachten liegt kann zumindest angenommen werden. Das Fest der Träume über in Erfüllung gehenden Wünsche, der Eintracht und des Friedens.
Die heutige kurze Betrachtung eines immer wiederkehrenden Phänomens, das zur Zeit auch auf verschiedensten Weinblogs direkt oder indirekt angesprochen wird, aber auch immer in Gesprächen von „Normalweintrinkern“ in abgewandelter Form auftaucht, soll heute einmal in Augenschein genommen werden. Es erscheint in mehreren Versionen, handelt aber immer von einem Thema.
Es kann um Weine von sagenhaften Nobeldomainen gehen, die niemals normal zu kaufen sind, und dementsprechend auch selten getrunken werden, und schon gar nicht von Weinexperten, die sich die Weine meist nicht leisten können. Da wären vorne anstehend Weine von Romanée-Conti oder Chateau Cheval blanc. Hier geht es letztendlich um Flaschenpreise jenseits der zig-Tausende und Weine die in bestimmten Jahrgängen zu dem Besten zählen, was weltweit jemals in Flaschen abgefüllt wurde.
Da es von diesen Flaschen nur wenige gibt, und noch wenigere im Besitz von Experten waren, wird trotzdem nie in Frage gestellt, wie es zu den unglaublichen Bewertungen und Lobpreisungen kommt.
Auf der anderen Seite finden wir den Tatbestand von hochgelobten Weinen im unteren Preissegment wieder. Da tauchen immer wieder Weine in Supermärkten auf, die mit klingenden Namen und Lagen für Begeisterung sorgen. Obwohl hier ausreichende Mengen anfangs vorhanden sind, ist eine Überprüfung meist auch nicht möglich, da die Weine schnell ausverkauft sind. Jedenfalls schneller, als die Begeisterungswelle jeden erreicht hat. Zudem sind auch hier oft Urteile von Weinexperten selten zu finden.
In beiden Fällen handelt es sich also um Weine, deren Ruf der Überprüfung vorauseilt, eine wirkliche Überprüfung meist nicht möglich ist, bzw. sich nicht auf genügend fachkompetente Urteile stützen kann.
Ich stelle nun frei zur Debatte, ob das in beiden Fällen nicht mit dem weihnachtlichen Geist zu Tun hat und man in kindliche Muster verfällt. Ein sich wiederholendes Fest, an dem Wünsche und Träume in Erfüllung gehen sollen, ist geradezu der perfekte Acker um ewige Idealvorstellungen am Leben zu erhalten. Eine Grundbedingung ist deren Fast-Unmöglichkeit der Überprüfung in der Realität. Eben nur fast, da es immer wieder einen kleinen Hoffnungsschimmer geben muss, um die Flamme lodern zu lassen.
Hier geht es auch nicht um die auch immer wieder auftauchende Diskussion, ob die Weine wirklich ihren Preis wert sind. Preise werden ja heutzutage nicht über einen absoluten Qualitätsindex ermittelt – was auch immer das sein soll. Auch die Produktionskosten sind nicht das absolute Maß.
Es geht einfach um eine erneute Überprüfung der eigenen Einstellung diesen Weinen gegenüber. Inwieweit trägt einen die Hoffnung auf die Möglichkeit, einen wirklich perfekten Wein einmal zu kosten, der zudem von solchem Renommee getragen wird, so dass man bei dessen Genuss quasi selbst geadelt würde. Sozusagen einen Schluck aus dem Gralsbecher zu erhaschen. Oder bei den Supermarktweinen, zu den Glücklichen zu gehören, die von diesen vorgeworfenen Brotkrumen mitbekommen haben und nun auch mal wie die Großen was Ordentliches trinken durften.
Tatsächlich ist auch die Realität nicht in der Lage, solche Mythen zu relativieren. Im Internet kann man ab und zu doch von solchen Veranstaltungen lesen, wo richtig alte Jahrgänge unter die Lupe genommen wurden. Die Beschreibungen hauen einen nicht wirklich vom Hocker. Von spontaner ergreifender Begeisterung sprühen die Berichte meist nicht. Auch findet man beschriebene Weinfehler, oder Zeichen von Überlagerung. Trotzdem werden oft hohen Benotungen vergeben. Oder selbst wenn mal ein Experte die Gelegenheit hat, einen solchen Wein zu probieren findet man ihn später innerhalb einer Benotungsliste, in der neben ihm auch Weine stehen, die ein Zehntel oder gar ein hundertstel kosten, bzw. sogar preiswertere Weine höher benotet sind. Apropos Lagerung. Auch das ein Thema, das zur Zeit durch deutsche Weinblogs geistert. Lassen Sie sich nicht anstecken. Vertrauen Sie darauf, dass die Weine über die Jahre anders sein werden, aber ob das Anders ein Besser ist, sollte fraglich bleiben. Und ein „noch absolut trinkbar“ oder „immer noch frisch“ oder „hat immer noch Potential“ ist eher ein Verweis auf die oben angesprochene Hoffnung, dass sich der Wein doch einmal dem Ideal nähert. Wer Zeit hat, kann sich der Bewegung ja ruhig anschließen, schließlich ist es ja immer spannend, wenn man im Keller noch einen vermuteten Schatz hat, der auf den richtigen Zeitpunkt wartet, ihn aber nicht verrät und man so immer in der Ungewissheit des „noch zu früh“ oder „leider doch zu spät“ mitfiebern kann. Außerdem hat das warten ja auch die gleiche Struktur, wie das Warten der Kinderlein auf den Heiligen Abend. Die erfüllten Träume fordern vorher immer auch ein braves und geduldiges Warten. Leider hat wohl auch jeder Erfahrungen gemacht, die das Warten nicht gerechtfertigt erscheinen ließen. Doch was anderes als erwartet, oder die falsche Farbe, oder die falsche Marke oder, oder, oder, …
Zurück zu unseren Topweinen. Wir finden also weder einen eindeutigen Beleg für deren Klasse, noch können wir es selber überprüfen. Finden wir aber eventuelle andere Hinweise, die deren große Klasse auf induktive Weise erschließen ließen?
Die Lage ist oft exklusiv. Die geologische Struktur der Böden und das Mikroklima heben sich von der Umgebung anscheinend ab. Das Alter der Rebstöcke ist meist jenseits der 50 Jahre. Der Ertrag wird auf kleinere regionstypische Werte reduziert. Meist wird ökologisch gearbeitet. Top-Önologen werden beschäftigt. Aufwendige und saubere Verarbeitung nach der Ernte.
All dies sind beste Voraussetzungen um große Weine zu produzieren. Aber solche Bedingungen finden sich auch woanders. Zwei Merkmale kommen meist noch dazu. Geld im Hintergrund und eine große Reputation. Im Falle von Cheval blanc z. B. finden wir einen Herrn Bernard Jean Étienne Arnault im Hintergrund. Für manche Menschen eine eher zweifelhafte Gestalt, die sich durch seine politische Einstellung eher als extrem konservativ darstellt. Der Frankreich den Rücken zukehrt, als Mitterand an die Macht kam, Freund des mehrfach vor Gericht stehenden Expräsidenten Nicolas Sarkozys ist und nach dem Wahlerfolg Hollandes, die belgische Staatsbürgerschaft beantragt hat. Er zählt zu den 10 reichsten Menschen auf unserem Planeten. Wo würde hier eine induktive Beweisführung hinführen?
Gewiss ist jedenfalls, dass er mit Geld umzugehen versteht und eng verquickt ist mit einem Luxusgüterunternehmen. Er versteht also die Vermarktung von teuren Produkten und hat anscheinend entsprechend finanzkräftige Freunde. Da ist der Umsatz von 3 bis 30 Tausend Flaschen keine große Sache. So kann Reputation und Renommee aufrechterhalten bleiben, ohne sich Sorgen um eine realitätsbezogene Überprüfung machen zu müssen. Leute in solchen Kreisen weisen sich ja meist als sehr resistent gegenüber der Realität aus.
Und genauso wenig, wie der Preis eines Weines ein Indiz für dessen Güte ist, sowenig ist wirtschaflicher Erfolg ein Hinweis auf Intelligenz oder Rechtschaffenheit.
Wenn es um Realität geht, sollten dann doch vielleicht Experten das Wort haben. So kann es also durchaus zu folgenden Sätzen kommen : „Notre rôle n’est pas de célébrer un Petrus ou un Cheval blanc. Ces étiquettes n’ont pas besoin de nous.“ „De jeunes talents locaux comme Damien Bonnet (Brin), Lucas Merlo (L’Aubarel) ont trouvé sur la Table du Sommelier leurs premières références. Comme il y a longtemps déjà Balaran, Bézios ou Cazottes, qui, eux, sont toujours là.“
Das wird gesprochen von einem der besten Sommeliers Frankreichs. Der erkennt auch die Lage der Topgüter richtig wenn er sagt :“Le vin est un produit vivant, toujours recommencé, avec des effets millésimes, mais ausi des vignerons créatifs.„ Le travail d’un sommelier est de faire découvrir ses trouvailles, de faire partager ses coups de coeur. Le Ht Brion et la Romanee Conti n’ont pas besoin de moi.“
Also geht es für ihn nicht um Güter, die das Wissen der Experten nicht benötigen, sondern um die wirklichen Eigenarten des Weins : die Charakteristika der Jahrgänge und die kreative Umsetzung durch die Winzer. Die dort Herausragenden zu finden, ist die wahre Aufgabe der Sommeliers.
Das in dem Zusammenhang einige „unserer“ Winzer genannt werden, ist natürlich erfreulich.
Und er steht mit dieser Meinung ja nicht alleine da. Pierre Gagnaire, Michel Bras, Olivier Roellinger, Michel Troisgros, Michel Belin, Pierre Hermé, Sergio Calderon, Paul Bocuse, das sind Namen, die sich dieser Sache verschrieben haben und die alle eine enge Verbindung mit Winzern haben, deren Wein zeigt, was Qualität ist.
Genau wie diese Herren, sollte man doch von den glorifizierenden Vorstellungen Abstand nehmen und die goldschimmernden Nobeldomainen einmal in einem anderen Licht sehen. Als Wirtschaftsunternehmen die für eine kleine Schicht, die über entsprechende Möglichkeiten verfügt, Luxusgüter herstellt, die es ermöglichen als Alleinstellungsmerkmale par exellence zu fungieren.
Leider findet man in Nebensätzen auch immer wieder die unterschwellige Annahme, dass diese Leute über ein gesteigertes und differenzierteres Genussvermögen verfügen und die Güte solcher Produkte in ihren Feinheiten genau erkennen. Wer Lust hat und gut zuhören will (nicht nur wegen der miserablen Tonqualität), kann sich ja mal das hier ansehen. Tim Mälzer bei Henrik Thoma
Könnte man sich eventuell einen Grund vorstellen, warum einigen Bloggern es so schwer fällt, diese Ikonen fallen zu lassen?
Ein Grund könnte sein, dass es dann genau darauf ankommt, was Daniel Pestre anspricht. Auf die Suche gehen und Außergewöhnliches finden. Da der Ritterschlag der Reputation und des Preises wegfällt, bleiben nur genau zu beschreibende Merkmale, die den Wein dann als Außergewöhnlich herausstellen. Da kann man auf Gegenwehr stoßen. Die Argumente müssen dann schon überzeugen und nachvollziehbar sein. Reputation und Preis sind dagegen eine in Stein gemeißelte Messlatte. Es müssen also andere Maßstäbe her und da tun sich auch mutmaßliche Experten schwer. Wer die Finalfolge von „The Taste“ gesehen und dort mit Spannung verfolgt hat, wie die Aufgabe zu meistern war, ein Gericht zu einem Wein zu kreieren, war eventuell genauso geschockt über die Kommentare, die der dort auftretenden Topmann und Sommelier des Jahres 2012 abgegeben hat.
Alexander Herrmann zeigte sich ja auch recht erstaunt und hilflos.
Ich hoffe einmal, das der Sommelier zu den medienscheuen Typen gehört und dort von Nervosität gebeutelt war. Eventuell war zu den Weinen allerdings auch nicht mehr oder Differenzierteres zu sagen. Was natürlich die Aufgabe für die Kandidaten zusätzlich erschwert hat.
Das zeigt aber auch, wie schwer es ist, Weine so auseinander zu nehmen, dass sie sich von anderen unterscheiden und abheben. Und solange immer noch behauptet wird, Wein sei sowieso Geschmackssache, versteht nicht, worum es eigentlich geht.
Die Schwierigkeiten sind klar, sollen einen aber nicht verzweifeln lassen. In der Musik streiten sich ja auch die Geister, welcher Song nur gut oder doch wirklich gut ist. Sind Amy Winehouse, oder Lana del Ray ein anderes Kaliber als Kate Perry oder Miley Cyrus. Geben wir den Versuch über Qualität zu diskutieren auf und überlassen nur dem Geschmack das Feld, steht viel mehr auf dem Spiel, als wir uns träumen lassen.

3 Comments »

  • roman sagt:

    Roch ist gleiche Familie wie Leroy.Roch-Leroy.
    Die ältere Schwester von Lalou Bize Leroy heisst Roch-Leroy.
    Henry-Frédéric Roch ist der Sohn der älteren Schwester und somit Platzhalter fürLeroy bei der DRC,nachdem der andere Sohn ums Leben kam.
    Lalou Bize Leroy ist aus bekannten Gründen aus dem Tagesgeschäft ausgestiegen(worden) ändert aber nichts daran das sie Teilhaberin ist.

  • roman sagt:

    „Im Falle von Romanée-Contie z. B. finden wir einen Herrn Bernard Jean Étienne Arnault im Hintergrund“
    Arnault hat nicht wirklich was mit DRC zu tun,gemeint ist da wohl eher Cheval Blanc.
    DRC ist ein Familienunternehmen(Villaine-Leroy)

    • Karl sagt:

      Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Tatsächlich war Cheval blanc gemeint. Allerdings muss ich im Gegenzug bemerken, dass Leroy nur bis 1991 etwas mit DRC zu tun hatte. Heute sind Aubert de Villaine und Henry-Frédéric Roch für die Domaine verantwortlich. Tatsächlich sind die Besitzverhältnisse bzw. die Verantwortlichkeiten auf solchen Nobeldomainen, die sich oft als Familienbetrieb nach aussen darstellen, verworren.
      Auf jeden Fall freue ich mich, dass jemand der Hintergrundwissen hat, sich unsere kleinen Beiträge durchliest und die Mühe macht, Fehler auf zu zeigen.
      mit freundlichen Grüßen
      KE Brunk

Kommentar schreiben

Latest Video Post

  • Termine
  • unsere Termine
  • Kurz und bündig
  • guter Wein
  • Lecker Wein
  • Sommeliers