Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Im November bin Ich selber wieder in Köln und vielleicht haben Sie Lust eine kleine öffentliche Probe mit zu machen : Ort – Bioladen Kraut&Rüben in der Balthasarstr. 52 im Agnesviertel. Zeit : Samstag 18.11 14 – 18 Uhr. Ihr Gourmetschmiedeteam.
Figues

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10. November 2017 – 21:16

Le figuier est un petit arbre, le plus souvent de trois à quatre mètres de haut.
Il existe plus de 250 sortes de figuiers.
Les variétés de figues sont classées en trois catégories : les figues vertes (ou blanches), les figues grises (ou rouges) et les figues noires (ou violettes)…..

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Drei Tage entsetzlich und schön

Eingereicht on 10. Februar 2016 – 13:59

Drei Tage – drei Salons. Natürlich viel zu kurz, um überhaupt auch nur einen Moment zu verpassen. Deshalb steht man schon früh vor dem Empfang oder hat Glück einen Winzer zu kennen und zufällig neben ihm auf dem Parkplatz anzukommen. Hilfsbereit trägt man natürlich einige Kartons mit rein und kann dann schon mal in Ruhe Gespräche von Winzern unter sich belauschen bevor auch nur ein Gast die Szene betritt. Das klappt natürlich nicht immer. Besonders weil das alles in und um Montpellier stattfindet und je nachdem wo man wohnt und mit dem Wagen unterwegs ist, kann man sich in den manchmal chaotischen Straßenführungen und gefühlt 100ten von Baustellen verlieren und glaubt nie anzukommen. Selbst mit Navi ist Montpellier nach der großen Fusion noch mehr im Umbau begriffen. Eine interessante Stadt mit erstaunlichen Bauten aller Richtungen im städtebaulichen Design und immer wieder diese vielfältigen Corniferen, Palmen und Olivenbäume. Wenn dann die Sonne scheint – und im Winter scheint sie noch gleißender – ist das alles höchst mediterran. Das sorgt für gute Stimmung und obwohl man die Salons meist drinnen verbringt, gibt es immer wieder Pausen oder Ausblicke nach draußen in Schlossparks oder vom Leuchtturm herunter auf weite Meeresflächen.
Die Vielfalt findet man dann gespiegelt in den Ständen wieder. Frankreich – klar! Aber auch das Ausland ist vertreten. Korsika, Elsass (?=!), Österreich, Italien, Spanien, Chile, Argentinien, Schweiz, Katalonien.
Alle schafft man nie. Viele Einkäufer lassen sich auch nicht treiben. Die Zeit ist knapp und die Bestellungen müssen gemacht werden. Das Publikum hier ist vor den Theken und Tischen noch internationaler als dahinter. Von Hongkong bis Kentucky, von Montreal bis Tokio ist alles anwesend.
Die Altersstruktur ist auch breit gestreut. Das stehen manchmal „Mädels“ neben einem, die man fast fragen will, ob sie denn schon Alkohol trinken dürfen. Aber auch Leute denen man besser aus dem Weg geht, weil man Angst haben muss, das sie der Windzug beim Vorbeigehen umhaut. Selbstgestrickte Mützen sind anwesend, ebenso wie Nadelstreifenanzüge.
Interesse – ja geradezu höchstes Interesse – ist überall zu spüren. Verständnis – ja auch das meist. Sogar in besonderem Maße manchmal.
Die Jungen sind meist unterwegs für Bar a Vins, oder kleine Restos. Die Mittleren meist Einkäufer für den Handel oder den Import nach Übersee. Die Älteren oft privilegierte Händler, Önologen oder Berater.
Und dann sind da die großen Namen. Die sind ja für jeden andere und deshalb schaut euch die Einladungen nochmal an.
Domaine de Verchant
Château de Flaugergues
Phare Palavas
Unbestreitbar sind Namen wie Jacquesson, Albert Mann, Foradori, Coulet, Mosse, Foillard, Plageoles Highlights. Aber es gibt halt noch viele andere.
Für die Ungeduldigen zuerst mal ein Rundumschlag. Darin bin ich ja gut. Da kriegt jeder sein Fett ab und jene die mich kennen wissen, dass es sich immer so schön generalisiert anhört und nie so gemeint ist. Es soll als erste Richtlinie helfen, mit bestimmten Dingen zu rechnen, wenn man sich an bestimmt Jahrgänge, Rebsorten oder Regionen guttun will. Und dazu ist es manchmal gut, grob Pfähle für die Richtlinien in den Boden zu schlagen. Die Abweichungen und Ausnahmen entdeckt man dann automatisch.
Erstmal die „Miesen“.
2014 ! Lasst Vorsicht walten Leute. Erschreckend, dass kein einziger Bourgogne auch nur annähernd gut war. Natürlich liegt das daran, dass man von dort oft was Gutes gewöhnt ist. Aber dieses vermaledeite 13er-Jahr scheint gerade dort, eine wässrige und fruchtsaure Abart von Wein produziert zu haben. Das zeigte sich auch in vielen anderen Gebieten – aber nie so schlimm wie dort. Ich würde den Jahrgang entweder auslassen, oder muss viel Zeit investieren, die Ausnahmen heraus zu finden. Lagerfähigkeit würde ich keinem der probierten Weine zutrauen.
Dann mal wieder die Sorgenkinder, Grenache, Carignan, Mourvèdre, Cinsaut. Mir auf jeden Fall zu grob und adstringierend. Dort allerdings findet man allerdings erstaunliche Ausnahmen wenn man sucht.
Bordeaux. Es gibt für mich wie so oft keine trinkbaren verfügbaren Jahrgänge. Die Tannine bereiten sie wieder für eine unbestimmte Ewigkeit vor. Die ältesten die ich dort finden konnte gingen ins Jahr 2004 zurück und da hätte man wohlwollend von kräftigen Weinen sprechen können. Aromatik war meist einwandfrei.
Etwas enttäuschend waren die Weine von Luyt. Es produziert zwar eine gewisse Spannung und Ehrfurcht, wenn Wein von über 230 Jahre alten Rebstöcken im Glas ist, aber vielleicht muss man dafür mehr Ruhe haben. So waren sie etwas nichtssagend und flach. Zum Glück habe ich noch eine Flasche vom letzten Parisbesuch und dem Stöbern in den kleinen und vielen Vin-naturel-Handlungen. Da kann ich noch einmal in Ruhe über ein paar Tage probieren. Oft erweist sich die Qualität solcher Weine erst nach dem Trinken mehrerer Gläser.
Champagne : 6 Winzer und 5 mal wieder nichts für mich. Zu große Bulles. Zu wenig Aromatik. Wenig Länge. Ich versuche es wirklich hart um den Leuten, die mir da immer gut zusprechen, ich müsse mal einen Guten probieren, da entgegenzukommen. Relativierend kann man aber wenigstens diesmal sagen, dass mir auch die Cremant oder Mousseux nicht zugesagt haben.
Nun die Positiva.
Champagne : 6 Winzer und nur 5 waren nichts für mich! Ja richtig – diesmal hat mich einer umgehauen. Der erste (obwohl ich ihn vor 2 Jahren hier auch schon einmal durchprobiert hatte) mit dem ich sofort meinen Keller füllen würde. Und dabei sind sie noch nicht einmal SOO TEUER. Der 739 macht schon etwas her und den kann man bereits für ~40 Euro bekommen. Klar sind die anderen noch dichter und tiefer, aber kosten dann auch über 150++ Euro.
Hier zeigt sich, dass jedes Gebiet Ausnahmen hervorbringt. Ob sie damit die Regel bestätigen? Es liegt immer an der Relation. Kein Gebiet bietet derartige Qualitäten im breiten Spektrum. Man muss aufpassen, nicht inflationär eine Kette von Ausnahmen zu proklamieren. Allzu viel dieser Ausnahmen sind dann doch nicht da.
Österreich : die zwei Brüder die sich den elterlichen Hof geteilt haben brachten Weiße vom Feinsten auf den Tisch. Tscheppe und Werlitsch. Toll und lustig die Idee mit dem Erdfass. Vor dem Winter werden normale Eichenfässer in 3 Meter Tiefe vergraben und sich selbst überlassen bis ins Frühjahr. Das soll vielleicht ein Witz und Anspielung auf den Amphorenhype sein. Auf jeden Fall ist das was jetzt aus der Flasche quillt erstaunlich gut. Durch die Bank echt angenehm.
Und dann die Entdeckung. In der Stille liegt die Kraft. Um die Mittagszeit war es auf dem Leuchtturm am Dienstag sehr still. Die Winzer waren essen. Die Besucher waren essen. Ich war an den Tischen und hab mir in Ruhe ohne Kommentare eingegossen. Zuerst ist mir eine Flasche mit dem schrägen Schriftzug „Crozes Hermitage“ aufgefallen. Oh Syrah von dort! An den anderen Tagen war ich da eher nicht so begeistert. Sie waren gut und ob von Rhone Süd oder Nord, St. Joseph, Hermitage’s, Roti … – egal, keiner hatte dieses Whow. Und dann kam er : schwarzes Etikett, dicke Flasche, Cornas, Billes noires. Dick, fett, rund, warm, trocken, kräftig, saftig, schwarz, beerig, Würze, Tiefe, Länge, Breite – hier war etwas richtig gemacht worden. Und zwar richtig gut! Er wurde letztendlich der absoluten Topwein der drei Tage. Vielleicht, weil ich nach vielem Hörensagen zum ersten Mal diesem Kerl (Matthieu Barret) leibhaftig begegnet bin (später als er vom Essen zurück war) und seine Weine mir etwas völlig Neues präsentieren konnten. Auch wenn ich vorher schon großer Fan der Syrahs von der Rhone war – Cornas – vielleicht die kleinste Appellation an der Rhone, hat sich mir jedenfalls ins Hirn gebrannt.
Andere zeigten wie gewohnt ihre Könnerschaft. Die neuen Jahrgänge von Albert Mann – hervorragend. Die Morgons von Foillard sind lobende Ausnahme der ansonsten eher dünneren Beaujoulais der anderen hier Anwesenden. Eine interessante Parallele zu den Burgundern. Das liegt eventuell an einer Ähnlichkeit der Reben im Bezug auf luftig, fein-frischer Struktur, die möglicher weise mit dem 13er-Jahr mehr Schwierigkeiten hatten als die rabiateren Rebsorten.
Einige Winzer haben bestätigt, was sie in den letzten Jahren schon angedeutet haben. Mas des Caprices, Domaine de Cazaban werden langsam zum Muss und Besuche dort sind geplant.
Elisabetta Foradori war leider diesmal nicht selbst am Stand. Die Weine waren trotzdem wieder ein Erlebnis. So kann man sich Amphorenweine wirklich gefallen lassen ohne immer daran denken zu müssen, dass es gerade ein Hype ist und diese Dinger überall auftauchen und es anscheinend jeder Winzer mal versuchen muss. Inflation. Auch wenn ich Elisabettas oder Athenaïs’s Amphorenweine wirklich genießen kann und ich glaube, das es für manche Gebiete und Sorten ein Zugewinn sein kann. Nicht unbedingt, dass es noch besser wird, aber interessant und anders.
So wird es auf Dauer damit so werden wie mit den Barriqueweinen. Dort werden verschiedene Eichenhölzer oder verschiedene Fassgrößen eingesetzt, oder unterschiedlich lang der Wein drin gelagert, neue oder alte benutzt, oder einfach verschieden alte genutzt werden. Und alsbald werden Amphoren aller Größen, aller Tonsorten, Formen, mit verschiedenen Öffnungen und Verschlüssen, ober- oder unterirdisch eingesetzt. Und wie immer werden einige Winzer damit etwas Feines machen und andere eben nur einen Amphorenwein anbieten können.
Dann war da noch der neue Pinot griggio von Elisabetta. Eingige der Elsäßer Abarten haben mich schon in Erstaunen versetzt und den sonst etwas nebenher laufenden Grauburgunder gut aussehen lassen. Aber Elisabettas Grauer setzte denen noch einen drauf. Zum Schwärmen!
Welche Erkenntnisse haben sich drei Tage später gebildet, bestätigt oder verändert?
Das Beispiel von Alta Alella Cava Privat aus der Nähe von Barcelona soll einiges klären und steht hier ungerechter Weise stellvertretend für viele neu auftauchende EU-Bio produzierenden Weingüter. NOCHMAL : hier wird grober Holzschnitt gemacht um die Sachlage im Allgemeinen zu verdeutlichen und für die Problematik sensibel zu machen. Der Sachverhalt wird oft gar nicht bemerkt oder diskutiert. EU-Bio ist etwas anderes als N&P, und noch weiter von Biodynamik entfernt. Das in einen Topf zu werfen ist einfach blind. Deswegen ist die Diskussion über die Abgrenzung von Bio, biodynamisch und Vin naturel auch so wichtig. Es reicht nicht, sich nur auf den Geschmack zurückzuziehen. Damit funktionalisiert man Weintrinken und das Genießen und löst es von einem Gesamtzusammenhang völlig ab.
Also Alta Allella : Eine fast unüberschaubar große Menge an Schaumweinen. Dann noch Weiße und Süße…. Das ist mit ca. 50 Hektar machbar. Aber wirklich gut und in Bio? Wollen wir einmal annehmen, dass alle EU-Kontrollen bestanden sind. Über strengere Normen oder gar biodynamische Anbauweise wird bei Nachfrage nicht weiter nachgedacht. OT : „Wir machen EU-Bio“
Wer sich die Internetseite ansieht, kann die sehr hoch entwickelte Technik bewundern. Alles vom Feinsten und gut steuerbar. Ist alles nichts dagegen zu sagen. Schmecken tun die Sachen auch. Es gibt in der Vielfalt aber keine sehr großen Unterschiede. Egal ob andere Trauben, oder andere Lagen. Aber die Flaschen sind allererste Sahne. Die ganze Aufmachung zeugt von viel Sorgfalt beim Marketing. Muss wohl auch, wenn man an die Mengen denkt, die erst einmal verkauft werden wollen.
Wenn man genauere Angaben sucht, bekommt man freiwillig zuerst einmal nichts wirklich Relevantes zu lesen. Es erinnert ein wenig an Taktiken, die man eher von Microsoft kennt. Da muss erst massiv interveniert werden, bevor da Klartext kommt. Freiwillig gibt es oft nur Sprüche und Allgemeinplätze.
Wenn man dagegen als Beispiel das Chateau Falfas im Bordeaux nimmt, wo seit Langem (1988) auf immerhin 20 Hektar biodynamisch gearbeitet wird – und zwar mit Passion – steht zuerst einmal das im Vordergrund. Die Aufmachung des Weins ist da eher klassisch bieder. Es gibt an einer Hand ablesbare Sorten. Auch diese Weine schmecken – auch wenn erst in einigen Jahren wohl richtig gut – aber eine Tiefe und Reife wird gezeigt, die bei den Katalanen einfach fehlt. Der Wein erzählt Geschichten und sperrt sich manchmal, so einfach runter zu gehen. Dafür läuft er nach und hält sich. Je länger man ihn trinkt, desto interessanter wird er. Das ist eher das Gegenteil von den anfangs munter-frischen Erlebnissen, die aber nur durch schnelles Nachtrinken aufrecht erhalten werden können.
Diese Erlebnisse häufen sich bei den zwei Gruppen. Während EU-Bio oft in großen Mengen nette Unterhaltung bieten kann, die allerdings oft schnell fade und langweilig wird, sind biodynamische Weine im Gros tiefer und anhaltender. Es sind spürbare Veränderungen mit zunehmender Lüftung zu beobachten.
Für mich hat das mit der geistigen Einstellung, der ins Leben eingebundenen Ideologie zu tun. Wein machen im Biosektor – und beim Vin naturel noch mehr -, ist nicht einfach die technische und regelkonforme Umsetzung von Bedingungen. Da dabei komplexe Vorgänge zu beachten sind, kann dies nicht durch einen abzuhakenden Plan gemacht werden. Der kann niemals umfassend alles aufzeichnen. Das muss durch und durch verinnerlicht sein und geht bis ins sozial-politische Engagement. Wer sich einmal in der Vin naturel Szene umsieht und sich mit den Spitzenwinzern unterhält, merkt das recht schnell. Da ist Geschäft zwar notwendig aber steht nicht im Vordergrund. Das sieht man meist an den Ständen. Sobald einem die Ansagen und Erklärungen wie leblose Werbesprüche oder einstudierte Textpassagen vorkommen, sollte man Skepsis walten lassen und befindet sich meist vor einem größeren Anbauer der EU-Bio macht.
Das hat sich in den drei Tagen des Öfteren bestätigt und leider zeigt sich da auch, dass selbst renommierte Salons nicht perfekt sein können. Aber das kann ja leicht durch erhöhte Aufmerksamkeit ausgeglichen werden und man bedankt sich möglichst schnell beim Einschenkenden und geht weiter.
Eine andere Sache sind die Salons als Veranstaltung selber. Da gibt es große Unterschiede und die drei in Montpellier sind Frankreich neben den eine Woche später stattfindenden Salons um Angers und Samur herum wohl die konzentriertesten Ansammlungen an Qualität in der Szene.
Köln hat im letzten Jahr einen ersten Versuch gewagt, auch einen Salon auf die Beine zu stellen. Von einigen Besuchern hatte ich ja schon Kommentare dazu gehört und das waren nicht unbedingt Loblieder. Leider habe ich nun auch hier zwei Winzer angetroffen, die dort waren und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Das war wohl anders als sie es sonst gewohnt waren. Zu viele Trinker – zu wenig Fachleute,wenig Hilfe. Ich will ja nicht hoffen, dass diese einzelnen Meinungen repräsentativ sind. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen zuerst einmal ein paar gute Salons ansehen und mit den Organisatoren reden, um sich Tipps zu holen und dann eventuell auch die Interessen der Winzer berücksichtigen. Nun ja – jeder macht Fehler und man kann dazu lernen. Hoffen wir also für Köln.
Eine andere Sache ist hier zum ersten Mal für mich auffallend gewesen. 0g/L Restsüße!
In den letzten 20 Jahren hat sich einiges geändert. Das zeigt sich auch daran, dass es Domainen – wie unter anderem Plageoles – schaffen, Weine mit den indigenen Hefen 17 Alkoholprozente bilden zu lassen. Ohne weitere Zutaten. Weder durch Zusätze, noch durch Technik. Je sorgfältiger sich Winzer die sich dem Gedanken an Vin naturel verpflichten, um den Weinbestand kümmern und dort die Grundlage für potente Hefestämme legen, desto eher ist eine komplette Vergährung auf weit unter 1 g/L oder die Handhabung von großen Zuckermengen möglich. So sind mir schon in den vorigen Jahren 0g/L vorgekommen, aber dieses Jahr ist es einem ins Auge gesprungen. Eine Sache, die ich erst mal mit Skepsis registriere und prüfen werde. Dabei handelte es sich oft noch nicht einmal um Alkoholbomben. Analysedaten her also und Nachfrage bei meinen Referenzen.
Ob das schon mit den ersten Versuchen zu tun hat, mit natürlichen Mitteln zwar reifes Lesegut ohne große Zuckerwerte hinzubekommen um sich für die ändernden Bedingungen im Klima zu wappnen? Nicht jeder Winzer will auf neue und wärmeresistentere Rebsorten umsteigen. Das würde auch die komplette Weinwelt verändern. In Deutschland gäbe es dann keinen Dornfelder mehr, sondern saftige Tempranillos. Der Regent, der heute schon auf 14 % und mehr kommen kann, würde auch verschwinden. Mit solchen natürlichen Maßnahmen könnte man das Aussterben noch etwas hinauszögern. Für andere ist das technisch ja eh schon kein Problem mehr wie hier zu lesen.
Die haben aber auch keine Ahnung von Wein und sehen in einer Art fehlgeleitetem unbewussten göttlichen Glauben Nutzpflanzen und Nutztiere als Untertanen. Wie steht es mit Frauen? Oder Bewohnern von „Drittländern“? Aber wozu weit weggehen. Da braucht man sich ja nur die Arbeitsbedingungen hier ansehen. Hannah Arendt hatte leider so sehr recht mit ihrer Sicht der Technisierung der Arbeitswelt. Sehen Sie wie weit das Thema führt?
Im nächsten Bericht werde ich noch einmal aufgreifen, was auf dem Weltumweltgipfel COP21 letztes Jahr in Paris für uns Vinophile von Bedeutung sein wird. Inzwischen zweifelt ja niemand mehr an der kommenden Katastrophe. Aber dazu im nächsten Bericht mehr.
Zurück zu den Salons. Da war noch neben dem Wein das Essen. Alle drei Salons präsentierten sich da sehr unterschiedlich. Im Château de Flaugergues stand ein Streetfoodbus. Fritten und Burger. Aber was für welche! Für 9,90 war das vom Allerfeinsten. Entsprechend waren die Schlangen und Wartezeiten. Mehrere Anläufe waren nötig, um einmal eine Lücke zu finden. Auf der Domaine de Verchant dagegen wurde groß aufgefahren. Alles gratis auf 10 m Thekenlänge von ca. 8 Leuten serviert. Cassoulett mit gratiniertem Sauerkraut, Salate, Couscous, Käse, Nachtisch. Hohe Qualität und ebenso lange Schlangen. Im Leuchtturm gab es nichts Besonderes. Selbst die Winzer sind mittags außerhalb essen gegangen. Allerdings gibt es dort oben eine Bar die eine Käse-Schinkenplatte anbietet, die keine Wünsche übrig lässt. Die ist üppig bestückt und es gibt sogar Doggybags falls man es nicht schafft.
Vielleicht wartet man aber einfach auch und bleibt hungrig. Denn abends gibt es auf allen Veranstaltungen die Gelegenheit, ein Gängemenü von Spitzenköchen mit den Winzern zu buchen. Ich garantiere – zumindest gibt es dort ausreichend zu trinken. Taxi oder ein Hotel in näherer Umgebung wäre da praktisch.
Also – nächstes Jahr in Montpellier?

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