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13. Februar 2019 – 7:55

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Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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Ein Präsident wie man ihn sich wünscht !

Eingereicht on 25. Oktober 2011 – 19:09

Als ich kam, mühte sich Michel gerade damit ab, seinem Traktor mit kleinem Anhänger in einen Hangar zu fahren. Diese Aufgabe viel ihm offensichtlich schwer. Dafür war bisher auch der Mann zuständig, der noch im deutschen Fernsehen im Bericht über die Folgen der Klimaerwärmung mit Michel, auf der Domaine Traktor fahrend zu sehen war – sein Vater. Er war trotz längerer Krankheit bis zuletzt stützendes Mitglied der Domaine. Seine Ruhe, Erfahrung und Unterstützung gaben dem Anwesen einen besonderen Charme. Im August ist er gestorben und die Familie ist davon sichtlich gezeichnet.
Das Ereignis hat Folgen. So will Michel, der jetzt im vierten Jahr Präsident der wichtigsten Winzervereinigung Frankreichs ist, nur noch eine Amtszeit übernehmen um sich dann mit viel mehr Ruhe der Familie und der Domaine zu widmen.
Als der Traktor seinen Platz gefunden hat, ging es direkt ans Eingemachte. Bisher hat noch kein Winzer es so deutlich gesagt : 2011 ist ein Katastrophenjahr für die Roten. Michel nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht deutlich aus, was Andere erst beim Nachfragen oder hinter hohler Hand andeuteten. Durch die extremen Umschwünge war der Wein ständig in Stress. Die bestimmenden Werte von Säure, Zucker, Dichte, Aroma und Reife haben nie einen harmonischen Zusammenschluss gefunden.
Selbst der gute Start ins Jahr, mit ausreichenden Regenfällen im Frühjahr die für einen hervorragenden Austrieb sorgten, konnte da auch nichts mehr retten. Die Austrocknung der Trauben gegen Juli war schon so weit fortgeschritten, dass die heftigen Juli-Regenfällen zwar eine annehmbare Quantität ermöglichten, und die Hitzeperiode im August/September noch extreme Zuckerwerte brachte, aber die Aromatik fast völlig unausgeglichen ist.
Für uns von gaillac-et-voisins hat das direkte Konsequenzen. Wir werden uns verstärkt um die 2010er kümmern und die Besten bevorraten, um die kommende Lücke mit den 2011er zu überbrücken. Unser Hauptaugenmerk wird also bei den Roten den positiven Ausrutschern gelten die ja immer vorhanden sind – wie das Jahr 2003 ja schon gezeigt hatte. Diese Granaten werden dann den Weg nach Köln finden.
Weisse und Mousseux , sowie besonders die Doux dürften sehr gut werden.
Neben dem Jahresbericht, erhielt ich auch Einblick in die Zukunft der Domaine. Michel will das Sortiment deutlich umsortieren und damit auch den aktuellen Entwicklungen auf dem Markt Rechnung tragen. Zunehmend haben die Konsumenten wohl realisiert, das preiswerte Weine nicht das Gelbe vom Ei sind und suchen nun ihr Glück verstärkt im Mittelklassebereich. Dies hatte zur Folge, dass der Bereich zunehmend von Blendern infiltriert wird und so langsam in Verruf gerät. Die Verärgerung der Kunden die eine 14 Euro teure Flasche kaufen deren Inhalt dann so lala ist kann man sich vorstellen.
Die Konsequenz daraus : Michel nimmt seinen Mittelklassewein völlig aus dem Programm und wird in der oberen Klasse noch einmal deutlich zulegen. Kleinere Produktion durch noch stärkeren Rückschnitt und Sortierung, längere Lagerung und kühle Mazeration sollen noch mehr Ausdruck in seine Weine bringen. Diese Weine haben die 25 – >30 Euro-Marke als Ziel.
Im Gegenzug wird er einen preiswerten Wein „für die Nachbarn“ herausgeben der nicht in den Export kommt. Ausnahme wird wahrscheinlich gaillac-et-voisins sein.
Hiermit endet also unsere kleine Serie über die Ernte 2011. Freuen wir uns also zuerst einmal über die noch erscheinenden 2010er und denken immer an die kommende Versorgungslücke wenn wir einen leckeren entdecken.

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