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13. Februar 2019 – 7:55

Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

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Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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2/5 Helle Freude auf dem Salon!

Eingereicht on 18. April 2012 – 20:37

Wie im ersten Bericht kurz beschrieben, präsentierte Robert Plageoles einige Weine die getrost als Raritäten beschrieben werden können. Zwei der dort verprobten Weine waren von auf dem Salon anwesenden Winzern, die stolze Besitzer von kleinen Parzellen von ca. 0.5 ha mit 150 Jahre alten Rebstöcken sind, deren Erträge gerade mal 1500 Flaschen ergeben. Solche Bestände sind in einer Art und Weise Extreme, aber verweist vielleicht auch ein wenig auf den Esprit der auf dem Salon herrschte.
Viele der Winzer konnten Robert zustimmen und halten die Wein-Konservatorien, in denen bis zu 3800 alte, zum Teil mittlerweile unbekannte Rebsorten, gehütet werden, als Hort der Überraschungen und Sensationen die nur darauf warten neu (wieder-)entdeckt zu werden. Interesse an neuen Hochleistungsybriden mit 130 hl/ha Erträgen oder Mikrochip gesteuerter technologischer Verarbeitung scheint hier keiner zu haben. So konnte man an den Ständen auch einige Überraschungen erleben mit den Weinen die sich quasi selber machen und vom Winzer nur begleitet werden.
Erste Überraschung für mich war der Wein aus Anjou. Was soll das denn sein? Wir kennen das doch meist als halb süße Roséplörre aus dem Supermarkt. Der Rosé von der Domaine René Mosse ist alles andere als süßlich-sauer. „Mama Rosé“ bietet Säure nur im allerersten Moment des Eintritts und in kleinen Spitzen auf der Zunge die die Frucht schön betont. Dazu kommt dann auch noch eine spät auftauchende Note von Veilchenlakritze. Kann ich mir im heißen Sommer gut vorstellen. Seine Weißen bieten fein florale Kräuter oder herrlichste Pfirsich-Aprikose mit Trockenfruchtabgang und wuchtiger Fülle von Mineral mit herbem Rauch.
Weiß und trocken ging es auch weiter bei der Domaine Camin Larredya aus dem Jurançon. Jean-Marc Grussaute’s Weine werden getragen von der grandiosen Fülle und Qualität der Petit Manseng und dem fruchtigen Träger Gros Manseng. Die Weine sind ein Genuss wegen ihrer tollen Struktur und ihrer bombastischen Frucht die man zwar aus den Moelleux und Liquoreus kennt, aber in trockenen Weißen selten so findet. Wunderbar.
Da mithalten konnte auch die Domaine Gramenon. Maxime François Laurent ist der Winzer der noch 150 Jahre alte Grenache sein eigen nennt. Aber auch seine Weißen sind eine Überraschung. Der Viognier schockt intensiv mit Tabak/Rauchfleisch und der seltsamen Kombination von herb floralen Noten mit einem Hauch von Lakritze. Sein Name wird im Titel „Vie on y est“ verballhornt weil auch hier mal wieder die Prüfer der AOC-Abnahme die nicht konforme Qualität nicht erkennen können und dann der Winzer nicht das Recht hat die Rebsorte namentlich an zu geben.
Feiner und stiller wurde es bei einem Grenzgänger. Die Domaine Combier ist im Grenzgebiet zum Beaujolais beheimatet und der junge Winzer hatte 10 Jahre auf den Grands Cru Gütern im Chablis gearbeitet. Seine Erfahrungen mit Chardonnay umzugehen haben sich dort gebildet. Ihm war aber die Uniformität und Vordergründigkeit der Chablisweine trotz der möglichen hohen Güte und der mineralisch-sauren Betonung zu wenig. Seine Suche nach seiner Vorstellung einer vollständigen Chardonnay endete im Saint-Véran. Auf 5 ha und unterschiedlichen Terroirs werden mit einer Rebsorte Cuvées kreiert. Der „Mandeliers“ kommt schön glatt und feinherb rein, bietet mineralische Noten mit sehr ruhiger feiner Säure. Mehr Tiefe bietet dann der „La Bernaudiers“. Rauch nach hinten und schön fett kann man sich damit schön lange befassen. Arnaud Combier’s Weine waren in Köln schon vor Jahren auf der Karte des „Le Moissonnier“ zu finden, der zur Zeit Ziegenkäse von einem Hof in der Nähe von Albi anbietet. Kein Wunder!
Zwischendurch, auf der Suche nach Laurent Cazottes, dem Organisator des Salons, der mir ein Plakat des Salons überlassen sollte, entdeckte ich die zwei Weine die er selber produziert neben seinem Hauptgeschäft, der Destillerie. Der weiße Adèle, ein 100%iger Mauzac war ein netter kleiner Abstecher ins Gaillac. Den Weinen von denen ich hier noch gesondert nach den „Fremdgebietsweinen“ berichte. Reife Äpfel-Birnen-Aromen mit solider Grundlage. Erstaunlich wieder den Unterschied zu anderen Gebieten zu sehen, wo Säure doch eine immer neu zu interpretierende Rolle spielt. Die Weine im Gaillac tendieren da doch eher dazu fülliger fett-ölig mit gediegenen Trockenfrüchten daher zu kommen.
Letzter heller Wein heute ist ein Pacherenc du Vic-Bilh von der Domaine Labranche Laffont. Christine Dupuy präsentiert Rote und Weiße aus dem Madiran. Allerdings werden komischer Weise die Weißen als Appelation Pacherenc du Vic-Bilh geführt und nicht als Madiran, was nur den Roten vorbehalten ist. Es ist ein Sauvignon mit Sémillon. Beide Sorten kann man erahnen weil sie ihr Bestes geben und hier feinst zusammengeführt sind. Leicht feinherbe Agrumesnoten mit rauchig-fundierter Untermalung. Säure kaum zu spüren, obwohl das Gebiet nicht gerade sonnenverwöhnt ist für die südliche Lage. Man kann sich hier fast nicht entscheiden wen man lieber haben wollte, die Winzerin oder den Wein. Beide fast unwiderstehlich sympathisch.
Soviel heute zu den hellen Weinen. Übermorgen geht es dann zu den Roten und dann nach einem kurzen Resumée der Gaillacwinzer auf dem Salon zu den Interviews über das Schlagwort „Vins Naturels“.

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