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Prikelknöpfe - Ihr Privatkoch Stéphane Suarez

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18. April 2018 – 7:24

Prickelknöpfe,
ein wahres Geschmackserlebnis
Beim ersten Zerkauen passiert noch nichts Besonderes, außer, dass die Blüte leicht scharf schmeckt..

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Jung gereift – Ondenc blanc sec 2013

Eingereicht on 8. Februar 2016 – 21:58

Auf dem Blog ist ja schon an mehreren Stellen angesprochen worden, dass Vin naturel nicht mit normalen Kategorien einzuordnen ist. Weder bei der Produktion, noch bei der Verkostung.
Bei der Produktion sind so viele Faktoren mitentscheidend, was uns später in den Flaschen präsentiert wird, dass es keine vereinheitlichte Regel geben kann. Nichts hinzufügen, und nichts entziehen, wäre das letztendliche Ziel. Da muss aber auch der ganze Jahresverlauf mitspielen. So kann es manchmal passieren, dass am Ende kein herkömmlicher Wein heraus kommt, sondern etwas, dass unter „normalen“ Umständen als Fehlproduktion anzusehen wäre, wenn man von einem engen Begriff von Wein geleitet wird. Das zeigt sich bei diesem Weißen aus dem Problemjahr 2013 sehr deutlich.
Bernard Plageoles entscheidet durch einen einfachen Test, ob und wenn, wie viel SO2 er hinzufügen wird. Er lässt nach der Fermentation, wenn der Wein in die großen Wintertanks gepumpt wird, ein Glas offen einen Tag lang stehen. Je nachdem wie der Wein die Zeit übersteht, wird entschieden.
Ob der Test bei dem Jahrgang nicht funktioniert hat, oder ob die Beurteilung falsch war bleibt dahingestellt. Hier präsentiert sich jedenfalls kein 3 Jahre alter trockener Weißwein.
Was es letztendlich ist, kann nicht so genau gesagt werden. Wie oben erwähnt, würden viele den Wein als fehlerbehaftet ablehnen. So kann man sich auch etwas entgehen lassen.
Die Farbe verrät zuerst einmal nur den Vorschnellen etwas. Äußerst dunkel und schon mehr als honiggoldgelb. Doch wer kennt die Schattierungen der Traube und kann den Normalfarbton angeben?
Die Nase lässt den Vorschnellen dann schon das „Na – hab ich nicht gesagt!“ über die Zunge gleiten um wahrscheinlich dann schon geistig mit dem Wein abschließen.
Zu dem zweiten verwunderlichen Punkt kommen sie schon meist nicht mehr. Er riecht so schwer und schukkelt im Glas so ölig, das sich einem ein Süßwein aufdrängt. Reifer Pfirsich, etwas Mango, gelbe Pflaume. Das ist alles richtig aber auch zu vorschnell. Auch wenn einem das im ersten Angang im Mund bestätigt wird. „Niemals ein trockener!“ Da sind doch noch mindestens 20 g Zucker im Spiel. Hat Plageoles hier das Etikett verwechselt. Es gibt ja auch einen Ondenc in süß!
Aber nein – hier spielt einem die Kombination von Aroma, Materie und Oxydation – die hier mit feinen Walnussnoten und einem wunderschönen Bitterton entgegen tritt – einen Streich.
Wie soll man solch ein „DING“ denn nun angehen? Alles schief gegangen?
Hier muss jeder für sich entscheiden. Dieser Wein zeigt, wie schwer man es hat, wenn man mit zu fixen und rigiden Vorstellungen an den Inhalt einer Flasche geht. Einordnen und vergleichen ist ja spannend und gut. Aber wenn am Ende eine Norm Maß ist, verliert man jegliche Offenheit und Abenteuerlust. Als trockener Weißwein kann diesen Wein kein Koch der Welt nutzen. Aber wer sich dem Wein öffnet erkennt Aromen in einer ungewöhnlichen Kombination und in einer äußerst klaren und sauberen Stilistik. Und die würden jedem Koch der Welt andere Dimensionen öffnen.
Mir macht der Wein – oder was immer es auch sein soll – enorme Freude in diesem Zustand. Ganz klar ist er nicht lagerfähig, weil er eindeutig oxydiert. Er hat sich im letzten Jahr schon enorm verändert. Wer ihn also noch im Keller hat, sollte bis auf zwei Flaschen nun alles trinken wenn er sich vom Gedanken an einen trockenen Weißwein freimachen kann. Da er bis jetzt aber noch nicht gekippt ist und auch keine Anzeichen dazu macht, würde ich ihm die Chance geben, mir auch neue Horizonte zu zeigen. Denn das wird in einem Jahr oder mehr passieren. Wagemut zeigt auch wahres Interesse und Erfahrungen dieser Art macht man nicht allzu oft.
Viel Spaß damit.
Ondenc 2013

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