Es geht weiter. Wir müssen aus kalkulatorischen Gründen die bisherige Form der Käse-Wein-Proben bis auf weiteres ausfallen lassen. Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Ihr Gourmetschmiedeteam.
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Les sureaux sont des plantes herbacées voir des petits arbustes de quatre mètres de hauteur à fleurs blanches.

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Karl E. Brunk – Weinimport (Upd.IV Dez.15)

Eingereicht on 15. Januar 2011 – 13:25

Ich würde mich als ambitionierten nanogeografischen Weinscout bezeichnen, der mit romatisch-idealistischen Anklängen versucht, Wein als Kulturgut und nicht als Konsumgut zu sehen und zu vermitteln.
Feste Überzeugung ist : in jedem noch so kleinen Weingebiet gibt es hervorragende Winzer und Weine, die einen Vergleich mit den „großen Weinen“ nicht zu scheuen brauchen. Ebenso bin ich aber auch davon überzeugt, dass solche Weine – wenn überhaupt – nicht über die normalen Wege ihren Weg nach Deutschland finden können.
Nächste Überzeugung : über Geschmack muss man streiten. Individuell kann ein Endurteil unbestritten sein : „schmeckt mir“ oder „schmeckt mir nicht“, aber dieses Urteil sagt nichts über die dem Produkt innewohnende Qualitäten aus. Und ja – da klingen schon wieder Reste von romantisch-idealistischen Anschauungen durch, die tatsächlich zur Behauptung führen, dass man beim Wein durch differenzierte und konzentrierte Aufmerksamkeit an dessen grundsätzliches Wesen rühren kann. Vorbedingungen für diese Entdeckung sind auf jeden Fall neben anderen : Leidenschaft und Entdeckerdrang.
Diese Ansichten führten auch zur Zusammenarbeit mit Hermann und Stéphane. In unserem Projekt „Gourmetschmiede“ soll aufgezeigt werden, wie man wieder zu ursprünglichen Qualitäten finden und diese sogar selber herstellen kann. Indem man seine Leidenschaft durch fundierte Kenntnis von Mitteln (Produkten) und Techniken, gezielt zur Kreation von Endergebnissen führt, die einem ein perfektes Genusserlebniss bereiten.

Update I Juni 2013 : Nach 2 Jahren Gourmetschmiede und 15 Jahren Weinprobenveranstaltungen sind zwar einige Dinge ins Wanken geraten, aber andere auch bestätigt. Erschreckend ist eine zunehmende Beliebigkeit und eine seltsame Verbindung von Ignoranz und Aphatie. Das wir uns in einer sehr schnellebigen und komplexen Zeit befinden und manchmal die Ruhe zu fehlen scheint, sich mit Dingen intensiv zu beschäftigen, führt anscheinend zu einer Art Aufgabe (im Sinne von Resignation) oder vielleicht noch schlimmer, zu einer seelenlosen Übernahme von Meinungen und Argumentationen ohne darüber (es fehlt da ja auch die Zeit) nachzudenken. Gerade beim Wein wird man da auf Messen oder Weinblogs an die Grenzen des Erträglichen geführt. Die Prämissen der dort gemachten Aussagen und die immanente Aussagelogik werden nie direkt ausgesprochen. Außerdem werden oft zu sehr ungeprüft Aussagen oder gar nur halb Gehörtes ins Feld geworfen.
Erfreuliches gibt es allerdings auch zu bemerken. Die Weinproberundenprobanden werden immer sicherer in der Unterscheidung von eigenem Geschmack und Geschmack des Weines. Beides hat ja nur entfernt etwas miteinander zu tun. Um die Güte eines Weines erfassen zu können, muss man zwar sehr genau seine persönlichen Vorlieben kennen, aber auch davon absehen können. Das klappt recht gut und bringt auch mehr Sicherheit, fremde Weine einschätzen zu können, wenn das in Ruhe und mit Muße geschieht.

Update II November 2013 : Ein Blogbeitrag von Hendrik Thoma, bei dem Tim Schmelzer zu Gast ist um sein Hamburger Projekt vor zu stellen, veranlasst mich noch einen wichtigen Punkt zu erwähnen, der doch immer wieder in Gesprächen auftaucht und durch zuviel Respekt und Unsicherheit geprägt, zu einem Wischi-Waschi-Gefasel verkommt. Hier wird Klartext benötigt. Es geht um die ewige Diskussion über den monetären Gegenwert eines Weines. Auch in dem angesprochenen Blogbeitrag wird nur vorsichtig in Nebensätzen darüber gesprochen, aber immanent als Eindeutigkeit festgeschrieben. Wer sich ein wenig mit den Wirschaftsnobelpreisen beschäftigt weiß, daß es im heutigen Kapitalismus keine Relation zwischen Preis, Produktionskosten und schon gar nicht zur Qualität gibt. Ist also ein Petrus für 2500 Euro „seinen Preis“ wert. Natürlich! Nur nicht wegen einer in Relation stehenden höheren Qualität! Und da wird dann oft von Experten eine irgendwie geartete höhere Komplexität, feinere Nuancen, größere innere Stimmigkeit ins Feld geführt. Das bleibt immer schwammig und ein Verständnis wird zusätzlich erschwert durch einen notwendigen – direkt nach oder vor geschobenen – Kenntnisstand. Dieser wäre nötig, um die „wahre“ Qualität zu erfassen. Da ist man dann fein raus. Man kann sich selber als toller Kenner outen, ohne die Gefahr ein zu gehen, in Erklärungsnöte zu kommen. Das ist naiv. Die Welt ist heute anders und sollte auch als solche gesehen werden. In der Weinwelt – genauso wie im Sport – ist diese Idylle von Fairness eine Scheinwelt. Diese Kritik sollte nicht mißverstanden werden und nicht den Umkehrschluß zulassen, man könne solche Weine auch für kleines Geld bekommen. Davon bin ich weit weg und sehe die gesamte Billigproduktion als auch zu kritisierenden Gegenpol. Die ebenso immer auftauchende Behauptung, ein Wein für unter 3-4-5 Euro könne auch gut sein, ist ebenso absurd. Einzig zu behaupten wäre, daß man nach dem Trinken (Genießen kann da wohl echt nicht gesagt werden) nicht direkt tot umfalle. Auch hier hat sich eine von Hoffnung getriebene Idylle eingeschlichen. Ich frage mich oft, warum keiner von den „Experten“ über die wirklichen Produktionsweisen offen berichtet. Es gibt Winzer, die auch für kleines Geld eine irrwitzige Arbeit in ihren Wein stecken und der es dann auch wert ist. Aber wir reden hier, sobald wir über Supermarktweine reden, nicht mehr über kleine Produktionen. Wer da immer noch an das Gute glaubt, dem kann vielleicht auch nicht geholfen werden. Auch da sind alle gefordert, mehr zu differenzieren und klar dar zu stellen, unter welchen Umständen und bei welchen Mengen preiswerte Weine gut sein können.

Update III September 2014 : Jetzt ist fast ein Jahr vergangen und wieder einmal hat Hendrik Thoma es geschafft, das Thema des letzte Jahres aufkochen zu lassen. Seine Folge 191 provozierte meinen Kommentar Was solls – runter damit! Aber mit Spass?. In dem Jahr hat sich in der Hinsicht nicht viel getan. Auf meinen Proben sehe ich an den Reaktionen, wenn es auf das Thema kommt, immer noch Hoffnung, das die ganzen Fakten doch nur Extreme oder Ausnahmen sind. Die Hoffnung stirbt halt immer als Letztes.
Andererseits verdichten sich immer weiter andere Anzeichen. Das Ergebnis der großen Weissweinprobe im September und die dort gemachten Äußerungen der Teilnehmer bestätigen immer häufiger auftauchende Berichte auf Blogs über wirklich tolle Weine die den Spaß machen, den Herr Thoma so sehr betont. Diese Weine sind nicht unbedingt hunderte Euro oder mehr teuer. Aber es ist auch kein einziger dabei der so mit glückseeligen Tränen im Auge und jede Skala sprengend beschrieben wird und unter 30 Euro kostet und was noch wichtiger ist, es meist Weine sind, die mit dem biologischen Gedanken oder gar Vin naturel verbunden sind. Unsere eigene Probe stellt noch einmal deutlich heraus, dass „ehrlich“ gemachte Weine ein passendes Preisgefüge haben und die Abstufungen ohne Überredung und Manipulation nachvollziehbar sind. Alles Folgende bezieht sich also nie auf Weine aus konventionellem Anbau und über die normale Vermarktungsschiene vertriebene Weine. Die Preisstaffeln sind natürlich gleitend, aber wirkliche Ausnahmen zu finden, die sich der Staffelung entziehen sind sehr selten. Eher zu finden sind die Weine, die trotz des Preises nicht in die Klasse passen und denen es an Qualität mangelt. Preis ist also auch keine absolute Garantie.
Erste und wichtige Feststellung : unter 5 Euro kann kein ehrlich gemachter Wein im Handel stehen! Wir sprechen nicht von Hofpreisen!
Bis 7-8 Euro bekommt man etwas Trinkbares. Aber man muss kein andächtiges Nachschmecken oder gar den Versuch von Schwelgen anfangen. Es gibt einen gleitenden Übergang bis zu 12 Euro. Dort kann es nette angenehme Weine geben. Eindeutig ist aber zu den unter 7 Euro-Weinen ein Qualitätssprung zu Weinen der 12 – 18 Euroliga zu bemerken. Hier differenziert sich die Aromatik in Nase und Mund, es kommt Länge in den Abgang und das Gefühl von Wert entsteht. Wieder gibt es einen Übergangsbereich bis 25-28 Euro. Das ist vielleicht der Bereich der am Interessantesten ist, weil man hier echte Volltreffer landen kann. Ein großes Feld für Entdecker und Sucher. Danach allerdings kommt die Klasse, die Großes liefern kann. Eindeutig sich absetzend von Weinen unterhalb 18 Euro auch wieder die Weine ab ~28 Euro. Hier kommt eine Fülle und ein Facettenreichtum ins Spiel, den die anderen nicht liefern können. Große Eleganz kommt dazu. Eine Stimmigkeit, die sich durch alle Phasen des Genusses zieht. Dann können Erlebnisse wie dieses zustande kommen -> Nico Medenbach zu Clos Rougeard. ~60 Euro und damit weit unter einem dreistelligen Betrag. Klar – bei dem Preis könnte man fast den gesamten Bestand an Prosecco einer kleinen Aldifiliale aufkaufen. Aber würde die Menge das Vergnügen und das Erlebnis ersetzen können? Und wie lange könnte man dann noch andere Weine genießen?

Update IV Dezember 2015
Wieder ein Jahr um. Die Überzeugung, dass ein Wein in seiner Güte nachvollziehbar erfahrbar gemacht werden kann ist ungebrochen. In den Probenrunden entwickelt sich allmählich auch ein erstaunliches Gefühl dafür selbst schwierige Weine, die man im Schnellschluss als fehlerhaft oder unausgegoren abtun würde, zuerst einmal ernst zu nehmen und versucht Fehler namhaft zu machen. Das macht manchmal Schwierigkeiten, weil es sofort auf einen selbst zurückfällt und man bemerkt wie der eigene Gusto sich wieder als Maß aller Dinge in den Vordergrund spielt. Der Fehler war, das mich das in meinen Gewohnheiten unbehaglich fühlen lässt. Doch da kann der Wein ja nichts für. Erstaunlicherweise entwickelt sich manchmal aus der Auseinandersetzung eine wahre Liebe. Gut so!
Auf einem anderen Gebiet allerdings steigert sich zwar die Kenntnis, aber eine Art Generalschlüssel scheint immer weiter entfernt. Es geht den Versuch, Faktoren, Grundbedingungen oder wenigstens Anhaltspunkte für ein Rezept für guten Wein zu finden. Welche Rebsorte auf welchem Grund in welcher Region wäre nur ein rudimentär einfacher und völlig schwachsinniger Versuch. So kann man getrost Sätze wie „der beste Syrah kommt natürlich von der Rhone und …“ oder „Pinot ist die Krone der Roten“ oder „der Riesling ist das Nonplusultra der Weißweine“. So kommen einem die Sätze schon blödsinnig vor. Leider hat man damit in Gesprächen doch immer wieder zu tun.
In den intensiven persönlichen Gesprächen mit den Winzern und einem fast manischen Konsum von Weindokus, ist im letzten Jahr die Komplexität des Geheimnisses „Wein“ ins Unendliche gehoben worden. Das gilt ebenso für die klimatischen Einflüsse, wie für rebsortenspezifische Eigenarten und deren Einflüsse, Bodenbeschaffenheit in kleinstem Maßstab, als auch für jedes Tun und Lassen des Winzers von den ersten Arbeiten auf dem Feld, bis zur Auslieferung des fertigen Weins. Ganz zu Schweigen von eventuellen Einflüssen von Mond- und/oder anderen Phasen. Keine Chance irgendeine Variation von Geschmack dingfest zu machen. Es sind nicht einzelne und auch nicht zwei oder drei Hauptfaktoren, die ausmachen, wie der Wein letztendlich ist. Das hilft allerdings auch, sein Augenmerk wieder konzentriert auf den fertigen Wein zu lenken, weil man sich mit dem Geschwafel über Dies und Jenes nicht mehr ablenken lässt.
Heftiger geworden ist meine Reaktion auf konventionelle Wein und der Meinung, dass es da auch gute gäbe.
No way! Das perfide Schönreden von einem Produkt, das mit hemmungsloser krimineller Energie ohne Rücksicht auf Verluste produziert wurde, muss beim Bewerten von Wein auch berücksichtigt werden. Jeder kann sich eigenverantwortlich damit vergiften – sollte dann aber bitte auch der unumschränkten Sterbehilfe zustimmen. Aber selbst wenn sich Winzer einem anderen Weg zuwenden, reicht das vielleicht noch nicht aus. Auch das soziale Gesamtengagement sollte vielleicht eine Rolle spielen.

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