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13. Februar 2019 – 7:55

Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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Der neue Vila Nova ist angekommen

Eingereicht on 11. Januar 2014 – 15:58

Seit zwei Wochen lese ich jeden Tag im Eingangsordner die Mailnachricht : „Nous vous informons que vous pouvez venir retirer votre bouteille à la distillerie à partir du 26 décembre.“ Heute war es endlich soweit. Villeneuve ist ja nicht um die Ecke – immerhin fast 35 Minuten Fahrt. Glücklicherweise kam das Timing gut hin und um 5 vor 12 kreuze ich auf der Rückfahrt Cahuzac. Während der Fahrt war mir schon klar, dass heute an irgendeine Art Arbeit nicht mehr zu denken ist. Wenn das denn dann schon so ist, kann man auch dick auffahren. Ein Stopp in Cahuzac’s außergewöhnlicher Epicerie lohnt immer. Und um sich einen gemütlichen Nachmittag zu machen, mit einem neu eingetroffenen Whiskey, der noch von der Vorabverkostung in Erinnerung geblieben ist, fehlt nur etwas Süßes. Diesmal konnte ich noch zwei sehr animierende Teile finden : ein Törtchen Pralinécreme und eins mit Mandel-Birne-Pate. Dazu gibt es dann noch einen Moka Limu aus Äthiopien von unserem Hausröster. Das sollte doch reichen.
2,54m lang 100kg schwer
Da ich ja wieder im glücklichen Besitz eines speziellen Verkostungsglases bin, war das erste Experiment, wie das Glas mit schärferen Sachen funktioniert. Ich schwöre ja auf dessen Qualitäten für jegliche Art von Wein und bin immer wieder überrascht, was das Glas herauskitzeln kann.
Diese Abfüllung kam also am 21.12.2010 ins amerikanische neue Eichenfass um zwei Jahre später in ein Edelsüßenfass von der Domaine Rotier umgefüllt zu werden. Bei der Vorprobe im März konnte man ja schon die Qualität dieses Ansatzes erahnen. Eindeutig kamen die Aromen der weißen Rebsorten für den Doux heraus. Die amerikanische Eiche gab Wärme und Vanille.
Und was soll ich sagen – es scheint auch bei Whiskey zu funktionieren. Ein Schwall von warmem naturbelassenem Torf in warmer Mittagssonne kommt mir zuerst entgegen. Es riecht nach mehr als den angegebenen 43 %. Das hindert einige kurz aufflackernde Eindrücke daran, sich länger zu halten. Passionsfrucht, Birne, Walnuss sind zart im Torf eingebettet. Die Farbe – nebenbei bemerkt – ist gigantisch. Entspricht vollkommen diesem warmen Grundton und spiegelt den weichen Moment herrlich wider. Ich finde die Bemerkung auf dem Etikett, von wegen leichter Filterung und der dadurch sich zeigenden leichten Trübung für ein Understatement ohnegleichen. Das sind Breitbandgraduationen von hellster Eiche bis goldenem Kupfer und dunklem Honig.
Entree – fast unmerklich. Für fast 10 Sekunden – soweit man es ruhen lässt – nur ein Eindruck von Gelee. Dann eine kurze heftige Attacke von Schärfe die einen Speichelfluss in Gang setzt, der genau das richtige Maß an neutraler Flüssigkeit zusetzt, um die Aromen explodieren zu lassen. Es gibt ja immer wieder aufflammende Kriege der Puristen mit den Wasserzusetzern. Das Hauptproblem ist dabei ein Wasser zu finden, das die Sachen freisetzt ohne eine Veränderung zu bewirken. Meine Meinung : ich bin grundsätzlich Purist und denke auch hier mit vollstem Vertrauen auf eine natürliche Entwicklung, dass im Mund genau das richtige passiert. Der Speichel machst und bringt eine Entwicklung in Gang, die man niemals mitkriegen kann, wenn man vorher schon Wasser zufügt.
Für mich ist es analog zum Wein. Immer etwas zu kühl servieren. Im Mund ist innerhalb von Sekunden die richtige Temperatur erreicht. Die Explosion der Aromen kann nur so direkt und in aller Wucht wahr genommen werden. Und das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Hier sind es Pfeffernoten mit Mandel und Haselnuss, die den Ton angeben. Ein wenig Stangensellerie mit Liebstöckel und Koriander. Immer auch feine Noten von Vanillestangen und Tabak. Dieser Whiskey erschließt sich den Mund. Nach dem zweiten kleinen Schluck ist jegliche Schärfe verschwunden und der Geschmack entspricht in völliger Übereinstimmung dem Duft. Weich, rund, warm, nussig.
Jetzt bin ich noch auf die Törtchen gespannt.
Kleiner Nachtrag. Als Begleiter nach Kaffee-Kuchen ist der Stoff eine Sensation. Diesen Whiskey hätte man problemlos in eine Menüfolge einarbeiten können. Leider haben wir hier ja das gleiche Problem wie bei manchen Jahrgängen beim Wein. Da muss früh entschieden werden. Aber ich kann eines versprechen : die Abfüllung die im Dezember 2014 erfolgt, wird seinen Weg nach Köln finden. Auch wenn es nur einige Flaschen sind, da es restriktive Einkaufobermengengrenzen gibt. Also wem das Wasser im Mund zusammenläuft aber auch Geduld hat, der sollte einen Besuch bei Hermann im Depot machen und seine Wünsche äußern.
Euch auch ein wunderschönes Wochenende.
P.S. Der Name Vila Nova entspricht natürlich dem Herkunftsort Villeneuve. Das ist patois. Ebenso der Titel „Gost“, was soviel wie Geschmack bedeutet.

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