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13. Februar 2019 – 7:55

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Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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Petit Salon des Vins Bio – Teil 1

Eingereicht on 6. Dezember 2011 – 0:44

Wie immer am ersten Dezemberwochenende treffen sich die meisten der biologisch anbauenden Winzer in der Abbaye Saint-Michel de Gaillac um dort in den Räumen der Maison du Vin ihre Weine einem breit gestreuten Publikum vor zu stellen.

Eingang zur Abbaye

Eingang zur Abbaye und dem Salon


Dieses Jahr wurden verstärkt die jungen hervorragenden 2010er erwartet. Leider machte eine meteorologische Erscheinung dem Ganzen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Für dieses Wochenende waren einsetzende Regenfälle erwartet worden, die die gesamte Woche anhalten sollten. Der Umschwung kam genau zur samstäglichen Eröffnung und brachte einen Luftdrucksturz der sich am Sonntag dann auch bei empfindlicheren Gemütern in heftigsten Kopfschmerzen äusserte.
Winzern ist das Phänomen bekannt und sie fürchten es weil die Weine darauf seltsam reagieren. Sie entwickeln kein Bukett und im Geschmack differenzieren sich die Aromen nur behäbig aus. Dazu kam von anderer Seite auch noch, dass diese Tage nach dem antroposophischen Kalender sehr ungünstig für eine Verkostung waren. Und ob man es wahrhaben wollte oder nicht, tatsächlich war es eindrucksvoll, wie Weine, die noch in der Vorwoche in Köln bei unseren Veranstaltungen Jubel hervor riefen, nun hier unter diesen Umständen Mühe hatten, dem auch nur Nahe zu kommen.
Somit blieb meine Liste der besonders eindrucksvollen Weine an den zwei Tagen auch sehr kurz. Dennoch konnten sich einige Weine auch unter diesen Bedingungen behaupten und rund um den Wein entwickelten sich interessante Beobachtungen und Gespräche.
Vier Winzer diskutieren heftig die Lage

Vier Winzer diskutieren heftig die Lage


Da es am ersten Tag erst um drei Uhr los ging, waren an diesem Samstag nur die Weissen, Mousseux, Doux und weisse Besonderheiten vorgesehen.
Fünf Mousseux bildeten den Anfang und zeigten direkt die Spannbreite von Möglichkeiten. Drei Weisse und zwei Rote von Peyres Combe, Domaine de Cantalauze, Domaine de la Tronque und von der Mas Grougniou. Der Astrolabe von Cantalauze und Friselis blanc von Peyres Combe glänzten mit feinster Perlage und blütenfirschen Aromen. Der Astrolabe schiebt dann noch einen zur Heiterkeit verleitenden Schwall von fruchtiger Lakritze hinterher. Das war hier eine wirkliche Überraschung weil man sich dem Charme dieser Attacke nicht entziehen konnte.
Der von Tronque war etwas herb, konnte aber mit einem langen und anhaltenden Abgang punkten. Friselis rot – wie immer ein Bank, allerdings in diesem Jahr mit deutlich weniger Aromawucht als der Vorjahrgang. Yehoram präsentierte dort seinen ersten Mousseux. Ein roter Zweierverschnitt aus Braucol und Syrah. Da muss noch geübt werden. Er entwickelte nur für Millisekunden Perlen und ist so eine schwache Ausführung des Gayasco von Bois Moisett. Yehoram, der bei Bois Moisett lange gearbeitet hat, muss Philippe vielleicht noch mehr auf die Finger schauen.
Sieger auf diesem Tisch sicherlich der Astrolabe und Friselis blanc.
Bei den Nichtfass-Weissen standen 8 Konkurrenten auf dem Tisch. Auch wenn es an dem Tag schwer war, sich zu profilieren, so muss leider eins gesagt werden : der 2010er Jahrgang zeigt eindeutig, dass sich auch bei den Weissen die Aromen durch die geänderten klimatischen Verhältnisse verschieben und ändern. Mauzac und Loin de l’Œil sind fast nicht zu erkennen. Beide neigen in dem Jahr zu einer rauchigen Herbe. Mauzac mindert sein starkes Apfel/Birne-Aroma und der Loin lässt die frisch-sauren Agrumes-Aromen nur verdeckt zu und nähert sich fast einem Sauvignon, der hingegen hier jetzt mehr Frische entwickelt. Der Tisch hatte echt Schwierigkeiten bereitet und einzig hervorzuheben ist vielleicht der Drôle de Dame von de la Tronque der einen lustig verwirrt zurück lässt, weil Bukett und Geschmack einen immer etwas anderes erwarten lassen. Der Wein macht Spass.
An diesem Tisch zeichnete sich auch schon eine andere Sache ab. Die zwei Domainen Château de Mayragues und die Domaine de Pialentou bestachen an allen Tischen durch eine strikte Einhaltung eines Stils. Alle Mayragues sind sehr nette gut gemachte Weine. Sie sind in keiner Weise sperrig aber auch nicht überraschend. Man bekommt, was man erwartet. Leider wirkt das dann auf Dauer etwas bieder. Anders die Doamine Pialentou, die eher durch eine zu grosse Sperrigkeit auffällt. Alle bis auf einen Roten kippen immer in eine grosse Herbe und hinterlassen den Eindruck von Unreife. Manchen mag das als ruppiger Wein gefallen aber ich lasse deren Weine, sowie die von Mayragues im Bericht aussen vor.
Bei den Fassweissen konnte einem dann warm werden. Alles vom Feinsten. Hier schien das Klima an dem Tag ohne Einfluss zu sein.
Sowohl Ame et Lie von Tronque als auch Peyres Combe’s Peyresec, Mas Brunet’s Barrique und die von Causse Marines präsentierten Zacmau und Dencon zeugten von der Kraft und Tiefe der hiesigen Weissen. Enorme Würze, saftig-fett und differenziert-vollmundig kommen alle in unterschiedlichem Stil daher. Wir werden das vielleicht auch einmal im Kölner Lager zum Thema machen und einen Samstag diese Knaller vorstellen.
Bei den Doux landete dann schon die Bemerkung „ich bin knülle“ auf meinem Notizzettel. Die Restzuckerwerte auf dem Tisch setzten einem echt zu. Victor’s (Peyres Combe) Flaveurs d’Automne von 2005 war hier der Spitzenreiter. Süße, Aromadichte, Tiefgründigkeit in Perfektion. Nicht weit dahinter der Astrogale von Cantalauze. Erstaunlich wie gut der einfache und preiswerte Cailloutis mithalten konnte. Fein strukturiert und mit einer schönen Frische ein guter Einstieg in diese Klasse.
Jerôme von La Vieux Saule

Jerôme von La Vieux Saule


Den ersten Tag abschließend kam der Tisch „Insolite“. Dort waren drei, im wahrsten Sinne des Wortes, ungewöhnliche Spezialitäten aufgestellt. Ein uns gut Bekannter : der Blaireau von Causse Marines, zu dem man nicht noch mehr sagen muss. Ein Moelleux mit 28g Restzucker. Eine Spezialität die man ursprünglich im Gers findet und einen schwärmen lässt.
Der Cuvée Jonquille von Cailloutis – ein 7 Jahre im Fass gezogener Mauzac – könnte in der Klasse hochwertiger Porto oder Jerez eingestuft werden, ohne allerdings mit hochprozentigen Zusätzen aus zu kommen. Die herrliche Oxydationsnote ist zuerst ungewohnt und sorgte an dem Tisch mit zwei anderen Süßen für einige Verwirrung. Allerdings bekamen Portfans strahlende Gesichter.
Der Dritte im Bunde war der Le Mue von Mas Brunet. Ein Edlesüßer, der immer noch leicht moussierend und ebenfalls in Ansätzen oxydiert ist. Im Gegensatz zum Cailloutis behält dieser seine Frische und Aromatik. Drei Produkte die so vielleicht sonst nirgends zu finden sind und die Spannbreite der Kreativität der Winzer/innen hier unterstreicht.
Phillipe bei den Insolite

Phillipe bei den Insolite


Der Tisch „rouge souple“ läutete den zweiten Tag ein. Dort fanden sich 7 Weine von denen der Braucol von Vieux Saule neben den uns bekannten Midi et Soir und Pradels besonders auffiel.Mostig frisch nach altem Holz riechend entwickelten sich im Mund direkt klare und heftige Beerenaromen. Trotzdem bleibt er leicht und frisch. Sehr angenehm. Der Besuch auf der Domaine steht ja seit der letzten Biocybele schon fest und Jerôme zeigt zunehmend Souveränität in seinem Stil.
Auch der einfache Cantalauze Base von 2010 kommt herrlich fruchtig frisch und entwickelt eine andauernde Nachhaltigkeit.
Wir hatten ja schon mehrmals Weine die einen Geschmack oder Geruch entwickelten, der deren Lagerumgebung entsprach. An diesem Tisch wurde der 2011er von Bois Couyoul vorgestellt. Bruno macht seit zwei Jahren Wein. Neben seiner Produktion von geräuchertem Schinken, mit denen er auch auf der Biocybele zu finden ist. Das seine Weine einem immer den Eindruck von geräuchertem Fleisch vermitteln soll dann nicht verwundern. Für uns scheiden die Weine allerdings damit aus.
Tisch zwei brachte die Klassiker. Rote die dem typisch Erdig-Beerigen entsprechen sollen.
Der Rote „Histoire“ von Mas Brunet moussierte noch leicht und kam zu dünn daher. DerRote MeriLot von Matens hatte auch ein leichtes Moussieren, schien zuerst zu leicht, wurde aber zunehmend anhaltend und fein fruchtig.
Cailloutis hatte es an dem Tag echt schwer und konnte sich nicht entfalten, ebenso wie der La Tronque, der einen Reduktionsgeruch frei ließ, der einem nur schwer die frisch-fruchtigen Aromen erahnen lassen wollte. Gleiches bot der 10er Peyrouzelles und flog damit ebenso aus der Wertung. Erste Highlights kamen mit Bois Moisett’s Marguerite und Rinsotte von 09. Tiefschwarze Farbeleichtes Liebstöckel beim Marguerite und frische Freude und Harmonie von Kirsch-Lakritz beim Rinsotte. Getopt konnte das nur werden vom 09er Libre Expression von Cantalauze. Schwarze Beeren in großer Dichte, Moosboden, Eleganz, Tiefe.Eindrucksvoll !
Daneben noch der La Combe von 06. Inzwischen gut durch, präsentiert er ruhig und dezent das, was ein klassicher Gaillac zeigen kann. Frucht, Erde, Frische und Tiefe miteinander verbunden.
Tisch Drei bot dann die roten Eichenfassweine an. Es war leider auch der Tisch, dem das Wetter viel zu schaffen machte.
Der Carpe Diem von 09 schaffte es dieses Jahr leider nicht in die Bestnoten. Die Grundlage ist da, aber ihm fehlt ein wenig die Confiture und das Fette.
Einzig heraus zu heben sind hier 2 Weine. Wie im letzten Jahr der Insolence von Cantalauze, der als 09er als einziger ein volles Bukett präsentieren konnte. Brombeer, Heidelbeer und schwarze Kirschen die auch im Geschmack durchkommen und gut mit Tannin unterlegt sind. Vielleicht einigen Leuten etwas trocken nach hinten raus.
Der Salamstens alaikoum von 08 dann das reine Vergnügen. Ein Wein der von tiefsten Tiefen erzählt, schwarzen Trockenfrüchten und weich und elegant daherkommt. Alles schön dicht ausdefiniert. Klasse 1a und mal wieder nur 480 Flaschen Jahresproduktion.
Den Abschluss bildete der Tisch für die kräftigen Roten. Das war dann eher eine Notlösung um den dritten Tisch nicht zu sprengen. Dort tummelten sich alte Bekannte : Cuvée Merens und Vieille Vigne von Bois Moisett, der Rasdu von Causse Marines und der Syrah Leone vom Schinken-Bruno.
Der Syrah Leone kam nett und rund rein, hatte aber leider keinen Körper. Erfreulich war, dass man den Schinken nicht bemerkte.
Der Merens bot Liebstöckel in der Nase und eine feine Struktur. Kräftig stelle ich mir allerdings anders vor. Der Vieille Vigne von 09 war an dem Tag digital. Die einzelnen Bestandteile waren nicht miteinander verbunden und vielleicht ist das der Not zu zu schreiben. Weil der 08er Jahrgang ausgefallen war, wird er nun zu jung präsentiert. Wir haben aus diesem Grund auch schon die letzten 07er Bestände für Köln aufgekauft, um die Zeit zu überbrücken bis der 09er die nötige Reife gewinnt.
Überraschend der Rasdu, der in Köln in der Woche davor in den Proben genial war, kam hier nur schwach daher. Also die Flaschen nie bei Luftdrückstürzen aufmachen. Das war wirklich eine Schande.
Damit endet der erste Teil des Berichts mit dem kurzen Probenüberblick. Es folgt noch der Bericht über die Gespräche mit den Winzern und den Gästen. Themen werden Klimawechsel, Qualitätskontrollen, Publikumserfahrungen und Weinprobentechnik sein.
Jerôme erklärt

Jerôme erklärt einem Gast worum es geht

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