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Baie Sansho

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13. Februar 2019 – 7:55

Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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Petit Salon des Vins Bio Teil 2

Eingereicht on 6. Dezember 2011 – 14:17

Ob es am Ambiente liegt oder an der Weinseligkeit ist nicht aus zu machen, aber wie eigentlich jedes Jahr war die Stimmung bei den Besuchern entspannt und interessiert. Man findet immer wieder kleine Gruppen die gemeinsam die Veranstaltung besuchen und von Tisch zu Tisch gehen und sich angeregt über die Weine unterhalten.

Publikum am ersten Tisch

Analysieren von Tisch Eins den Rouge Souple.


Es sind nicht nur alte Bekannte der Szene. Wenn man sich mit den Leuten unterhält ist man verwundert, wie ahnungslos sie manchmal sind und unter welchen zufälligsten Umständen sie dorthin gelangt waren. Aber nicht nur solche Leute treffen zum ersten Mal auf Weine aus dem Gaillac. Selbst in der Nähe wohnende sind manchmal völlig unberührt und entdecken die Weine und Bio zum ersten Mal hautnah. So kommt es immer wieder zu intensiven Unterhaltungen zwischen Winzern und Besuchern, wenn diese erst einmal verstanden haben, dass sie quasi unter den Produzenten wandeln.
Victor und Sylvie

Victor (Peyres Combe) und Sylvie (Bois Moisett) im Gespräch mit Interessierten.


Zwar hat jede Domaine auch eine Art kleinen Stand, aber dort kann man nicht direkt die Verbindung herstellen zwischen den Weinen und den Winzer/innen.
Cantaluze und Tronque

Die Stande von Domaine de Cantalauze und Domaine de la Tronque


Auffällig ist auch eine Art Überforderung wegen der Fülle die bei solchen Veranstaltungen oft beobachtet werden kann. Man kann sich zuerst nicht entscheiden, trinkt dannwild durcheinander und trägt manchmal vor Begeisterung eine Flasche von einem Tisch zum anderen, der dann dort natürlich in der Charakteristik oder Qualität ein falsches Bild der anderen Weine vermittelt. Da ist es gut, wenn die ca.30 helfenden Freiwilligen bei der Veranstaltung immer wieder dafür sorgen, dass die Weine auf den Tischen richtig platziert sind, leere Flaschen ersetzt werden, stehen gelassene Gläser eingesammelt werden, Brot, Käse, Kräcker immer bereit stehen und es nett aussieht.
Da wäre es dieses Jahr wegen der schwierigen Verhältnisse gut gewesen, wenn ein wenig mehr Anleitung gegeben worden wäre. Die Weine hatten es per se schon schwer, aber dann auch noch in der falschen Reihenfolge getrunken überforderte trotz allen Spasses einige Besucher. So konnte man einige sich schüttelnde Gesichter sehen.
Ich habe nach einiger Zeit einmal bei Bernard von der Domaine de Cailloutis, der immer viel wert auf Stimmigkeit und Finesse legt, gesprochen, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre manche Weine erst gar nicht zu präsentieren, oder etwa die Flaschen in einer bestimmten Ordnung zu markieren. Seine Antwort war echt überraschend pragmatisch und praxisnah. Dem einen schmeckt das, dem anderen dieses. Es ginge ja auch nicht um einen Concours. Jeder Wein findet seine Kunden.
Qualitätskontrolle finde in nur einem Sinne statt und zwar das alle präsentierten Weine biologischen Anbaurichtlinien unterliegen.
Ich kann Bernard da nicht so wirklich zustimmen, weil damit einer völligen Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet wird und Diskussionen über Qualität immer weiter verebben.Und leider ist es ein oft gehegter Fehler zu glauben, dass sich Qualität immer durchsetzen wird. Da muss man sich nur die politische Führungsriege in Erinnerung rufen.
Es erinnert etwas an die Spannungen von vor zwei Jahren, als Causse Marines zum ersten Mal hier teilgenommen hat. Virginie und Patrice stehen da auch eher auf meiner Seite und ereifern sich sehr schnell in solchen Diskussionen. Dadurch führten im ersten Jahr heftige interne Diskussionen unter den Winzern zu einer etwas eisigen Stimmung. Mittlerweile können beide Seiten miteinander umgehen,was auch der überzeugenden Qualität der Weine von Causse Marines zu verdanken ist.
Trotzdem gibt es noch kleinere verhärtete Fronten zwischen manchen Mitstreitern.
Causse Marines

Virginie von Causse Marines


Ein grosses Thema war wieder einmal der Klimawandel und die zunehmende Bedrohung durch gentechnisch manipulierte Hefen und Pflanzen im Weinbau. Schritt für Schritt werden durch Änderungen im europäischen Recht die Türen für solche Techniken geöffnet. Man muss nicht paranoide sein, um diese Bedrohung, die keine Grundlage ausser pekunären hat, wahr zu nehmen.
Die Veränderungen des Duras Anfang 2000 mahnten schon, das sich grundlegend etwas ändert. Und jetzt 10 Jahre später sehen wir es massiv an den weissen Sorten, Mauzac, Loin de l’Œil und Sauvignon. Und anscheinend ist wie meist bei biologischen Gleichgewichten. Eine lange Zeit sind nur geringste Veränderung zu bemerken, bevor dann innerhalb kurzer Zeit massive Veränderungen von statten gehen.
Es sind keine genmanipulierten Reinzuchhefen nötig um dieAromen der Rebsorten zu unterstützen. Das wird durch sauberen Anbau und konsequenten Ausbau erreicht. Und gerade hier auf diesem Salon stehen 15 Winzer (und das sind noch lange nicht alle), die nur mit indogenen Hefen, also natürlich auf den Reben vorkommenden, arbeiten. Sie trotzen allen gegenläufigen Gerüchten, das Vin Naturel in den Bereich der Sagen gehören. Hier vereinen sich biologische- und naturel-Weine.
Auch den klimatischen Veränderungen muss nicht durch manipulierte Rebstöcke, die mehr Hitze und Trockenheit aushalten, entgegen gearbeitet werden. Da wird zuerst einmal jede Logik des Klimaschutzes ausgehebelt und auch dagegen gibt es rein natürliche Massnahmen.
Schon öfter angesprochen war ja die bei niedrigen Temperaturen durchgeführte Fermentation. Damit ermöglicht man eine saubere Aromaübertragung die differenzierter ausgeprägte intensive Aromen, die auch tatsächlich in der Rebe sind und nicht nur sein sollten. Der nächste Schritt ist die Vorverlegung der Ernte. Innerhalb der letzten 15 Jahre hat sich das ja sowieso schon um ca. drei Wochen verschoben. Und drittens kann durch Nachpflanzung anderer Rebsorten ,die mit den geänderten Verhältnisse besser zurecht kommen, ein natürlicher Schritt einen künstlich technischen ersetzen. Letztendlich kann die Entwicklung ja auch nicht dahin gehen, dass wir technisch uns den Veränderungen ständig anpassen, bis wir Wein auch noch bei 60 Grad anbauen können. Es kann ja nur darum gehen, ernsthaft dieser Veränderung entgegen zu arbeiten.
Ich hoffe Sie merken, dass eine Reise Anfang Dezember lohnt und der direkte und sehr persönliche Kontakt mit den Winzern und den Naturkostverbänden neben dem Genuss der Weine eine nette Erfahrung sein kann.
Mein Tip an Sie, wenn Sie einmal eine Grossveranstaltung besuchen. Lassen Sie sich nicht schrecken. Sorgen Sie vorher für einen gut ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt und gehen Sie nicht schon ausgehungert dorthin – weil es Stunden dauern wird. Lassen Sie sich auch nicht hetzen um alles zu schaffen. Lieber dann einige Weine auslassen.
Meiner Erfahrung nach zwischen den einzelnen Weinen nur Brot kauen. Kein Käse, auch wenn das Gerücht geht er würden durch das Fett Alkohol neutralisieren, und auf keinen Fall Wasser zwischen den Weinen. Brot neutralisiert hervorragend und lieber eine Pause zwischen zwei Blöcken machen, sich sammeln, etwas essen und dann nochmal Wasser trinken bevor man die nächste Gruppe ansteuert.
Lassen Sie sich dorthin bringen und abholen. So kann das ein echtes Abenteuer und wahres Erlebnis werden

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