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13. Februar 2019 – 7:55

Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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Petit Salon des Vins Bios du Tarn 2012

Eingereicht on 3. Dezember 2012 – 23:27

Für alle Ungeduldigen nehmen wir die Highlights des Salons schon einmal vorweg. Die Interessierten können dann noch genaueres erfahren.
Erfreulich und überraschend war das Auftauchen eines neuen Winzers auf dem Salon. Uns Gaillac-Enthusiasten schon länger bekannt und von uns heiß geliebt : Nicolas Lebrun von der Domaine „L’Enclos des Braves“. Damit ist jetzt der zweite „terresdegaillac“-Winzer auf dem Salon vertreten. Die Messlatte wird dadurch Stück für Stück angehoben. So verwundert es auch nicht, dass auch hoher Besuch angesagt war und Bernard Plageoles vorbei kam um sich die Sache anzuschauen.
Absolute Knallerweine gab es diesmal nicht zu entdecken, aber einige alte Bekannte konnten sich doch eindrucksvoll gegen jüngere Konkurrenz durchsetzen : „2005 Flaveurs d’Automne“ bei den Doux ist unangefochten und mit Abstand Spitzenreiter. Bei den Spitzenroten konnte sich der „Rasdu 0102“ meilenweit absetzen. Ansonsten gab es zwar keine Jahrtausendweine bei den Mousseux, aber zwei überraschten mit durch eine Pfirsich-orange-Farbe die vermutet von einer Oxydation herrührt. Unglaublich schöne Fruchtnoten die durch die Oxydation nicht in Apfelrichtung gingen. Astrolabe von Cantalauze und Friselis blanc brut von Peyres Combes. Dann gab es einen absoluten Preis/Relationssieger : „Vin Badel“ von der Domaine de la Tronque. Zwar dicht gefolgt von „Meli Merlo“ und dem „La Nueit“ von der Mas Grougniou. Einen Shootingstar gab es auch. Noch auch der Biocybele im Frühjahr belächelt sind die neuen Jahrgänge von Yehoram Roux nun von allen Fehlern frei und empfehlbar. Weiter so! Im Übrigen sind die Tische dominiert vom 2010er.
Die Besucherfrequentation war dieses Jahr zwar immer noch ausbaufähig, aber es waren erfreulich viele gut gelaunte und kundige Interessierte dort. So ergaben sich tolle Gespräche mit den Winzern und den passionierten Degustierern.
Damit könnte man die ganze Angelegenheit abschließen. Jedenfalls die Flashnewsfreaks. Weiter geht’s im Detail und unten noch mit einigen photographischen Impressionen.
Samstag 15 Uhr. Es ist saukalt. Aber da am ersten Tag ja mal wieder die ganzen hellen Sorten dran sind, könnte das ja ganz gut passen. Erster Pustekuchen : zu kalt macht keine Nase. Allen Sorten konnte man egal wie tief man den Rüssel ins Glas steckte wenig abgewinnen. Einige wenige schafften es aber trotzdem und die konnten sich dann auch in der endgültigen Platzierung ziemlich weit oben fest setzen.
Da Weihnachten ja nicht mehr so weit weg ist, fange ich erst mal mit den Bulles an. 5 Stück stehen auf dem Tisch und schnell ist eine Übersicht geschafft. Vorurteile lenken dann die festgelegte Reihenfolge. Zuerst einmal der Tronque. „Perle d’Antan 2009“. Ich fange mit dem an, weil sich deren Mousseux in den vorherigen Jahren als eher schwächere auf dem Tisch erwiesen haben. Irgendein Kriterium muss man ja haben um eine Entscheidung treffen zu können. Und leider wieder mal landete er in meiner persönlichen Rangliste weit unten. Einfach zu explosiv mit dicken großen Perlen im Mund. Man meint einfach nur Schaum im Mund zu haben. Florale Nase, feinherbes Süßholz im Mund. Guter und langer Abgang. Schaumschläger mögen so was vielleicht Besonders. Ich nicht.
Da ich den Frimousse von Matens ja auf der Probe im Dezember in Köln hatte, sparte ich den als Kontrollsekt für den Schluss auf. Da noch ein Rose-Sekt da war blieb also nur die Wahl zwischen Cantalauze und Peyres Combes. Beides normalerweise Garanten für guten Geschmack. Da war die erste Überraschung perfekt. Wie orangener Pfirsich gießt sich der „Astrolabe “ von Cantalauze ins Glas. Heh! Super! Wie kommt das den hin? Feinstperlig wie immer. Man denkt schon an Nanotechnologie, präsentiert er wie der Tronque eine breite Palette an floralen Tönen um dann zusätzlich exotische Süßnoten zu entwickeln, die in Apfelsine-Pfirsisch übergehen. Die Frucht bleibt lange im Abgang erhalten. Klasse!
Dann der „Friselis“ von Peyres Combes. Und Bäng! Wer hat sich da einen Scherz erlaubt? Wieder orangene Gelbtöne. Ein Blick aufs Jahr – nein – beide sind unter verschiedenen Jahrgängen verzeichnet. Beide Güter liegen Luftlinie nur etwa 2 km auseinander, was wenn es das gleiche Jahr dasselbe Jahr gewesen wäre, Vermutungen hätte aufkommen lassen können. Die Nase ist hier etwas frisch-fruchtiger und die Perlen etwas feiner. Aber auch er entwickelt einen langen Abgang. Da muss nachgefragt werden! Victor (Peyres Colombos) geht gerade am Tisch vorbei und wird abgefangen. (Herrlich die Möglichkeit, sofort mit den Machern reden zu können.) „Schau mal hier – da kommt mir doch was Spanisch vor“. Nach dem auf dem Tisch liegenden Zettel mit dem Verzeichnis der auf dem Tisch stehenden Weine sind beide aus verschiedenen Jahren – und „woher kommt denn eigentliche die Farbe ???“ „Apps – ja das ist ein Fehler – wir haben einfach die Zettel vom letzten Jahr genommen und nicht angepasst“. So einfach ist das und so locker nimmt man das hier. Es stellt sich schnell raus, das beide doch aus demselben Jahr sind =2010 und beide Weine eine leichte Oxydation hinter sich haben. „Da wird aus Gelb schnell mal Orange.“ „Steht ihnen aber hervorragend“ Und jetzt wird auch klar, was den intensiven Abgang und den Anklang an Apfelsine und Pfirsich ausmacht. Aromen die normal nie im Mauzac (der Traube aus der hier traditionell Mousseux gemacht wird) vorhanden sind. Beide eine Reise wert.
Der rosa Friseuse ist dieses Jahr leider etwas zahm und kann die sonst so schön-intensiven Himbeere-Johannisbeer-Aromen nicht rüber bringen.
Nun aber der Test am Tisch. Was kann der „Friseuse“ von Nathan (Dom. de Marens), der so hoch gelobt wurde in Köln, da gegen setzen. Deutlich zeigt sich, dass sich hier eine andere Tür auftut. Mit dem Sekt ist noch einmal etwas anderes passiert. Enorm kräftig und auch hier nichts vom sonst beim Mauzac so typischen Aroma vorhanden. Zum Glück steht gerade Gut von Alcantara neben mir und probiert schnell mal was so auf dem Tisch steht. Zuerst lachen wir mal beide über die beiden oxydierten Dinger und dann folgt natürlich die Analyse des Matens. „Da wurde wohl ordentlich gepresst!“ Solche herb-bittere Noten kommen beim Mauzac, wenn an im Pressoir ordentlich auf die Tube drückt. Ist doch ganz einfach! Nathanaël wird schnell eingefangen und ist zuerst einmal verwundert. Aber dann kommt heraus, das in dem Jahr die Presse ausgetauscht wurde. Na sieh mal an. Alle Achtung Guy! Ist schön wenn man mit Leuten zu tun hat, die ihr Handwerk verstehen. Eigentlich können wir beide Nathanaël den Rat geben, es weiter so zu machen. Das ist eine enorme Bereicherung an der Vielfalt und Bandbreite der möglichen Mousseux im Gaillac.
Direkt neben den Mousseux stehen die Doux. Eine meiner großen Leidenschaften. Macht sehr viel Spaß, aber ist auch eine traurige Angelegenheit, wenn man noch nicht die ganze Welt davon überzeugen konnte, das es nicht lohnt sich anderweitig nach Edelsüßen um zu sehen. Besonders nicht für diese Preise! Da kann man eigentlich nur eine gelassene Schadenfreude als Kompensation entwickeln.
Leider fängt es erst einmal nicht so gut an. Doch den Mund zu voll genommen. Allerdings fange ich auch hier mit dem vermeintlich schwächsten Glied der Kette an.
Pialentou „Gentilles Pierres 2010“. Für einen Doux sehr gewöhnungsbedürftig mit einem hervorstechend bitteren Ton. Da kann ich noch nicht einmal ein extravagantes Unglück zur Schönfärberei entdecken. Nun gut – muss ja auch nicht alles schmecken.
Beim nächsten von Tronque gesellt sich eine kleine Gruppe fast noch jugendlicher zu mir an den Tisch. Ich vergesse erst einmal die Doux und schau den Süßen zu welche Notizen sie sich machen. Die können echt schreiben! Und dann auch noch erstaunlich gut tippen. Ich bin hocherfreut und mache mir um den Nachwuchs keine Sorgen mehr. Eher um mich. Haben die Mousseux schon dermaßen reingehauen? Ich wollte ja eigentlich auch heute ausspucken und bin doch erst eine Stunde hier. Ist noch nicht ganz gelungen und mit Guy habe ich wohl doch mehr als eine Querprobe gemacht. Nun ja die Süßigkeiten werden das wohl wieder richten – obwohl ich mir sicher bin – hier auf keinen Fall nicht nicht zu schlucken. Wo war ich denn ? Ach ja – Tronque. Wenigstens Ordnung halten auf meinen fliegenden Zetteln. Das nächste mal bringe ich doch diese hochprofessionellen Notationszettel vom Öckelhoven von der Weinbruderschaft aus Köln mit. Da kann so was nicht passieren. Obwohl der auch nach ein paar Runden gut in Fahrt ist scheints manchmal.
Tronque zum Dritten. Huch – bin ich inzwischen abgedriftet? Wo ist denn da was Süßes? Dem fehlt es komplett an Tiefgang. Ich würde da noch nicht einmal einen Moelleux erkennen. Dazu noch eine Säurespitze. Nee – hier läuft was schief an dem Tisch. „Cuvée Bastien 2010“ – das reicht noch nicht einmal zur Bestie. Ich brauche eine sichere Nummer. Gehen wir mal zu Cailloutis. Hier ist nominativ doch ein Moelleux auf dem Tisch. Und dafür haut der richtig zu. Endliche einer, der bei den Nullgraden eine Blume entwickelt. Intensiv, Confit wie man es kennt, mit Honig und Exotik. Abgang schön intensiv und lang. Jetzt keimt wieder Hoffnung und ich wage mich an einen unsicheren Kandidaten. „Goudoux 2010“ von Le Vieux Saule. Er hat es nach dem Cailloutis natürlich schwer, kann aber trotzdem eine Marke setzen und entwickelt einen zart-feinen Duft. Ebenso, das typische Confit, hier mit etwas frischeren nicht ganz so durch getrockneten Früchten, aber dafür mit enormem Abgang. Mittlere Spitzenklasse. Ich atme durch. Jetzt kommt das Vertrauen wieder und ich wage mich an den Mayragues. Das soll sogar ein Liquoreux sein – heißt aber „Doux de Mayragues“ und ist von 2006. Das ist ja schon ein ordentliches Alter. Insgesamt ist es nicht mein Fall, aber spiegelt wirklich konstant das Château wieder. Hier kann sich nicht entschieden werden, wo es eigentlich hingehen soll. Hatte ich wohl schon des Öfteren in dem Fall gesagt. Ich fühle mich unfähig etwas zu dem Doux zu sagen. Aber zum Glück kommen ja jetzt die Spitzenkandidaten.
Der erste von Nicolas (L’Enclos des Braves). Sein 2011er ist noch frisch und geht eher dem Getrockneten aus dem Weg. Frisches Obst, oder vielleicht kandierte Früchte kommen hier besser hin. Allerdings kommt die Überraschung hinterher. Zuerst einmal entwickelt sich schon im Abgang eine ganze Palette an Aromen die in einem großartigen Abgang lange wirken. Toll! – und dann der Hammer. Es ist der „Gourmands“. Seine kleine Serie! Und die kommt hier so gut mit und erobert zuerst einmal die Poleposition. Den sollte man kaufen.
Ob er allerdings über die Runden kommt? Verfolgt wird er nämlich vom „Altair 2010“. Ein alter Bekannter und zum Glück wie immer eher eine andere Linie verfolgend. Die sonst so kräftigen Kräuter sind diesmal gezähmt und entwickeln sich dadurch mit der deftigen Süße zu einem einschmeichelnden Erlebnis. Man muss diesen wirklichen Liquoreux echt in eine andere Kategorie stecken.
Gegen den nächsten und letzten Kandidaten auf dem Tisch, den „Flaveurs d’Automne 2005“ von Peyres Combes kann sich der „Gourmandes“ dann aber nicht mehr halten. Seit Jahren ist dieser Bolide das Schreckgespenst und alle hoffen glaube ich darauf, dass er endlich ausverkauft ist und nicht mehr diesen Tisch aufmischt. Ich wundere mich eigentlich eher darüber, dass er es noch nicht ist. Ist er zu hammerhart als dass er verstanden werden könnte? Zumindest kenne ich ein Pärchen in Köln die das gerne hören werden.
Mir geht’s jetzt schon recht gut und ich fange an mir Sorgen zu machen, ob ich meine Notizen übermorgen noch entziffern kann. Weiter geht’s aber mit den einfachen Blanc sec.
Da stehen auch nicht allzu viele Weine und zum Glück hat der erste direkt mal Kork. Leider schaltet der Winzer schnell und – SCHWUPPS – steht eine neue Flasche dort. Er kann sogar eine Nase entwickeln und im Mund scheint zuerst mal auch hier getrocknetes Obst zu sein. Ich denke mal, dass die Süßen noch nachwirken und gebe ihm zum Schluss nochmal eine Chance.
Einer von den jungen Wilden kommt dran. „Gavroche 2010“ von Gerôme Hyvernat. Erster Gedanke : Sauvignon. Eindeutige Pampelmuse, kommt auch auch hinten raus etwas bitter. Ist sauber aber einfach strukturiert. Leider ist Gerôme nicht hier und kann das Geheimnis um die Rebe nicht lüften. Denn wetten würde ich nach den Erfahrungen mit den Aromaverschiebungen durch den Klimawandel nicht mehr. Vielleicht ist er ja morgen hier.
Die Überraschung aus 2010 diesmal als 2011er angetreten „Samaritens“ von Matens. Nase von Litschi und Geschmack etwas undefiniert. Im Abgang bitter. Vielleicht ist der Wein ohne die starke Erinnerung an den Vorjahrgang ja gut, aber das Vorjahreserlebnis war einfach umwerfend macht es dem Nachfolger echt schwer.
Der „Orchidée“ von Cailloutis hat leider eine leicht animalische Note von angetrocknetem frischem Schinken. Eine neue Flasche, die später kam, ändert daran auch nichts. Für mich kann so was nichts Nettes entwickeln. Aber ich bin halt fast Vegetarier.
Der nächste Wein allerdings ist ein No-Go. Remy’s (Mas Brunet) „Le Blanc sec 2011“ hat volle Kanone Reduktion. Remy selber lobt das als „mal was anderes“ – „wer hat schon Ziegenkäse im Wein?“. Ich finde das eher dramatisch als lustig. Der Nächste bitte!
„Dissidence 2010“ von Cantalauze. Auch hier eine Fastnase. Das hat heute schon was zu sagen. Die macht auf jeden Fall gespannt auf das was kommen wird. Folgen tut eine große Attacke die sich hinten breit macht und den bekannt langen Abgang ankündigt. Insgesamt ist der neue Jahrgang noch etwas undifferenziert. Vielleicht täte ihm auch ein wenig Oxydation gut. Aber auch ohne eine Empfehlung zum etwas liegen lassen.
Eigentlich hätte ich an dem Tisch noch einige mehr erwartet, die sich aber auf dem nächsten Tisch der Eichenfassweissen befinden. Ich glaube da sind einige der Spitzenweissen ohne Faß wohl nicht unbeabsichtigt dort gelandet. Oder wollten sich die Winzer da doch von dem etwas mauen Niveau des Tisches distanzieren?
Ach ja – der Mayragues hat auch in der Nachlese nicht deutlich dazu gewonnen. Er ist zwar im Abgang fein, aber mitten im Mund hat er eine Säureattacke und ist chatêautypisch undifferenziert.
Tisch 4 mit den Eichenfassweissen wie erwähnt auch mit den guten Nichtfassweissen bestückt.
Da finden sich dann der „Zacmau“ von Causse Marines und der gute L’Enclos des Braves.
Zuerst nehme ich mir mal den Orchidée aus dem Fass. Hier Prestige genannt. Ebenfalls 2010. Zuerst einmal schön, dass das Fass fast nicht zu bemerken ist. Es zeigt sich eher in der Eleganz und feinen Struktur und schönem Gleichgewicht von Aromen. Apfel, Birne, Weißdorn. Das war schon mal ein guter Einstieg.
Ich taue mich an ein anderes Sorgenkind. Pialentou mit dem „Mauzac 2011“. Auch hier ist das Fass nicht bemerkbar. Kräftig bittere Noten bestimmen den Geschmack und machen den Wein zwar interessant, aber lassen befürchten, dass es nach mehr auch schon gut ist.
Direkt der andere Pialentou „Gentilles Pierres 2010“ dessen Vorjahrgang ja einer der richtig Guten auf dem Tisch war. Er ist heute aber etwas verschlossen. Man erahnt allerdings seine Eleganz. Er hat eine schöne Länge und ist leicht fett.
Der „Ame et Lie 2010“ von Tronque bringt genau das, was man sich beim „Gentilles Pierres“ gewünscht hätte. Differenzierte Aromen. Hier fächert sich Birne, weiße Kirche , ein wenig Holunder auseinander. Angenehm und mit leichtester Holznote.
Der „Folvisiae 2009“ folgt auf dem Fuß. Ein neuer Wein von Victor (Peyres Combes). Komplette Überraschung weil hier 2+3=7 ist. Säure + Bitter = Lakritze. Völlig ungewohnt, weil man die Komponenten in einer Folge wahrnimmt und sich wundert wo das endet. Es bleibt nicht nebeneinander stehen. Man meint wirklich an der Genese von Lakritze teil zu haben. Meine interne Notation ++(++). Wer’s mögen kann wird seinen echten Spaß haben.
Nun sollen mal die Nichtfass dagegen halten. Zuerst versucht sich der „L’Enclos des Braves 2011“. Trotz der Kälte entwickelt sich im Mund mit jedem Zehntel Grad eine Symphonie an butterweichen Aromen die von feinster Säure getragen werden. Milde Pampelmuse, Kumquat, Peche de Vigne. Alles von gediegener Eleganz. Wie gesagt – trotz Kälte.
Das soll nun der auch mit Abstand teuerste auf dem Tisch toppen. Eine schwere Aufgabe wenn man an 6-7 Euro Unterschied denkt. Der „Zacmau 2011“ stellt sich dem in aller Ruhe. Causse Marines hat auch keine Bedenken wegen der 15 Euro die er heute hier kosten soll. Er ist auf jeden Fall schon einmal der einzige auf dem Tisch der trotz der Kälte eine vollständige Aromenwucht aus dem Glas drücken kann. Weißer Pfirsich, Blaubeere, Boskop. Im Mund kommt er direkt fett daher und bringt die Aromen auch im Geschmack unter. Dazu eine leichte Lakritznote als Schmankerl. Ich habe an dem Tisch einige heftige Diskussionen mitbekommen. Klar ist der mit Abstand der Beste, aber 15 Euro ? Das ist in dem Rahmen auch nicht zu entscheiden. Dazu wäre ein direkter A-B-Vergleich zwischen dem L’Enclos und ihm nötig. Volle Schlucke mit Ruhe und Muße. Ich kann es mir vorstellen.
So – zwar habe ich jetzt noch den ersten roten Tisch in Angriff genommen, aber davon dann morgen. Auf jeden Fall gibt es noch ein paar erste Fotos um einen Eindruck zu gewinnen.

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