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13. Februar 2019 – 7:55

Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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Salon des Vins bio 2014 – das Schaulaufen.

Eingereicht on 8. Dezember 2014 – 16:50

Dieses Jahr soll es keine Komplettbeschreibung der einzelnen Weine geben. Zum einen waren leider nur wenig wirklich erwähnenswerte zu finden, zum anderen gab es diesmal andere Gesichtspunkte zu betrachten, die in den letzten Jahren nicht so auffällig waren wie in diesem Jahr.
Außerdem will ich kurz auf einen „Neuankömmling“ eingehen, der zum ersten Mal seine Weine vorführte.
Tatsächlich gab es an diesem Wochenende weniger Weine als sonst – nur 65 – aber dafür war die Spannbreite der präsentierten Jahrgänge so groß wie noch nie. Zu finden waren 2004er, 05er, 07er, 09er, 10er, 11er, 12er, 13er und schon die ersten 2014er. Dadurch entwickelte sich während der einzelnen Proben eine eigene Dynamik, die wie von selbst zur Betrachtung der Jahrangsunterschiede führte. Tatsächlich offenbarten die einzelnen Jahrgänge, die Domainen und Rebsorten übergreifend deutlich ihren Charakter. In unseren Berichten während der Jahresverläufe stellen wir ja schon Prognosen auf über die zu erwartenden Qualitäten und Charakteristika. Hier und jetzt in einer quasi Vertikalprobe bestätigten sich viele Dinge, machten aber zusätzlich deutlich, was man von der Entwicklung gehorteter Weine erwarten darf.
Kurz zu den wirklich Alten. 2005 wurde erst am späten Sonntagabend einem kleinen Rest von noch anwesenden Gästen offenbart. Remy Kuntz von der Mas Brunet öffnete einen seiner legendären Edelsüßen – den Gourmandise. Wir selber haben noch einige Flaschen des 2006er – ja richtig gelesen, der jüngere Jahrgang – in unserer wohlbehüteten Schatzkiste. Remy bringt erst nach der sensorischen Prüfung die Jahrgänge in den Verkauf. So kann es sein, dass manche Jahrgänge, die großes Potential zeigen, auch schon einmal länger liegen bleiben können. Und wir konnten uns selbst davon überzeugen. Typisch für diese Serie ist der enorme Restzucker von weit über 300g/L! Bei diesem hier ist das nicht zu spüren. Er ist enorm frisch, von einer fast unmerkbaren Feinstsäure getragen, die das Edelconfit von tausenden von Früchten in eine komplette Symphonie transponiert. Ein solches Lächeln hatte ich während der zwei Tage noch nicht auf den Gesichtern der Probierenden des Salons gesehen.
Der 2004er kam natürlich auch von Remy, der sich als Fachmann für alte Jahrgänge entpuppt. Der uns wohlbekannte Oxytemps. Dazu muss man nach dem Bericht der letzten Probe bei Zimt und Rosen nicht mehr sagen. Wer Sherry liebt, kommt an diesem Stoff nicht vorbei.
Gehen wir weiter in den Jahren. 2007 – und schon sind wir bei einem der Sieger des Salons angekommen. Victor von Peyres Combe brachte seinen Cuvée ins Rennen. Eigentlich – wie die letzten Jahre schon – muss man sagen, dass er jetzt das Format erreicht, welches er über die Jahre hinweg immer schon versprach. Nach 7 Jahren ist der Rote zu einem ganz Großen geworden. Reife Nase, die mit sekundären Aromen aufwachtet die es in sich haben und für angenehme Überraschungen sorgen. Vollmundig, dicht und anhaltend und trotzdem immer noch von enormer Frische. Hier wirkt nichts alt. Ich würde diesen Wein gerne in einer Probe mit guten Grand Cru’s sehen. Der ist schon bestellt und kommt im Frühjahr in den ersten Proben nach Köln.
Eine Flasche von 09 überraschte auch, und zog allen die Nase lang. Es gibt davon noch einige Restkartons und dann war es das. So etwas macht uns ja nicht traurig, weil das eine ganz normale Situation im Gaillac und besonders bei Bois Moisset ist. Wenn Sylvie und Philippe eine Granate am Start haben, kann man sicher sein, dass die noch schneller als die Abfüllungen bei Plageoles verkauft sind. Pech! Aber zum Glück brachten sie auch einen ganz neuen Wein mit, der einen von den Socken haut. Prunelard mit Syrah „Art de Prune“. Mit dem Wein durchbrechen sie erstmals die 10 Euro-Grenze mit einem ihrer Weine. Und ich stimme zu. Er ist wieder typisch Gaillac. Auf den ersten Blick – oder besser Schluck – scheint es ein nettes kleines Leichtgewicht zu sein. Frisch, fruchtig, fast elegant in Nase und Mund, entwickelt er einen enormen Reiz ihn möglichst lange im Mund kreisen zu lassen. Und dabei erkennt man ganz in Ruhe seine Klasse. In keiner Phase stört etwas. Er ist weit ausholend und zieht alle Register. Immer dezent, aber bestimmt und immer sauber. Der ist ebenso für die ersten 2015er Proben gebucht. Der Jahrgang bleibt ein Geheimnis, weil weder auf den verteilten Bestellzetteln, noch auf der Flasche irgend ein Hinweis zu finden war.
In Köln wird das aufgeklärt.
Nun greifen wir vor und ich berichte kurz von den zwei 14ern. Natürlich Jungweine, natürlich Primeur. Einer davon ist von einer Domaine, die zum ersten Mal hier auftrat. Domaine Philemon. Quasi Nachbar von Brin, Labarthe, Cazottes, Escausse, Castillet, Castan. Also im äußersten Nordost angesiedelt. Eigentlich die Region, die mit dem Gamay besonders gut zurechtkommt. Und das bestätigt auch der Primeur von Matthieu. Ganz neu in der Szene der Biowinzer, hat er zwar immer noch Attitüden von den alten Zeiten im Wein, aber man kann auch schon „das Weg“ von der Norm erkennen. Der Primeur ist voller Kraft und Würze und keiner von den jugendfrischen Dingern. Also ein Ding, das Weile haben kann, um gut zu werden als Wein. Da ist mehr als „nur“ Primeur drin. Auch der wird im Frühjahr kommen. Einer seiner anderen aus dem 12er Jahrgang überzeugte auch mit reifen tiefen Beerenaromen, weichem Angang und einer überraschenden Tiefe, wenn man auf den Preis sieht. Noch eines von den Frühjahrsmitbringseln.
Nun zum Hauptthema : die Vertikale von 10-11-12-13
Bestätigt und schnell abzuhandeln : 2011. Es ist genau wie vorhergesagt ein Jahrgang der in Erinnerung bleiben wird. Und in Anbetracht dessen, was ihn umgibt auch die absolute Empfehlung, sich einen Vorrat anzulegen. Der Rat kommt nicht von ungefähr. 10-12-13 sind jeder auf seine Art und Weise problematisch. Auch diese Vorhersage wird zutreffen : 2013 ist mies und wird mies bleiben. Wie 2003 werden nur eine handvoll Winzer übrig bleiben, die einen guten Wein aus dem Jahr anbieten können. War 2003 noch Bois Moisset die Krone, wird diese 2013 Plageoles zukommen. Die Weine sind wegen der geringen Pressung frischer als sonst, entwickeln aber jetzt schon Tiefe. Wohl dem der was gelagert hat.
Alles was an 13ern auf den Tischen stand hatte an verschiedenen Ecken Fehler. Reduktion in alle Richtungen. Nicht saumäßig, aber jedes Vergnügen an der Nase nehmend. Im Mund völlig undefiniert. Trinkbar ja und wohl auch verkäuflich, aber alles andere als ein Jahr mit Spaß im Glas.
10 und 12 waren ja auch nicht gerade der Traum eines Winzers. Beide zu viel Säure und grobe Tannine. Allerdings hat sich hier in der Breite genau das gezeigt, was sich in Köln bei den Proben auch schon andeutete. Zuerst glaubte ich ja, beide hätten ein ähnliches Potential zur Lagerung und Reife. Jetzt drängen sich allerdings beim 10er Zweifel auf. Da überwiegt doch der Säureanteil und der ist zwar mehr oder weniger konservierend, aber nicht wirklich geeignet, der Wein „schön“ altern zu lassen. Dahingegen der 12er mit einem Übergewicht an Tanninen andeutet, was aus ihm werden könnte. Immer noch machten die Weine keinen wirklichen Spaß, aber von letzten Jahr zu jetzt, kann man eine Entwicklung absehen, die in eine gute Richtung geht. Wenn die Tannine erst einmal „weich gekocht“ sind, können das tolle Weine werden.
Zur Zeit also liegen lassen. Wer ruppige Burschen mag, kann allerdings schon heute seine Freude daran haben.
Kommen wir noch zum dritten Wochenendsieger : 2011 Cuvée Prestige von Cailloutis. Hier ist Bernard wieder ein großer Wurf gelungen. Mit seinem eleganten Stil, formte er hier einen frischen fruchtbetonten Roten mit einer winzigen Holznote die als weit herkommendes Echo wahrnehmbar ist. Trotz der enormen aber feinen Frucht, vermisst man nicht die Fülle und Tiefe. Ein hyper eleganter Wein für die leichteren und gehobenen Stimmungen. Auch der wird kommen.
Ein wichtiger Punkt fehlt noch : die Preisentwicklung!
Ich würde sie als stabil bewerten. Die ganz preiswerten Weine sind um ca. 15 % teurer geworden. Alles unterhalb der Spitzenklasse bleibt im normalen Bereich von 0–5 %. Die Spitzenweine legen etwas mehr zu (5 – 8 %) und es gibt einige neue „teure“ Weine. Aber im Gaillac heißt teuer ja immer noch 11 – 18 Euro, neben den speziellen wie den Gourmadise für 39 Euro im halben Liter.
Zum Schluss noch ein Problemkind. Neben Yehoram, der inzwischen allerdings Wein machen kann, gibt es noch Bruno. Er zeigt immer nur 2 Weine, von dem einer bombenfest an einer wirklich terriblen Qualität festhält. Sein reiner Syrah kann in manchen Jahren mit dem witzigen Namen Syrahleone punkten. Er ist auch manchmal nett, aber nicht nett genug für uns. Dieses Jahr allerdings gab es einen Namenswechsel : „Syrah le one d’Amphore“. Und – ja – tatsächlich hat er sich aus Spanien drei 350-Liter-Amphoren besorgt und bringt jetzt hier – ein Jahr vor Damien von Brin – einen roten Amphorenwein. Er hat allerdings einige Probleme damit gehabt. Zuerst ist ihm ziemlich schnell eine Amphore zerdeppert, dann sind die Dinger so porös, dass der Wein draußen raus läuft und von den 350 Litern nicht mehr viel übrig bleibt. Trotzdem wird es zumindest eine Flasche schaffen nach Köln zu gelangen, um die nächstes Jahr anstehende Amphorenprobe zu vervollständigen. Wer daran Interesse hat, sollet sich schon jetzt melden.
Der Wein ist verwirrend. Er kommt rund rein, entwickelt dann wilde, aber feine und undefinierte Würze. Ihm fehlt die Richtung und er scheint sich auf Dauer eine Säurebetonung zu entwickeln. Das mögen manche und es ist vielleicht auch nur der Kürze der Probe geschuldet. Wir werden es sehen.
Dann gab es noch einen ganz besonderen Wein der außer Konkurrenz lief. Er war eigens für die Unterstützung der gebeutelten Barrikadeure und Besetzer der Geländes für einen völlig irrsinnigen Staubdammbau abgefüllt und etikettiert worden.
ZAD-Wein
Das Projekt schlug für viele Wochen hohe Wellen und ging bis in die höchsten Instanzen. Da Hungerstreikende die Wahnsinnigen nicht aufhalten konnten, musste es erst zur Ermordung eines Protestanten durch die Gendarmerie kommen. Landeweite Proteste brachten dann das Vorhaben zum Stillstand. Obwohl es keine gesetzliche Grundlage, keine offiziellen Genehmigungen und keine gesicherte Finanzierung des Projektes gab und immer noch nicht gibt, wurde ein einmaliges Feuchtbiotop wegen turbokapitalistischer Gier vernichtet. Korrupte Politiker und geldgeile Konzerne witterten im verschlafenen Gaillac die Gelegenheit sich an Steuergeldern und EU-Subventionen zu bereichern.
Hier gibt es ausführliche Infos :
Beweisvideos von Polizeiwillkür
offizielle Facebookseite
der harte Kern
Wie immer zum Schluss noch ein paar Impressionen. Diesmal weniger die Flaschen als die unermüdlichen Winzer, die den ganzen Salon stemmen müssen. So sehen Sie einige der noch nach 20 Uhr vollbrachten Leistungen bis der Raum besenrein übergeben werden konnte.

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