Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Im November bin Ich selber wieder in Köln und vielleicht haben Sie Lust eine kleine öffentliche Probe mit zu machen : Ort – Bioladen Kraut&Rüben in der Balthasarstr. 52 im Agnesviertel. Zeit : Samstag 18.11 14 – 18 Uhr. Ihr Gourmetschmiedeteam.
Figues

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10. November 2017 – 21:16

Le figuier est un petit arbre, le plus souvent de trois à quatre mètres de haut.
Il existe plus de 250 sortes de figuiers.
Les variétés de figues sont classées en trois catégories : les figues vertes (ou blanches), les figues grises (ou rouges) et les figues noires (ou violettes)…..

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Salon Vins bio 2015 – aus alt mach neu – Wandel der ganzen Szene

Eingereicht on 11. Dezember 2015 – 21:30

Es gibt sie noch die Rentner. Und hier sind sie ungebrochen lebendig. Zwar machen sie keinen Wein mehr, aber dafür passen sie auf die Enkelkinder auf, während die Mamas und Papas in ihre Fußstapfen treten. Da haben sie viel zu tun, denn die sind groß – die Fußstapfen. Das Publikum scheint die Bewegung und Umschichtung mitzumachen. Auch hier spürt man eine Verjüngung. Auch vom Interesse wandelt sich etwas. Sowohl die Winzer sind geradezu begierig zu probieren, was die anderen so machen. Das habe ich in den letzten Jahren ja immer verwundert vermisst. Da scheint der Einfluss der Jugend zumindest in diese Richtung zu wirken. Denn die junge Garde arbeitet in einer völlig neuen und anderen Art und Weise zusammen. Das sah man auf dem ersten „Gipfeltreffen“ von N&P-Winzern mit den TdG’lern im Frühsommer (Bericht und Bilder kommen da noch nach). Es werden Strategien und Konzepte verglichen. Wein ist zuerst einmal eher Nebensache und bleibt individuell. Da wiederholt sich in einem neuen Rahmen die alter Revoluzzermentalität der 70/80er Jahre der ersten Biowinzer.
Auch das Publikum macht einen Mentalitätswandel durch. Stark verjüngt und fachkundig werden die Weine respektvoll behandelt und streng beurteilt. Immer mit viel Anerkennung für die Arbeit und Mühen. Und man will entdecken. Mir geht es dabei sehr gut. Diese Mischung von Entdeckerfreude, Respekt und Offenheit Unbekanntem gegenüber liegt mir und versuche ich ja in den Proben in Köln den Probierenden zu vermitteln. Dafür müssen manchmal harte Geschosse von Weinen herhalten, die die Nerven strapazieren und an Grenzen führen. Manchmal entstehen daraus Lieben. Das müssen die Weine dann auch hergeben.
Das passierte leider dieses Mal bei den Weinen auf dem Salon nur bei einem Wein. Dazu später.


Eine Sache kennzeichnete den Salon besonders. Es gibt aktuell im Gaillac einen großen Generationenwechsel. Labarthe, Moulin, Cantalauze, Mayragues, Peyres Combe, la Tronque, Plageoles, Escausses – alle sind gerade dabei die Verantwortungen komplett in jüngere Hände zu geben. Und damit stoßen auf einmal noch einmal viele um die 30-Jährige zu den schon vorhandenen quasi alten Junghasen wie Matens, Vieux Saule, Pitchoun, Grougrou. Beim Baumschnitt würde man das einen radikalen Verjüngungsschnitt nennen.
Tut das der Szene gut? Mental und energetisch auf jeden Fall. Die Alten treten zwar ab, sind aber noch da und erhalten durch die Rente mehr Freiraum unabhängig tätig zu werden. Zuerst einmal mache sie das, indem sie noch mehr zu sagen haben und man endlich mal ohne Hemmungen auch selber begutachten kann. Das sah man auf dem Salon in Form von Zweiergruppen die von Tisch zu gingen und gekonnt und radikal probierten. Fehler wurden wirklich hart durch weg schütten bestraft. Und „die“ finden viele kleine Fehler, die „Normalos“ entgehen.
Das zeigte sich auch schon bei der Diskussion am Filmabend. Dort können sie jetzt ohne großes Eigeninteresse aus ihren Schatzkästchen erzählen. Ihre Fachkenntnis kommt der gesamten Szene zugute. Sie ergänzt das junge Engagement auf sozial-geschäftlicher Ebene, anders zusammen zu arbeiten.
Im Publikum zeigt sich der Wandel ebenso durch eine Verjüngung. Waren eher die älteren Jahrgänge in den letzten Jahren an den Tischen zu finden, hat sich innerhalb der letzten drei Jahre der Wandel komplett vollzogen. Zudem findet man erstaunlich viele ernsthaft Interessierte und auch noch fachkundige junge Leute, die sich dezidiert über die Weine auslassen und einen Vergleich mit anderen Regionen gekonnt hinkriegen. Sie erkennen das Potential und wundern sich über die Fachkreise, die Gaillac verhältnismäßig vernachlässigen. Immer wieder hört man auch Mutmaßungen, die uns aus den Probenverläufen in Köln nicht unbekannt sind. Die Aromatik ist anders, zuerst verwirrend und durch die enorme Vielfalt und Eigenständigkeit schwer einzuordnen. Wo ist das Maß? Man muss sich selbst ein Bild machen, und das geht nur über viel vergleichen.
Oft sieht man aber ein erfreutes Staunen und nicht ein ablehnendes Befremden, dass eher bei der alten Generation zu sehen war. Ganz schlimm, wenn da auch noch eine Kompetenz vorgeheuschelt wird und ein fachkundiges Urteil den etwas anderen Wein einfach nur deklassiert. Aber das findet sich ja selbst innerhalb des Gaillac schon. Wenn für die reaktionär-konventionellen Alt- und Jungwinzer die Farbe eines Rosés nicht passend ist, oder ein Verschnitt nicht aus der klassischen Mischung besteht.
Dieser Wandel lässt auch noch einmal ein schon in anderen Jahren angesprochenes Thema neu aufkommen. Immer wieder findet man auf den Tischen Weine, die sich nicht wirklich für eine freie Probe eignen. Sie haben noch Stinker, sind zu grün, ohne Struktur. Wozu stehen die hier. Als Weinhändler würde ich mir solche Dinger nicht ins Regal stellen. Und als Besucher des Salons? Was denke ich da über den Wein und welches Gesamtbild vom Salon wird da heraufbeschwört?
Klar müssen dafür auch Kunden gefunden werden, sonst wäre der Winzer Pleite. Das ließe sich aber besser machen, wenn solche Weine mit Kommentar präsentiert werden und man es dem Winzer direkt ankreiden kann. So kriegt der Salon als ganzes sein Fett weg.
Alleine schon das völlige Durcheinander Trinken ist ja Belastung genug. Und wer kommt nochmal an den Tisch zurück um mal eine andere Reihenfolge zu probieren? Da werden viele Weine erschlagen von Vorgängern oder völlig deklassiert durch nachfolgende Güte. Auch das ist nicht glücklich aber auch nur schwer anders zu machen. Da stören dann aber schlechte Weine um so mehr.
Was war denn nun mit den Weinen selber?
Der 14er Jahrgang war massenmäßig der bestimmende Jahrgang und leider muss man sagen – nicht der Beste. So durchwachsen wie der Jahresverlauf war, so unstimmig und unreif sind die meisten Weine. Nur einige können sich da absetzen und Freude aufkommen lassen. Allerdings gibt es nicht einen WoW-Wein. Keine sticht enorm heraus und ist das Highlight des Salons. Die, die dem am nächsten kommen, waren echt die drei Amphorenweine. Nicht, weil sie grundsätzlich anders wären. Auch nicht, weil sie besonders schräg sind. Eher, weil sie überraschen gut waren und alle in der Spitzengruppe landeten. Brin’s und Philemon’s brauchen noch etwas Zeit, der Syrah LeOne von Bruno kommt trotz der Katastrophenamphoren toll rüber und macht rundherum Spaß.
Doch muss man als erstaunliches Ergebnis die überragende Rolle der Weißweine sehen. Da gab es erstaunlich wenig Ausfälle und ein durchwegs hohes Niveau. Und hier gab es auch den Wein, der den Vogel abschießt. Jerome Hyvernat stellt mutig seinen Len 2014 auf den Tisch. Naturtrüb schildert es nur halbwegs. Eindeutig ungefiltert und selbst für Laien leicht zu erkennen. Die Farbe geht Richtung kupfer- orangener Bernstein. Oxydationsnoten im Blick, Nase und Mund. Entwickelt er eine Frische, Herbe und Säure von betörender Dichte und lässt die Aromen nicht zu kurz kommen. Das ist einer dieser typischen Kandidaten, der bei jeder Einzelbetrachtung durchfallen würde und einen ins offene Messer laufen lassen. Wer hier zu schnell schießt, trifft keineswegs ins Schwarze. Die Schönheit des Weins wird gesteigert durch die offensichtlichen „Fehler“. Wie kann solch ein Ding den anderen den Rang ablaufen? Das ist ein wenig als wenn ein Hosenträger tragender Straßenjunge mit Badelatschen im Rennen Usain Bolt hinter sich lassen würde und dann auch noch nicht einmal großes Aufhebens machen würde. Zugegeben – das sind die Weine die mir persönlich Spaß machen. Sieht nach nichts aus und macht jeden gelackten Hochglanzweißwein nass. Toll!
Wir können uns in den nächsten Jahren durch die Umstrukturierungen auf einiges gefasst machen. Vielleicht dauert es ein wenig bis sich die Jungen von allen Fesseln befreit haben, nicht zu viel auf einmal wollen und sich auch von den guten Ratschlägen der Kunden und noch eher der Fachleute nicht zu sehr beeinflussen lassen. Dann könnte ein neues und spannendes Kapitel Gaillacwein aufgeschlagen werden.
In Köln werden wir deshalb im neuen Jahr schon einige Proben des neuen Zeitalters probieren können. Zuerst einmal die hochspezialisierte Amphoren-Erkundungs-Probe für Spezialpublikum.
Dann die letzten Entdeckungen in den normalen Proben. 2016 wird jetzt schon eingeläutet.

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