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Sommeliers

Eingereicht on 9. Februar 2016 – 22:03

Auch wenn es in einigen Artikeln eher danach klingt als wenn ich nicht all zu viel von diesem Berufsstand halte, kann ich den Eindruck hier ja ein wenig relativieren.
Grundsätzlich halte ich Generalisierungen nur als Mittel der Dramatisierung und damit einer Verdeutlichung von Problemen für zulässig. Es geht dann eher um das Problem, als um den ins Licht gesetzten Gegenstand der Betrachtung.
Wenn ich also generalisiert den Sommeliers heutzutage wenig Kompetenz zugestehe und glaube, dass die meisten sich nicht als wahre Kenner von Wein im Allgemeinen hervortun sollten, ist das zutiefst ungerecht. Ich habe in anderen Zusammenhängen größten Respekt vor ihrem wirklichen Können. Nur müssen sie oder eher ihr Bild von ihnen dafür herhalten, bestimmte Vorurteile deutlich zu machen.
Konkret :
Sommeliers sind nicht mehr Wein-Experten als Köche, Weinhändler, Weinfreaks oder andere, die sich mit Wein ernsthaft beschäftigen. Zudem ist die Bezeichnung oder der Titel selber – wie in jedem anderen Beruf – keine Garantie von Können oder Kompetenz
Sommeliers können in der heutigen Weinwelt ebenso wenig treffsicher Rebsorte oder Ursprung bestimmen, wie jeder andere Weinliebhaber.
Sommeliers können aber wenn sie gut sind „ihre“ Weine, die in den Kellern der Restaurationen lagern in denen sie arbeiten, wiedererkennen. Und das ist aller Ehren wert.
Aber wie schon erwähnt müssen sie leider stellvertretend für ihr Bild in der Jüngerschaft dafür herhalten.
Sie sind nicht die unfehlbaren wahren Experten und ihr Urteil ist nicht automatisch richtig und unumstößlich. Das mag für manche wahren unabhängigen Enthusiasten unter ihnen gelten, aber eben nur für einen kleinen Teil.
Das hängt mit der Vielschichtigkeit unserer modernen und globalen Weltweinwirtschaft zusammen. Die Zersplitterung der Weinwelt ist längst in ein Extrem getrieben. Burgund steht heute nicht mehr als Synonym für Pinot, Cabernet und Merlot nicht mehr nur fürs Bordeaux, und Syrah nicht mehr ausschließlich für die Rhone. Selbst wenn das heute immer noch deren Hauptreben sind.
Nicht nur die Verbreitung der Rebsorten in alle Welt sorgt für eine unüberschaubare Vielfalt. Auch die Macharten sind heute fast unüberschaubar. So ist die schiere Vielfalt der Hinderungsgrund für eine wahre kompetente Beurteilung.
Deswegen verändert sich auch das Schema der Beurteilungen immer weiter.
Die alten Hardliner, die sich immer noch an den Nobelnamen orientieren und deren Weine zur Norm für Qualität erheben werden weniger. Sie befinden sich gar auf einem Untergang und werden in manchen Kreisen nur noch belächelt. Sie gehören den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts an, als so etwas wie AOC-Richtlinien entworfen wurden. Diese haben auch nicht mit Qualität zu tun.
Medaillen führen sich selbst ad absurdum wenn man deren Konditionen kennt.
Die Punktefanatiker kämpfen mit der Nachvollziehbarkeit und den Diskrepanzen bei der Beurteilung. Derselbe Wein wird von verschiedenen Weinbibeln manchmal äußerst ungleich bewertet.
Woran soll sich der Sommelier denn da halten? In der Szene wird deswegen mehr oder weniger unter der Hand der Versuch, wahre Qualität zu beurteilen, als müßig angesehen. Zwar hat jeder ein Bild von Qualität, traut sich aber nicht über den Punkt „persönliche“ Präferenz hinweg und sich zu einer unabhängigen Qualitätsbestimmung hinreißen zu lassen. Ist eine objektive Einschätzung von Qualität deswegen unmöglich?
Ohne Standortbestimmung, ohne definierte Methode und Nachvollziehbarkeit bestimmt nicht. Den Standort zu bestimmen und Pflöcke einzuschlagen, an denen man versucht etwas zu ordnen – das fehlt. Jeder der es versucht kennt die Schwierigkeiten. So bleibt es letztendlich bei dem immer gleichen „schmeckt mir, schmeckt mir nicht“. Das ist allerdings nicht wirklich hilfreich außer bei der Kaufentscheidung.
Abschließend also : Sommeliers sind von den Grundlagen her hervorragend geeignet eine Standortbestimmung abzugeben. Das sollten sie öfter tun und sich der Diskussion stellen.
Der Mann auf dem Foto ist Philippe Faure-Brac. Einstmals bester Jungsommelier Frankreichs, bester Sommelier Frankreichs und bester Sommelier der Welt und Gründer des Restaurants „Bistrot du Sommelier“ in Paris.

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