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10. November 2017 – 21:16

Le figuier est un petit arbre, le plus souvent de trois à quatre mètres de haut.
Il existe plus de 250 sortes de figuiers.
Les variétés de figues sont classées en trois catégories : les figues vertes (ou blanches), les figues grises (ou rouges) et les figues noires (ou violettes)…..

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Petit Salon des Vins bio – Tag Eins – Vendanges – Film über die Handernte exemplarisch auf der Domaine Plageoles, Gaillac

Eingereicht on 4. Dezember 2015 – 22:37

Das ist ein Kommentar zu dem Film, der passend beschreibt was hier weiter unten konkret ausgeführt wird.

„Eine Weinregion östlich von Toulouse: Es ist September und etwa 15 Frauen und Männern „bewaffnen“ sich mit Lesescheren und Eimern. Die Statistik führt sie als Erntehelfer, im soziologischen Jargon heißen sie „prekär Beschäftigte“. Die Akteure selbst würden diese Zuschreibung jedoch nur bedingt für sich akzeptieren. Fast beiläufig vermittelt der Film, wie massiv sich die Unsicherheit einer solchen Existenz in den gesamten Habitus seiner Protagonisten eingeschrieben hat. Alle spüren, wie sie dem stummen Zwang der Verhältnisse unterworfen sind. Sie mögen zwar unterschiedlich virtuos im Verdrängen solch emotionaler und mentaler Erkenntnisse sein – die objektiven Effekte lassen sich kaum leugnen.“

Vendanges
Die Leute hatten beim Zusehen viel Spaß. Es gab einiges an Gelächter über die Szenen und die Gespräche, die zu hören waren. Es gab aber auch Ruhe und Bedenklichkeiten bei Szenen in denen die Erntehelfer ihre Lebenssituation beschreiben und Ausblicke auf eine Alternative und ein etwas anderes Gesellschaftsbild gezeichnet wurden.
Das hätte man dem Film vorwerfen können. Nicht das Aufzeigen von Anderem, sondern die anscheinend fehlende Zentrierung. Denn eigentlich war ja die Handernte Thema. Oder? Leise und nebenbei wurde einmal eine Erntemaschine gezeigt. Großaufnahmen von der rabiat-brutalen Behandlung der Rebstöcke.
So war es auch nicht verwunderlich, dass dieses Jahr keine richtige Diskussion mit dem Publikum aufkommen wollte. Man wusste nicht so recht worum es ging oder gehen sollte und welchen Zusammenhang das mit dem eigenen Leben hat Auch die zuerst einmal abgegebenen Kommentare von Bernard Plageoles, Nathanael Parandeau (Domaine de Matens), Claude Leduc (Domaine de la Tronque) oder Philippe Maffre (Bois Moisset) konnten da nicht helfen.
Brigitte(Laurent von der Domaine Cantalauze) versuchte eine Struktur rein zu bringen und das Ganze, auf den Unterschied von Hand zu Maschinenernte zu bringen. Das die Handernte zunehmend verschwindet.
All das half nichts. Auch die von mir eingestreuten Fragen, wie denn z.B. bei Winzern, die sich keine eigenen Erntemaschinen leisten können, damit bestellt ist, die Maschine auch wirklich an dem richtigen Tag zur richtigen Zeit zur Verfügung zu haben. In der Biodynamie kommt es ja fast auf Stunden an. Die Frage war natürlich ein zugeworfener Ball und hätte die Maschine sogar rechtfertigen können, da eine manuelle Erntedauer niemals durch ständig günstige Mond oder Sternenkonstellationen abgedeckt sein kann, wenn es nicht gerade eine Anbaufläche von weniger als 4 Ha ist. Der Ball wurde nicht aufgenommen.
Die zweite Frage : Auslese. Wie ist die denn möglich wenn mit der Maschine alles was ihr in die Greifer kommt zerfetzt und abgerissen wird. In absoluten Spitzenjahren ist das eventuell nicht nötig. In 90 % der Fälle aber doch. Da gibt es keine Lösung und somit ist die Produktion von Spitzenwein mit Maschine nicht möglich.
Dritte Frage : Ein Argument wird gerne von Pros für die Maschine angeführt. Die Reben würden bei einer Handernte ja viel zu lange in der Hitze liegen bis sie in dem Keller ankommen und schon oxydieren. Das wird durch Dokus der Pros, die immer absolut trockene Trauben in den Hallen ankommen lassen unterstützt. Die Realität sieht aber anders aus. Das war natürlich ein Ball für die Handernter. Der wurde auch vehement aufgenommen und die Argumentation der Maschineler als völlig absurd abgetan. Wer einmal gesehen hat, wie die Maschinen ihre Fracht ausschütten, der weiß wovon ich rede. Suppe!
Eigentlich sollten die Fragen weiter führen und die Pro und Kontras weiter aufdecken. Das ist nicht geschehen. Vielleicht aber auch, weil ein Argument das alles irrelevant gemacht hat. Die Tatsache, dass es mit Maschinenernte niemals Weine von alten Reben geben kann. Und nur die können einen wirklich guten Wein hergeben. Warum ? Die starke Vibration durch das Abrütteln und Abreißen der Trauben reißt einen Großteil der Wurzelsegmente ab und damit die Verbindung zu jeglicher Mineralität und Wasser. Da sich immer wieder neue Oberflächenwurzeln bilden müssen, können die Stöcke nie die Kraft aus den Tiefen der Erdschichten aufnehmen. Der Punkt scheint Oxydation, oder richtigen Erntezeitpunkt verblassen zu lassen.
Die Frage, die nie aufgekommen ist scheint noch mehr Angst zu machen, als all die technischen Fragen.
Im Film wurden immer wieder auch Einzelinterviews mit der Erntehelfern gemacht. Und obwohl innerhalb der Erntezeit viel miteinander gelacht wird, scheinen es doch sehr große Individualisten und Einzelkämpfer zu sein. Es wird einmal gesagt, es gäbe zu wenig Solidarität. An anderer Stelle gibt es eine Diskussion über Gewerkschaft. Wenn man das mit der Veränderung in der Zeit spiegelt, kann man als nostalgisch abgetan werden, aber Tatsache ist der große gesellschaftliche Wandel, der sich hier zeigt. Früher war es eine Arbeit von Familie und Verwandten, dann kamen Wanderarbeiter oder Sklaven, dann die zusammengewürfelten Einzelgänger, Aussteiger, Arbeitslosen.
Zeigt sich am Wandel der Weinernte etwa ein ganz großes gesellschaftliches Problem? Zerrissene Familien, das Verschwinden einer Solidargemeinschaft?
Im Gespräch mit Brigitte (Links auf dem Titelbild) nach dem Film und der Diskussion wurde das deutlich. Es geht um mehr als nur eine technische Frage und die scheint erschreckender zu sein, als das Entsetzen über das Verschwinden guten Weines.
Mal sehen, was morgen am ersten Tag des Salons noch im Nachklang zu hören ist.
Erster ablenkender Lichtblick ist auf jeden Fall, dass Damien (Domain de Brin) dort seinen ersten Amphorenwein präsentiert. Damit wäre auf dem Salon drei zu vergleichen. Bis morgen also.
Wer sich für das Titelbild mit Brigitte interessiert : hier der Link zur Photografin und weiteren Bildern von „unseren“ Winzern! Julie Lecomte

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