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13. Februar 2019 – 7:55

Terre Exotique wurde von dem Franzosen Erwann de Kerros aus Rochecarbon am Ufern der Loire gegründet.

Terre Exotique bietet ein großes Sortiment an originellen und gastronomisch kreativen Gewürzen von hoher Qualität. Die hocharomatischen Kompositionen werden noch von Hand geröstet, gemahlen, gemischt und verpackt.
Dieser Koffer « Reise in die Welt der Pfeffer » beinhaltet …

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The Legend of 2007 – oder "faule Eier gefällig"

Eingereicht on 7. Juli 2012 – 13:48

Hier gibt es ja des Öfteren kleinere märchenhafte Anekdoten die mit „es war einmal“ anfangen. So könnte es auch diesmal sein. Märchen und Legenden liegen ja meist reale Ereignisse zu Grunde, die der ominöse rote Jahrgang 2007 zuhauf liefert. In unseren Probenrunden ist der Duras von Plageoles aus diesem Jahr immer ein „Ah“ oder „Oh nein“ wert. Der hatte innerhalb der ersten Tage nach der Abfüllung ein fast unfassbares Nebengeräusch entwickelt. Sie müssen sich nur 20 vergessene Eier vorstellen die sie wiederfinden und dann, ohne sie zu prüfen, zu einem großen Rührei verarbeiten wollen. Die Mischung erreicht niemals die Pfanne. Ein bestialischer Gestank von verfaulten Eiern hätte selbst 300qm-Wohnungen spielend gefüllt. Empfindliche naive Seelen hätten den gesamten Weinbestand sofort zur Sondermülldeponie gefahren.
Dabei steht dieser Wein nur exemplarisch als Extrembeispiel für die ganze Menge anderer Weine von anderen Winzern, die in jenem Jahr und besonders mit dem Duras das Problem hatten. Noch heute erreichen uns endlich in den Verkauf gebrachte zurückgehaltene 2007er, die jedes mal mit großer Skepsis geöffnet werden.
Doch wie es so oft ist in Märchen, gibt es die wundersamen Wendungen, die zu einem meist guten Ende führen. Dieser Duras entwickelt heute in den Verkostungen eine enorme Fülle und fein strukturierte Dichte. Empfindliche Nasen werden zwar direkt nach dem Öffnen immer noch einen Hauch des Reduktionsgeruches wahrnehmen, aber der verfliegt nach einer halben Stunde oder nach dem Karaffieren.
Wenn man nun den Kopf frei kriegt und dieses damals traumatisierende Erlebnis Vergangenheit sein lassen kann, wird man einen Spitzenwein entdecken können. Die immer noch blau-violette Tönung des Rots zeigt auch, dass der Wein bestens vor jeglicher Oxidation geschützt war und immer noch frisch ist. Dadurch verblüfft die aber durch die Jahre ausgebildete Finesse und Struktur umso mehr.
Will also gut Ding nur Weile haben? Das können wir nun nur sehr begrenzt auf Wein und auf dieses Phänomen bezogen sagen. Viele Weine die jetzt aus diesem Jahr in den Verkauf kommen zeigen immer noch Anzeichen von Reduktion kurz nach dem Öffnen. Aber wer trinkt denn nun wirklich Rote sofort nach dem Öffnen?
Es gibt auch Stimmen, die das als Weinfehler sehen. Dem kann ich nicht so recht beipflichten weil man sich dann die Chance nimmt, nach einigen Jahren einen Klasse Wein zu entdecken. Ebenso gut könnte man ja auch Weine die erst nach guter Lagerung trinkreif sind als fehlerhaft bezeichnen. Dann würden einige Edel-Madiran aber schlecht davon kommen.
Nun – wie dem auch sei – hier an diesem Beispiel zeigt sich, dass ein wenig Geduld unter den richtigen Umständen oft doch belohnt wird, oder zumindest, dass ein wenig Experimentierfreude sich auch auszahlen kann.

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