Es geht weiter. Wir müssen aus kalkulatorischen Gründen die bisherige Form der Käse-Wein-Proben bis auf weiteres ausfallen lassen. Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Ihr Gourmetschmiedeteam.
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Les sureaux sont des plantes herbacées voir des petits arbustes de quatre mètres de hauteur à fleurs blanches.

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Tops und Flops – zwischen Köln, Gaillac und Himmelreich.

Eingereicht on 1. Dezember 2015 – 17:11

Zwischen den Vorbereitungen für die Apriltour nach Köln und der Rückkehr ist viel passiert.
Ein verpasster Tag der offenen Tür, eine verpasste Hausmesse bei Causse Marines mit 10 Topwinzern, der verpasste Concours für die Goldmedaillen. Dafür gab es in Köln – wie zum Ausgleich – bei den Proben und besonders bei unserer Veranstaltung mit Stéphane bei Zimt und Rosen große Überraschungen. Und abschließend noch eine Neuentdeckung, die wie eine Bombe einschlägt.
Die erste Tour im Jahr fing deprimierend an. So viele Veranstaltungen die genau in den Zeitraum der Proben in Köln fielen, an denen ich gerne teil genommen hätte. So schien zuerst der Tag der offenen Tür bei Castan mit der offiziellen Vorstellung des gerade ausgegebenen Whiskeys, ein herber Verlust zu sein. Die Stimmung dort und die immer wieder interessanten Gäste lassen einen jedes Jahr gerne auf den Tag warten. Nun ja – Pustekuchen dieses Jahr. Das wurde noch gesteigert durch die Tatsache, dass der diesjährige Concours für die Medaillenvergabe auf den Montag meiner Rückfahrt fiel und mir da auch eine lange Nase gezogen wurde. Aber viel, viel schlimmer war und hätte nicht kommen können, dass Causse Marines an dem zweiten Kölnwochenende eine erste Weinfetenmesse veranstaltet haben mit einigen der angesagtesten Revolutionswinzer Frankreichs. Das traf mich wirklich hart! Die Feten dort haben sowieso schon einen sagenumwobenen Charakter und die Leute dort gehören zu der Art mit der man sich gerne umgibt. Nun ja – nur noch knappe 340 Tage bis zur nächsten Gelegenheit und ganz sicher der Termin, der die erste Tour im Jahr 2016 nach Köln zwingend beeinflussen wird.
Nun aber zu den erfreulichen Dingen.
Die Proben in Köln und Bonn liefen hervorragend und brachten erstaunliche Überraschungen. Die Proben waren geprägt von einer neuen Domaine. Domaine Philemon, die mit dem 2014er Jahrgang ihren ersten Vollbio deklarierten Wein in Umlauf brachten. 2009 war die Umstellung eingeleitet worden und jetzt kamen mit dem Primeur, einem Mousseux und einem roten 2012er der noch in Umstellung war, drei Weine zur Begutachtung in die Proben. Das ist immer eine haarige Angelegenheit weil meine Begeisterung, mit der ich die Weine mitbringe nicht immer im ersten Anlauf geteilt wird. Besonders, wenn ich mich weit aus dem Fenster lehne und einen Wein als besten den ich je getrunken habe ankündige. Diesmal mit dem Mousseux geschehen. Und das heißt schon einiges, wenn ein Fan der Schaumweine von Causse Marines irgend etwas anderes besser finden kann. Die mitgebrachten Mengen jedenfalls reichten beileibe nicht annähernd aus und die Nachbestellung hat den Winzer schon einmal sehr gefreut. Mich jedenfalls verschlägt das Zeug immer noch bei jedem Versuch in Bann. Perfekte Perlage, dichte und höchst intensive Aromen und einen atemberaubenden Abgang. Seit das Gaillacabenteuer 1998 begann gehört dieser Schaumwein jetzt schon in der Trophäenschrank.
Zweites Highlight war die gemeinsame kulinarische Veranstaltung mit Stéphane. Die Auswahl der Weine war diesmal schnell und mutig gemacht und alle präsentierten sich von ihrer besten Seite. Topf und Deckel passten hervorragend und die Gäste waren nah an orgiastischen Zuständen und trotz des Termins mitten in der Woche, wurde der zeitliche Rahmen weit überzogen. Der Abend zur Halbzeit in Köln war wahrlich begeisternd.
Nach der Rückkehr wurde dann schnell eine kleine Palette mit den Nachbestellungen organisiert und während der dafür notwendigen Kommunikation tauchten von zwei verschiedenen Seiten intensive Ratschläge auf. „Hast Du schon die ersten Weine von Marine probiert? Musst Du unbedingt wenn Du Spaß haben willst!“
Als dann bei Plageoles Gerome Zunge schnalzend erwähnte, dass Marine vor 5 Minuten noch da war und ich schnell hinterher zu ihr fahren sollte, war klar wo ich versacken würde. Der Vorsprung hatte ihr jedenfalls gereicht, um schon auf dem Gabelstapler zu sitzen und eine Gitterbox mit Flaschen über die Schlaglöcher zu bugsieren. Sie ahnte wohl auch schon was passieren würde und steuerte zielsicher das Lager an um einige unetikettierte Flaschen hervor zu holen.
Da die Eltern auch gerade da waren und ihr irischer Freund ausgetrocknet vom Hanteltraining in der Garage kam, saßen wir zu fünft mit fünf Flaschen draußen am Tisch und los gings.

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Alles wurde also frisch entkorkt und wir wissen ja, dass das immer mit Vorsicht zu genießen ist. Genießen war aber kein Problem. Auch wenn die 2014er natürlich jung und frisch waren, überzeugten ihre Qualitäten sofort und man merkte die Handschrift der Winzerin und den Nachhall des Lehrmeisters.
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Auch Marine kommt aus der Schmiede Plageoles. Wie so einige inzwischen die dort das Handwerk in der Praxis erfahren haben und sich dann auf das Abenteuer Wein einlassen. Dort werden auf ganz direkte Art und Weise subversive Hardliner in die Weinwelt entlassen. Und was Marine dort im ersten eigenständigen Jahr erreicht hat, war in der konzentrierten Art umwerfend.
Natürlich nahm ich alle Flaschen danach mit um mir sie in ihrer Entwicklung in Ruhe über drei/vier Tage anzusehen. Das Ergebnis ist 5 von 5, 100 % Wahnsinn.
Dazu passt ihr Sinn für Humor. Ihr Titel : Vignereuse! Klar eine Anspielung auf die vielen Berufe, die sie in den letzten 20 Jahren gemacht hat und die alle auf „euse“ endeten. Aber auch klar ein Wortspiel. Es gibt nicht nur Milch von glücklichen Kühen.
Allen gemeinsam, auffallend in der Reihenfolge : absolut sauber, dichte und breit angelegte Aromen, langer Abgang und Nachklang.
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Der Weiße, ein Mauzac/Loin de L’Œil gehört zur absoluten Spitzengruppe neben Dencon, Ondenc, und Verdanel. Ein Hammerwein, der als Gaillac selbst den Weinen von Mosse mit ihrer komplexen Dichte und den oxidativen Noten oder den Chablis von Beru mit ihrem Eindruck, sie fast kauen zu können, Paroli bieten kann.
Der Rosé, ein reiner Gamay, der einen zuerst zweifeln lässt, weil er sich frisch und fasst dünnlich präsentiert. Aber hier schlägt mal wieder eine Eigenschaft guten Weins zu. Ein Schluck weiter und die Güte, Konzentration und Breite der Komposition haut einen um. Völlig untypisch Gaillac, hält sich hier die Frische mit fein ausgestalteten floral-feinfruchtigen Aromen. Hier denkt man eher die besten Regionen aus dem Großraum Beaujolais.
Rot 1, Braucol/Duras. Am ersten Tag als Einsteiger angesehen, entwickelt er sich über die vier Tage zum Wolf im Schafspelz. Vom Einsteigerwein mausert er sich zu einem komplex voll fruchtigen Universalwein, der fast zu allem Essen passen könnte. Einen Tag überwiegen die Braucolnoten, am anderen die vom Duras. Dazwischen perfekte Harmonie. Wenn man gerne lebendige Weine mag, ist man hier gut aufgehoben.
Rot 2, Duras von einer halb-Hektar Parzelle. Sehr speziell Charakteristik, weil er wirklich an alles gute vom Duras erinnert. Am zweiten Tage entschieden besser und runder. Danach immer mehr auf dem Weg einen Grand Cru zu vermuten. Egal woher, einfach von der Tiefe und Komplexität her.
Rot 3, Braucol von alten Stöcken. Zwei Tage irritiert der Wein. Er ist gut, aber ich frage mich, warum er preislich als Topwein in Relation zu den anderen eingeordnet wurde. Zudem kommt eine verwirrende Nase. Frisch aufgemacht, dampft einem der Dunst frisch angedünsteter Brennnesseln entgegen, so wie ich es noch nie erlebt habe. Ein Wein, den man meint aus tausenden heraus erkennen zu können. Erst ab dem dritten Tag wird mir klar warum die qualitative Einordnung zustande gekommen ist. Am Tag Vier gibt es keine Zweifel mehr. Einer der ganz Großen im Gaillac.
Alle ihre Wein haben ein klare Handschrift und gehören durch die Bank zu den Spitzen im Gebiet – ja selbst übergreifend zu anderen großen Weinen bieten sie höchsten Genuss.
Klar ist natürlich, dass sie im August alle in Köln sein werden und den Probanden das Äußerste abverlangen werden. Hier kommen Weine, die im schnellen vorbeigehen nicht erfasst werden können.
So entpuppt sich das Jahr 2015 mit zwei neuen Vin naturel Winzern als erfreuliche Überraschung und lässt hoffen.
PS. Inzwischen bin ich gar nicht mehr traurig über den verpassten Concours. Wenn ich mir die Preisträgerliste ansehe, hat sich die von mir über die letzten Jahre prognostizierte Katastrophe schon eingestellt. Es hagelt Doppel und Dreifachmedaillen. Ca. 90 Prozent der prämierten Weine kommen aus den industriellen Globalmarkt-Giftmischereien. So verkommt unter dem Einfluss des neuen inkompetenten Präsidenten der Maison des Vins aus dem Clan der Carcenacs auch hier im Gaillac die Medaillenvergabe zu einem Akt wie dem Kölner Kamellenschmeißen. Pappnasen aller Länder vereinigt euch!
Dazu passt auch die Geschichte um ihren Schwiegervater. Benoist Rey – begandeter Koch und Revolutionär. In den 60er-Jahren stand sein Buch über den Algerienkrieg auf der schwarzen Liste und er verließ Frankreich. Gelandet ist er damals auf Kuba wo er mit Fiedel und Che gemeinsam gekämpft hat. Zurückgekehrt hat er im Laufe der Jahre mehrere Restaurationen und Auberge ins Leben gerufen und mit wohl jedem politisch aktiven Kritiker ein Glas getrunken und gut gegessen hat.
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