Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Im November bin Ich selber wieder in Köln und vielleicht haben Sie Lust eine kleine öffentliche Probe mit zu machen : Ort – Bioladen Kraut&Rüben in der Balthasarstr. 52 im Agnesviertel. Zeit : Samstag 18.11 14 – 18 Uhr. Ihr Gourmetschmiedeteam.
Figues

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10. November 2017 – 21:16

Le figuier est un petit arbre, le plus souvent de trois à quatre mètres de haut.
Il existe plus de 250 sortes de figuiers.
Les variétés de figues sont classées en trois catégories : les figues vertes (ou blanches), les figues grises (ou rouges) et les figues noires (ou violettes)…..

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Vrille 2013 – Domaine de la Ramaye – Michel Issaly am 24.10.2015

Eingereicht on 24. Oktober 2015 – 14:57
Vor drei Jahren hatte ich mit einer kleinen Fangemeinde der Gaillacweine das „Pique-Nique chez le Vigneron Independant“ auf Domaine bei Michel Issaly mitgemacht. Wie immer führt er dabei die einzelnen Rebsorten als Monocepagen vor um den Leuten ein klares Bild von den Eigenarten der jeweiligen Rebe in dem entsprechenden Jahr zu geben. Dann kommt die Vorführung der jeweiligen Cuvées. Anders als Plageoles bis jetzt gibt es bei ihm nur kunstvolle Mischungen seiner Trauben. Und jedes Jahr macht er ein Experiment und mischt einige Monocepagen und kreiert aus dem Handgelenk einen Cuvée und bittet die Probanden um Stellungnahmen. So war es auch in dem besagten Jahr und er rief helle Begeisterungstürme hervor. Es war ein roter Dreierverschnitt aus Braucol, Prunelard und Duras.Und Michel kündigte an, dass er ihn produzieren wird wenn die Mischung Zustimmung fände. Drei Jahre später gibt es ihn endlich auch zu kaufen und es war in diesem Frühjahr ein Vergnügen bei der offiziellen Vorstellung anläßlich des gleichen Events mit der Kölner Truppe noch einmal dabei zu sein. Quasi als zeugende Co-Kreatoren bei der Geburt anwesend zu sein.
Mich hat der Wein überzeugt und er war vom ersten Moment an eine sichere Bank für die Weihnachtsproben. Hier ein Nachlese und einige Gründe warum es das ist. Wenn ein Winzer eine breite Banderole auf den Karton klebt, auf dem eine Warnung prangt, nur bitte diesen Wein vorher zu dekantieren, klingeln normalerweise bei mir die Ohren. Meist ist es – wir sprechen hier ja über Vin naturel – eine Warnung vor Reduktionsnoten oder moussierendem Wein – bei guten Winzern, bei schlechten wäre es nur der Versuch etwas schön zu färben. Zum Glück ist Michel einer der Besten und so mache ich die Flasche eigentlich ohne Sorgen auf.
Vrille_Btl
Start : Kaum ziehe ich die letzten Millimeter am Korken, macht es ein dickes und energiegeladenes „PLOPP“ . Au Weia – bloß das nicht! Aber allen Befürchtungen zum Trotz zeigt der Wein keine Anzeichen von den kleinen prickelnden Bläschen. Versucht Michel da auf Nummer sicher zu gehen, oder ist es nur ein paukender Hinweis, sich nicht den Spaß zu nehmen und die Flasche zu früh leer zu trinken und die wahre Qualität zu verpassen – denn der Wein ist im Frühstadium schon eindrucksvoll. Tiefe rote Beeren, konzentrierter roter Traubensaft im uralten Fass. Und die Andeutung von einer Menge reifer Tannine. Alles noch sehr dicht und fett. Doch nach ca. 20 Minuten der plötzliche Wandel. Da ist das Moussieren volle Kanne in feiner Perlage da. Ist bei manchen Weinen nicht schlecht, aber hier verdeckt es die schon erfahrenen Qualitäten. Was tun ? Wie wir ja wissen, bei Vin naturel immer abwarten und Tee trinken. Nach fünf Minuten im breiten Glas ist jegliche Perlage verschwunden und die Temperatur von anfangs 14 Grad hat sich leicht um 2-3 Grad erhöht. Das tut dem Wein gut, denn jetzt deutet sich die Sensation an, die für die Weihnachtsweine Pflicht ist – Eleganz, Kraft, Struktur, Länge und Spaß. Also nach 20 Minuten und 5 Minuten Luft bei 17 Grad ändert sich das Bild. Jetzt verfeinern sich die dunklen Beeren und gehen in eine unglaubliche Schwarzkirsche mit floralen Tönen und leichten Wacholderholz-Süßholznoten, anschließendem Pfeffer und einem sich andeutenden unendlichen Abgang an. Die Tannine werden schon weicher und der ganze Wein erinnert jetzt an einige Spitzen-Merlots aus dem Bordeaux.
Nun könnte man den Wein eigentlich schon mit Freude trinken. Allerdings sollte man das genau abwägen. Es zeigt sich allerdings auch schon sein Potential und das er sich in die richtige Richtung entwickelt. Wohin es genau geht, zeigt sich also erst später. Also abwarten und Tee trinken, bzw. in diesem Falle erst einmal keinen Wein mehr. Warten wir also ab – in diesem Fall gebe ich ihm zwei Stunden. Dann sollte sich schon ein anderes Gesicht zeigen und die Möglichkeit die nächste Wartezeit einschätzen zu können.
Stand Stunde 3 : Fortschreitende Entwicklung. Mehr Spaß macht er noch nicht. Das Moussieren ist jetzt schon in der Flasche völlig verschwunden, die Schwarzkirche ist dunkler geworden und es entwickeln sich Brombeernoten. Eindeutig ist der typische Issalycharakter – heißt : das alte Holz, dunkler kühler Keller und Reife sind als Grundton in jeder Phase anwesend. Eine Sache kommt jetzt dazu, die kurz aufschimmert und leicht zu übersehen ist. Im der ersten Phase des Abgangs kommt ein Hauch von Säure dazu. Wenn sich das weiter ausbildet, könnte sich mit der Frucht, den Tanninen und ordentlich Luft ein komplexes Ding entwickeln. Warten wir noch einmal 2 Stunden.
5 Stunden später : Das ist ein Wein für warme Abende. Jetzt kommt Eleganz und Ruhe. Nun hat sich alles harmonisiert und der Abgang ist lang und anhaltend. Spaß ist garantiert für Leute die eher klassische und ältere Weine mögen. Dieser ist allerdings mit Baujahr 2013 ein Jungspund. Mir täte es nicht weh, ihn jetzt zu trinken, weil er das Potential für mehr hat. Was könnte noch dazu kommen? Noch mehr und differenzierter Aromen? Noch runder ? Kann sein, aber in dieser frischen Abfüllung und mit 5 Stunden Luft in der Flasche wirft er einige Qualitäten in die Waagschale und bietet genau das was wir erwarten von einem Wein gehobener Klasse und prasselndes Kaminfeuer an Weihnachten. Auf jeden Fall geeignet zum Solo trinken. Gerichte ? Geflügel bis Ente sind zu schwach und werden übertönt. Da gehört eher Schokolade oder knackig Angebratenes dunkles Fleisch dazu. Geräucherter oder guter luftgetrockneter Schinken vielleicht.
Wer möchte, kann ja auch etwas einbunkern. Wir haben mit den Weinen von Michel ja schon so einige Erfahrungen gemacht.
Tag 2
Für manche wäre der Vorteil einer solchen Weinprobe, dass man am nächsten Tag legitim früher als sonst mit einem Gläschen Wein anfangen kann. Wenn es dann auch noch Vergnügen bereitet, umso besser. Und hier gibt es davon en masse. Der Wein ist nun völlig abgerundet, die Kirche kommt wieder deutlicher heraus ohne vordergründig zu sein. Daneben etablierten sich gleichberechtigt dunkle Beeren und Wacholder. Die Säure ist mit den Tanninen ein perfekte Verbindung eingegangen und der Wein wartet mit einem Abgang auf, der die Viertelstundengrenze weit überschreitet. Im Mund laufen die Aromen immer weiter nach und letztendlich bleibt die Überraschung, wie ein so junger Wein schmecken kann wie ein durchgereifter alter Spitzenwein, der immer noch eine überraschende Frische zeigt. Das ist für den Preis ganz groß. Im Vergleich mit dem gleichpreisigen Combe d’Aves zeigt der Vrille mehr Frucht und weniger Holz, aber die gleiche Tiefe und lange anhaltende Wucht.
Noch länger zu warten wäre interessant, kann das Vergnügen aber nur noch in marginalen Bereichen erhöhen.
Fazit also : Da er moussiert muss er sowieso früh aufgemacht werden. Dann also am Abend vorher die Flasche in die kühlste Ecke der Küche und offen stehen lassen. So hat man vom ersten Glas an Spaß.

Update :

Nach den ersten Proben in Köln ist folgende Prozedur nötig um dem wahren Vergnügen seinen Lauf zu lassen : 3 Tage vorher aufmachen und die Flasche stehen lassen. Vor dem Servieren dann sturzdekantieren und zurück in die Flasche. Temperatur 17-18 Grad.

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