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Weinernte 2012

Eingereicht on 23. September 2012 – 14:49

Ich hatte mich in den letzten Wochen vor der Ernte etwas zurück gehalten wegen der Prognosen für die diesjährige Ernte. Zu unsicher und unterschiedlich waren die Aussagen der verschiedenen Winzer. Das zeigt wieder einmal wie sehr der Natur immer noch ein unkalkulierbares Wesen innewohnt und macht auch ein wenig verständlich, warum irrwitzige und meist brutale Methoden ersonnen werden, um der Natur ein Schnippchen zu schlagen, und man meint es besser als die Natur machen zu können oder zumindest sich von ihr loszusagen.
Übers Jahr konnte mal wieder die unterschiedliche Herangehensweise an Weinbau beobachtet werden, wenn man täglich durch die Felder streift. Auf der einen Seite – das ist jetzt natürlich sehr kontrastreich dargestellt – der moderne technisierte Anbau. Präventives ausgiebiges Spritzen, mechanisch-brutaler Rückschnitt der zu zugegeben ordentlich quadrierten Rebreihen führt, mit Monstermaschinen durchgeführte Ernte der schon vom Rückschnitt gestressten Reben. Interessant ist zu sehen, wie viel Saft beim Umfüllen von der Erntemaschine in den Anhänger abläuft. Da kommen einem die Werbesprüche vom schonenden Umgang mit den Reben als makabrer Witz vor.
Danach sehen die Rebreihen eher aus wie die gerupften Hühner auf einer modernen Legefarm.
Wenn man die so übers Jahr gezeigte Rücksichtslosigkeit in der Vorstellung verlängert, ist es überhaupt kein Problem zu erkennen, warum dann in der Weiterverarbeitung im selben Stil damit umgegangen wird und ein Produkt entsteht, das zwar rechtmäßig Wein genannt werden darf aber zum Glück nicht unter lebensmittelrechtlichen Aspekten geprüft werden muss. Die auf unserer „Vin naturel“ Seite verlinkten Informationen zur Giftschleuder Wein weisen da in eine erschreckende Richtung.
Auf der anderen Seite die von ebendieser Weinindustrie süffisant belächelten Anhänger von natürlichem Gleichgewicht, Handernte, Spontanvergärung und Artenvielfalt im Weinberg. Diesen wird oft vorgeworfen, das deren Erntemethoden die Reben durch die Zeitdauer zwischen Abpflücken und Verarbeitung übermäßig der Oxidation aussetze. Die Reben werden in kleine Gitterboxen von ca. 15 L gelegt und auf dem Anhänger gestapelt ohne gepresst zu werden. Ich denke die können so mehrere Tage stehen bevor etwas Ähnliches damit passiert, wie in der oben durch brutale Zerfleischung bei der Ernte entstandenen Brühe von Blatt- und Traubensaft. Ein propagandistischer Hohn aus lauter Angst vor augenscheinlicher und direkt überprüfbarer Wahrheit.
Genug der Aufregung und Schmährufe. Wenden wir uns den wahren Gefahren der schonenden Weinherstellung zu. Die anfangs angesprochene Unsicherheit über Ernteaussichten vor 4 Wochen brachte folgendes Bild. Durch den sehr unregelmäßigen Jahresverlauf mit langen Regenperioden, kalten Nächten und einem im Durchschnitt kälteren Sommer führten zu einem Rebgut von sehr unterschiedlichem Reifestadium. An den Reben gab es zu dem Zeitpunkt schon ausgereifte Trauben, noch grüne und schon überreife. Zucker-Säurewerte ließen da Schreckliches befürchten bei den Roten. Nun hat sich das Bild innerhalb der letzten vier Wochen durch Endsommertage von 26-36 Grad und nur noch leichteren Regenfällen drastisch geändert. Bei einer kleinen Rundfahrt zu einigen wichtigen Winzern (Brin, Labarthe, Escausse, Plageoles, Moulin) ergab sich nun folgendes Bild :
a : die Erntemenge ist durch ein verstärktes Aussortieren verfaulten Rebguts geringer ausgefallen
b : Die vor vier Wochen noch unreifen Trauben sind durch die Temperaturen gut nach gereift und die Säurewerte haben sich hervorragend entwickelt
c : durch die durchschnittlich geringeren Jahrestemperaturen sind diesmal im Gegensatz zum letzten Jahr 12,5 bis maximal 14 ° Alkohol zu erwarten
d : die Einschätzung der Gesamtqualität – sehr gut.
Wenn wir also von Gefahren reden, müssen wir uns verständlich machen was vor vier Wochen noch drohte. Wenn Winzer die mit Spontanvergärung arbeiten, ist ein gut ausgebildetes Rebgut mit ordentlichen Zucker-Säurewerten und perfekten Hefen nötig. Das war vor vier Wochen überhaupt nicht zu erwarten und gefährdete die gesamte Ernte. Beim Einsatz von künstlichen oder gar gentechnisch manipulierten Hefen reicht es, wenn die Trauben genug Zuckergehalt haben. Damit ist für den Alkohol gesorgt und die Aromen werden dabei ja eher durch die Hefen und Temperatursteuerung bei der Vergährung bestimmt, als durch die Aromatik der Trauben. Natürlich wird das in den Werbeunterlagen der Hersteller anders dargestellt. Was sollen sie auch anderes sagen und sie bräuchten dann ja auch nicht eine ganze Werbeindustrie, sondern könnten die Sprüche der Kritiker direkt in ihren Prospekten abdrucken.
Wir dürfen uns also auf einen interessanten Jahrgang mit verhaltenen Alkoholwerten – der gerade noch die Kurve gekriegt hat – freuen.
Erste Weine werden dann wohl wieder bei der Probe im Frühjahr von Plageoles in Köln ankommen.
Auf Braucol, Syrah und Mauzac noir kann man also gespannt sein.

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