Für individuelle private Veranstaltungen können Sie Stéphane direkt kontaktieren. Er kann alle Details mit Ihnen absprechen. Im November bin Ich selber wieder in Köln und vielleicht haben Sie Lust eine kleine öffentliche Probe mit zu machen : Ort – Bioladen Kraut&Rüben in der Balthasarstr. 52 im Agnesviertel. Zeit : Samstag 18.11 14 – 18 Uhr. Ihr Gourmetschmiedeteam.
Figues

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10. November 2017 – 21:16

Le figuier est un petit arbre, le plus souvent de trois à quatre mètres de haut.
Il existe plus de 250 sortes de figuiers.
Les variétés de figues sont classées en trois catégories : les figues vertes (ou blanches), les figues grises (ou rouges) et les figues noires (ou violettes)…..

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Weißweinprobe – wie die Groschen fallen

Eingereicht on 13. September 2014 – 15:05

Manchmal muss man Übertreiben um auf den Punkt zu kommen. So war auch die Probe mit 12 Weißweinen nicht nur ein Genuss mit Momenten der Glückseligkeit, sondern neben aller Anstrengung auch mit einer Erkenntnis verbunden.
Nach den Gesprächen am Montag als wir die Weine bei den Winzern im Rheingau und an der Mosel abgeholt hatten, war der Ablauf der Probe einstimmig beschlossen. Da es immer einen „Basiswein“ und einen Spitzenwein von einem Weingut geben sollte, war zuerst die Frage zu klären, ob zuerst nur die „einfachen“ Weine und dann die „guten“ in einer Folge präsentiert werden sollten.
Wir schlossen uns schnell der Argumentation der Winzer an und stellten immer die beiden Weine eines Gutes zusammen vor.
Die Abfolge war letztendlich :
1 Weingut Knebel / Winnigen / Terrassenmosel
Von den Terrassen 2013 gefolgt vom Röttgen 2013
2 Weingut Busch / Pünderich / Terrassenmosel
am grauen Schiefer 2012 gefolgt von EL Marienburg/Fahrlay 2008
3 Weingut Kühn / Oestrich-Winkel / Rheingau
Rheinschiefer 2013 gefolgt von GG Sankt Nikolaus 2012
4 Château de Béru / Burgund / Chablis
Orangerie 2012 gefolgt von GC Montmains 2012
5 A. u. R. Mosse / Loire / Anjou
Rouchefer 2010 gefolgt von Les Bonnes Blanches 2009
6 Gaillac
Causse Marines Zacmau 2012 gefolgt von Domaine de Plageoles Verdanel 2012
In normalen Proben würde der ewige Sprung von „einfachen“ zu „besseren“ zu „einfachen“ Weinen Probleme bereiten. Die „Guten“ würden den nachfolgenden „Einfachen“ des nächsten Winzers erschlagen. Im Verlauf des Abends stellte sich schnell heraus, dass, so gut die „Guten“ auch waren, der nächste Wein nie abstürzte.
Jetzt könnte man ja meinen, das hieße auch, dass keine Qualitätssprünge zu bemerken waren und somit das oft gehegte Vorurteil, es gäbe für „kleines“ Geld ebenso gute Weine zu finden, bestätigt wäre.
Darauf war die ganze Probe ja angelegt. Die Weine selbst sollten beweisen, was sie wert sind. Und das hat mehr als gut funktioniert. Eigentlich war die schlussendliche Reaktion in der Runde trotz aller Befürchtungen erstaunlich einhellig und in mehreren Hinsichten überraschend drastisch und klar. Es ergaben sich vier Beurteilungen :
Ergebnis 1 : Eindeutig waren die „Basisweine“ der Winzer schon von solcher Qualität, dass sie über jeden Zweifel erhaben waren und die doch weit über dem Durchschnitt von 2,43 Euro pro Liter liegenden Preise (11 – 18 Euro) rechtfertigten.
Ergebnis 2 : Ebenso eindeutig waren die nach Abschluss der erste Runde zu hörenden Kommentare. Die Spitzenweine setzten sich eindeutig von den „Basisweinen“ ab und auch dort wurden die Preise (21 – 32 Euro) in Relation zur Qualität bestätigt.
Ergebnis 3 : Leider war es mehr oder weniger auch eindeutig, dass die französischen Weine die Nase in einer Hinsicht vorne hatten. In der Güte setzten sie sich nicht von den Deutschen ab, aber es kommen ja auch noch andere Kriterien ins Spiel. Und da befand die Runde die französischen Weine als interessanter, aufregender, spannender.
Ergebnis 4 : In Ermangelung eines Gaillacwinzers, der sowohl einen einfachen Weißwein, als auch einen Spitzenweißwein der gleichen Rebsorte in der Preisklasse wie Premier Crus oder große Gewächse anbietet, entschieden wir uns in Absprache mit einigen Winzern dazu, zwei verschiedene Spitzenweine in die Probe zu nehmen, die preislich (14 und 17 Euro) allerdings bei den „Basisqualitäten“ der anderen Winzer lagen. Diese beiden schlugen sich mehr als nur beachtlich. Der Verdanel von Plageoles war einer der heiß diskutieren und hinterfragten Weine des Abends und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass unsere Einschätzung des Preis/Relation-Verhältnisses der Weine im Gaillac sensationell ist.
Fehlt noch der klingelnde Groschen. Immer wieder kommen Diskussionen auf über die Wertigkeit von Wein und den Kriterien von Qualität. Nun haben wir keine technischen Messgeräte, die wir an die Flasche oder deren Inhalt halten und wir am Ausschlag, Ausdruck oder Signalton erkennen, was wir von dem Wein zu halten haben. Da ich mich aber auch immer weigere diese Diskussionen dem faden Geschwafel von „letztendlich doch jedermanns Geschmackssache“ zu überlassen und es ja auch ausgewiesene Experten geben soll die sich Sommelier nennen – die sich allerdings anscheinend durch irgendwelche Gründe sehr bedeckt halten (davon im nächsten Bericht mehr) – sollte diese Probe zur direkten Konfrontation führen. Den Nicht-Sommeliers in der Runde war offensichtlich die Wertigkeit und Qualitätsabstufung klar geworden. Für mich führte der Abend allerdings zu einer Gewissheit, die in den Jahren immer leise geäußert und durch ewige Gegenrede immer wieder ins Wanken geriet.
Bei „ernsthaften“ statistisch basierten Untersuchungen muss die Fragestellung klar definiert sein und die Faktoren müssen eindeutig abgegrenzt werden. Das ist beim Wein und der Qualitätfrage ja nur rudimentär versucht worden. Indem man Medaillen drauf pappt oder sie in Qualitätsstufen einordnet, schafft man ja nur Sekundärmerkmale, die mit dem Wein nur indirekt zu tun haben. Ich zweifle diese Ordnungsmerkmale stark an. Zu oft spielen da andere Interessen eine Rolle und sie sind nie absolut zu sehen, da z. B. bei den Medaillenvergaben ja weder ein repräsentativer Querschnitt eingereicht wird, noch die Qualität der Tester gesichert ist.
Wie sollte aber eine Normierung aussehen? In welchem Rahmen könnte sie überhaupt funktionieren? Muss man nicht vielleicht von der Mathematik absehen und eine qualitative Beweisführung beim Wein ansteuern?
Das sind ewige Themen und sie sollten im Gespräch bleiben. Auch wenn es anscheinend nie zu einer Einigung kommen wird.
Jetzt zu den gefallenen Groschen und einer Überzeugung.
Eine Grundvoraussetzung ist, keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Alle Weine waren von Winzern die dem Gedanken biologischem oder biodynamischem Weinbaus nahe stehen. Alle Weine waren Spontanvergohren. Alle Winzer zählen zur „Elite“ der Szene und ich will sie einmal „ehrlich“ nennen. Eine erste Sache die auffällt ist die Preisgestaltung. Die Weine sind von den Winzern ja nicht beliebig in ein Preisgefüge gebracht worden, dessen Preisdifferenzen sich zufällig ergeben. Sie sind auch nicht rein kalkulatorisch-kosten-technisch oder nur nach dem vereinfachten Prinzip von Angebot und Nachfrage entstanden. Die Winzer haben sie auch nach einem inneren Gefühl von Wert und Güte eingeordnet. Und da zeigt sich, dass über Gebiete und Grenzen hinweg eine ziemliche Übereinstimmung herrscht. Dieses im Preisgefüge ausgedrückte „Gütegefühl“ konnten die Teilnehmer der Probe nicht nur nachvollziehen, sondern ohne Kenntnis selber für sich entdecken. Somit würde ich wagemutig behaupten wollen, dass „ehrliche“ Winzer „ehrliche“ Preise machen. Vergleiche mit Industrieware – und das sind für mich per se jegliche Weine die konventionell angebaut werden, sowie alle EU-biologisch deklarierten Massenweine, sind völlig widersinnig. Dort haben Preise mit Qualitäten nichts mehr zu tun. Punkt.
Nach dieser Probe ist mir allerdings endlich klar, dass Preise „ehrlicher“ Winzer eindeutig etwas mit deren Güte zu tun haben und noch wichtiger, dass es eindeutige Grenzen gibt. Weine von ~7 Euro können niemals die Güte von ~14 Euro haben, so wie diese Weine noch einmal Meilen entfernt sind von den Weinen jenseits der 20 oder gar 30 Euro. Ob die Skala noch erweitert werden kann mit noch teureren Weinen, sei dahingestellt. Es kommt da auch sehr auf die Ehrlichkeit der Winzer oder die Dummheit der Käufer an.
Diese Probe hat also nicht nur enormen Spaß gemacht, sondern auch zu einer Art Erleuchtung geführt die in den nächsten Proben und Einzelverkostungen ihren Wahrheitsgehalt bestätigen muss.
Ich kann nur noch einmal jedem empfehlen, sich ab und zu das Vergnügen zu bereiten, zwei oder drei preiswerte Weine liegen zu lassen und sich einmal solch ein Kaliber a la Mosse oder Kühn zu gönnen. Wagemutigen sei der Verdanel natürlich besonders ans Herz gelegt, der jetzt nach 16 Jahren (1998 rekultiviert) einmalig auf der Welt nur auf dieser kleinen Parzelle von Plageoles wächst, in die qualitativ guten Jahre kommt und Weine hervorbringt, die Neues bieten und Entdeckerseelen Stoff zum träumen bietet.

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